Tzompantli - Temilotzin

Review

Mit „Temilotzin“ stellen TZOMPANTLI die traditionellen Klänge in den Vordergrund, die ihren Death Doom seit jeher begleiten. Auf der zum Indigenous Peoples’ Day erschienenen EP begibt sich das Kollektiv um Brian Itztlakamayeh Ortiz in akustische Gefilde und zeigt eine andere Seite seiner Auseinandersetzung mit der aztekischen Kultur.

Trommeln, Flöten und Gitarren verbinden sich mit beschwörenden Gesängen zu einem berauschenden, stellenweise beinahe schamanistisch anmutenden Klangerlebnis. Die drei Stücke entwickeln eine düstere Atmosphäre, deren Grundton von Nachdenklichkeit und Besinnlichkeit bis zu tiefer Trauer reicht.

Beschwörende Gesänge zwischen Trauer und Erinnerung

Diese Stimmung hat auch einen persönlichen Hintergrund: Ortiz verarbeitete auf „Temilotzin“ unter anderem den Verlust seines Hundes Soprano sowie weiterer Angehöriger und Freunde. Im zweiten Stück „Xolotl“ ist zudem das Bellen eines Hundes zu hören. Der Titel verweist auf eine Gottheit, die in der Mythologie der Nahua mit Hunden und der Unterwelt verbunden ist. Dort galten Hunde als Begleiter der Verstorbenen auf ihrer Reise. Das verleiht dem Stück im Zusammenhang mit der Entstehungsgeschichte der EP eine zusätzliche Tiefe. Der Titel der EP verweist wiederum auf den Krieger und Dichter Temilotzin, der unter anderem für ein Gedicht über Freundschaft bekannt ist.

Die drei exklusiven Stücke verstehen TZOMPANTLI als Vorspiel zu ihrem für 2027 angekündigten dritten Album – als Ruhe vor dem Sturm. „Temilotzin“ klingt zwar ganz anders als der schwere Death Doom, für den die Band bekannt ist. Doch gerade ihre verletzliche und traurige Seite macht die EP in ihren 13 Minuten zu einem bemerkenswerten, beinahe ritualistischen Hörerlebnis. Und wir dürfen gespannt sein, was TZOMPANTLI für den nächsten Longplayer aus ihrem Schädelgestell hervorholen.

29.10.2026

- perfection is the end of everything -

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