TT - Rzeczpospolita Czartowska

Review

Da ich des Polnischen nicht mächtig bin und die Herrschaften von TT auch generell mit weiterführenden Informationen über sich im Netz geizen, kann man eingangs nur Folgendes festhalten: Die Experimental-/Sludge-Formation besteht aus den beiden Musikern Ataman Tolovy (Vocals, Gitarre, Bass) und Imć Pan Śmierć (Schlagzeug) und hat bereits zwei veröffentlichte Alben auf der Habenseite. Das Drittwerk trägt den Titel „Rzeczpospolita Czartowska“ und bietet neun Tracks mit einer Gesamtspielzeit von einer knappen Dreiviertelstunde.

Der Opener „Oddaj Każdy Komu Chcesz“ beginnt mit bedrohlich anschwellendem Gitarren-Feedback, das alsbald in ein wuchtig vorgetragenes Sludge-Riff mündet. Auffällig ist sofort der rotzige Low-Fi-Sound der Platte, die Gitarren dröhnen und schaben räudig aus den Membranen, das Schlagzeug scherbelt wie bei einer guten alten Garagen-Aufnahme und der Gesang röhrt weltverneinend und angepisst – ist dabei aber mit deutlich zu viel Hall zugekleistert. Der Track lässt in der Folge auch einige Black-Metal-Anleihen erkennen, driftet zudem immer wieder in langsamere Gefilde ab, wobei allerdings nicht jeder Part und jedes Break vollständig tight wirken. Das zweite Stück „Zima Skuje Nam Mordy“ kann da schon eher überzeugen, trotz des recht steril klingenden Gewitter-Samples kommt hier bei dem mit dezent dissonanten Clean-Gitarren dargebotenen Intro etwas Atmosphäre auf, bevor der Song im Anschluss irgendwo zwischen Sludge und Black`n`Roll pendelt – im Vergleich zum noch etwas konfusen Opener definitiv eine Steigerung.

Weiter geht’s mit „Kobieta Z Zamkniętymi Oczami“ und treibenden MOTÖRHEAD-Uffta-Beats, die gelegentlich durch etwas gekrampft inszenierte Down-Tempo-Parts aufgebrochen werden. Das folgende „Jazda“ wiederum ist das zäheste und rhythmisch progressivste Stück der Platte, wirkt aber insgesamt eher chaotisch und unbeholfen – hier verzetteln sich TT gehörig in strukturlosem Gelärme. Eine Tatsache, die sich auch im weiteren Verlauf der Platte nicht mehr großartig ändert, denn viel Überzeugendes hat „Rzeczpospolita Czartowska“ bis zum Ende nicht mehr zu bieten. Erwähnenswert – im negativen Sinne – ist noch das äußerst nervige „Autodefenestracja“, dessen blechern und penetrant sägende Gitarren im Mittelpart den Finger rasch zur Skip-Taste schnellen lassen.

Nichts gegen organische und räudige Produktionen – Bands wie beispielsweise COILGUNS oder CONVERGE zeigen, wie man auch im digitalen Zeitalter rau und authentisch klingen kann. Aber Garagen-Sound und billige Sample-Stangenware – das passt nicht zusammen. Mal ganz davon abgesehen, dass eine dreckige Abmischung letztlich nicht über mangelnde songschreiberische Klasse und fehlendes musikalisches Format hinwegtäuschen kann. Und eben diese Eigenschaften sind es, die TT vorerst noch fehlen.

22.07.2013

"Am Ende isses immer Arbeit."

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