Umbra Et Imago - Die Unsterblichen

Review

Galerie mit 16 Bildern: Umbra Et Imago - WGT 2017

UMBRA ET IMAGO werden für ihr neues Werk „Die Unsterblichen“ Abnehmer finden, soviel steht felsenfest. Denn die Band um Sänger Mozart besteht schon seit 1991, was auf eine treue Fanschar schließen lässt. Deshalb war eben das 2010-er Werk „Opus Magnus“ doch nicht das angekündigte Abschiedsalbum und UMBRA ET IMAGO legen doch noch was nach. Jüngst prahlte der Meister der Inszenierung in der Online-Version der Zeitung mit den vier Buchstaben damit, dass er in seinem SM-Studio bereits zahlreichen prominenten Besuchern lustvolle Schmerzen zugefügt habe, von HIM und Dauererektionen war die Rede. Auch textlich wird der Gothic Rock der Band häufig von schlüpfrigem Inhalt begleitet. Und genau hier trennt sich für viele Hörer das Umbra vom Lux.

Denn musikalisch kann man den Karlsruhern nichts vorwerfen, aber auch wirklich gar nichts. 70 Minuten lang gibt es über 13 Stücke verteilt tadellosen Gothic Rock, eingängig, teilweise verspielt oder schleppend anschwellend und immer einprägsam. Hier zeigt sich, dass UMBRA ET IMAGO routiniert sind und sich traumwandlerisch sicher in den Gefilden der schwarzen Musik bewegen. „Wiegenlied eines Vampirchens“ ist herrlich morbide und opulent, in solchen Momenten macht sich die tiefe Stimme von Mozart am besten. Inszeniert wie eine kleine Rockoper, gehört dieser Song sicherlich zum besten, was UMBRA ET IMAGO seit langem geschrieben haben. Der Bass in „Doomsday“ knurrt ordentlich und die Gitarren in „Get Off“ röhren standesgemäß im Duett mit dem nach vorne treibenden Schlagzeug. In solchen Momenten liegen UMBRA ET IMAGO meilenweit vor den meisten sogenannten Gothic-Rock-Bands.

Beim Genuß von „Die Unsterblichen“ fällt es erst nicht ins Gewicht, aber die Texte sollen natürlich auch die Vorlagen für die berüchtigten Liveshows mit viel nackter Haut, imposanten Feuereffekten und sadomasochistischen Showeinlagen bieten. Texte wie „…Sexualität ist unser Gebet, wir sind die Sex-Vampire, sind des Schöpfers wilde Tiere…“ spielen dem Konzept natürlich in die Hände. „Viva Vulva“ ist ein einziger trommelnder Lobgesang auf eben diese („…ich werd‘ dich kosten und göttlich werden, du bist mein Heil im Himmel und auf Erden…“), die lyrischen Kreationen sind hier schon sehr extraordinär. STEEL PANTHER wirken mit ihrem „Gloryhole“ dagegen wie unerfahrene Klosterknaben, tragen aber definitiv die cooleren Spandexhosen. Wer damit kein Problem oder sich sogar davon angesprochen fühlt, der wird auch mit der 15. Platte von UMBRA ET IMAGO schöne Stunden verbringen.

UMBRA ET IMAGO darf man auf keinen Fall in Einzelkomponenten zerlegen, denn hier handelt es sich ganz offensichtlich um ein Gesamtkunstwerk und eine konsequent umgesetzte Lebenseinstellung. Natürlich geht es nicht nur um lustvolle Freuden, in „Radio Song“ schimpfen UMBRA ET IMAGO offensichtlich auf massentaugliche und sinnfreie Dudelei, die uns im Radio geboten wird. Hier entblößt sich schon der ein oder andere Fremdschäm-Reim, denn Mozart versucht krampfhaft auch hier sein Sex-Bingo anzuwenden. Unumstößlich ist, dass UMBRA ET IMAGO eine Ausnahmeband sind, die mit „Die Unsterblichen“ so kreativ agiert, wie schon lange nicht mehr und sicherlich vollkommen berechtigt die Stellung hält… hi, hi ich kann auch schlüpfrig.

UMBRA ET IMAGO live:
13.02.2015  D  Kaiserslautern – Kammgarn
14.02.2015  D  Ingolstadt – Eventhalle Westpark
20.02.2015  D  Leipzig – Anker
21.02.2015  D  Potsdam – Waschhaus Arena
26.02.2015  D  Würzburg – Posthalle
27.02.2015  D  Erfurt – From Hell
28.02.2015  D  Zwickau – Club Seilerstraße

01.01.2015

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