
Soundcheck Januar 2026# 17
Die Österreicher WILDHUNT haben ihr Zweitwerk nach der griechischen Göttin der Wahrheit “Aletheia” benannt. Gemäß dem Wortsinn beschreibt der Begriff das Offenlegen von etwas, das zuvor im Verborgenen lag – was in der Coverabbildung vielschichtig und teils unmissverständlich dargestellt ist.
WILDHUNT gehen vielschichtig zu Werke
Ähnlich vielschichtig gehen die vier Österreicher musikalisch vor: Da wird im instrumentalen Opener “Touching The Ground” feinstes britisches Progressive-Rock-Feeling im Stil von WISHBONE ASH aufgebaut, um im weiteren Verlauf immer metallischer zu Werke zu gehen. Der erste richtige Song “The Holy Pale” fährt dann thrashige Passagen auf, und die im Promozettel vermerkten Querverweise zu alten METALLICA, MEGADETH oder auch KING DIAMOND sind durchaus zutreffend, was durchaus als Kompliment zu verstehen ist.
Man merkt den fünf länglichen Songs (plus ein weiteres Instrumental) die Liebe zum Detail und den Hang zu progressiven Kompositionen an. Vielleicht liegt das ja an der längeren Genese von “Aletheia”, hat es doch eine ganze Dekade gebraucht, um den Nachfolger des Debüts “Descending” an den Start zu bringen. Jedenfalls sind die Arrangements mit sorgsam platzierten Gangshouts, auf den Saiteninstrumenten gezupften Zwischenparts und den gekonnten Gitarrensoli ziemlich ausgefeilt. Und das abschließende „Sole Voyage“ nimmt plötzlich den Umweg über sanften Bossa Nova, um dann wieder im Metal zu landen.
“Aletheia” wandelt auf göttlichen Pfaden
Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass sich nicht alle Passagen dauerhaft im Gehör festsetzen. Dann schon eher der etwas ungewöhnliche, wenngleich nicht unangenehme Gesang von Wolfgang Elwitschger. Wenn Ihr aber die genannten Bands mögt und Euch progressive Arrangements nicht abschrecken, hört auf jeden Fall rein.

Eckart Maronde































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