Wino - Forever Gone

Review

An Scott „Wino“ Weinrich kommt man nur schwer vorbei, wenn man sich tiefer mit dem Genre Doom Metal beschäftigen möchte. Pionierarbeit mit SAINT VITUS und THE OBSESSED, Veredlung bei SPIRIT CARAVAN, THE HIDDEN HAND und SHRINEBUILDER. Immer auch mit einem Fuß im Stoner Rock stehend und einer großen Portion Punk im Herzen, ist sein Solo-Projekt WINO ein Platz, um all seine musikalischen Neigungen auszuleben.

Auf „Forever Gone“ ist es traditioneller Akustik-Rock, wie auch schon auf den Alben „Adrift“ oder den Kollaborationen mit Conny Ochs. Ein gealterter Mann mit bitterer Stimme, eine voll klingende Gitarre – mehr braucht es nicht, oder?

WINO – bittere Stimme und schneidende Saiten

Tatsächlich ist WINO mit „Forever Gone“ ein solides Akustik-Rock-Album gelungen, das viel Americana atmet und allein durch seine Authentizität überzeugt. Der Doom-Sänger bewegt sich irgendwo zwischen Folk, Country und Blues und wirkt dabei so natürlich, als hätte er die Songs schon x-mal an heruntergekommenen Straßenecken oder in verrauchten Bars gespielt.

Diese Faszination nutzt sich jedoch schnell ab und trägt nicht über das gesamte Album. Songs wie das zutiefst traurige „Dead Yesterday“, das mitreißend-klagende „Lavender and Sage“ und das dank des Percussion-Einsatzes treibende „Dark Ravine“ fesseln jeden Zuhörer. Beim Cover des JOY DIVISION-Songs „Isolation“ ist als einziger Song ein komplettes Schlagzeug zu hören. Dennoch fügt sich das Stück nahtlos in das gesamte Album ein, auch wenn es durch seine Vielschichtigkeit den Rest von „Forever Gone“ neben sich verblassen lässt.

„Forever Gone“ – zu monoton?

Denn auf dem Album befinden sich leider auch einige Filler. Irgendwann wirkt die trockene Stimmung dröge, irgendwann wirkt selbst WINOs Stimme monoton. „Forever Gone“ hält einen bittersüßen Moment viel zu lange fest, mit einigen musikalisch wertvollen Ideen, die insgesamt aber zu dünn ausgesät wurden.

Wer bereits „Adrift“ oder die Alben mit Conny Ochs gut fand, wird auch an diesem Werk von WINO seine Freude haben. Außerdem stellt „Forever Gone“ gerade durch seine Bodenständigkeit eine willkommene Alternative zu all jenen Bands und Musikern dar, die sich sonst aus dem Metal-Bereich in dieses Genre verirren, bei lauter Esoterik- und Neofolk-Einflüssen aber meistens den Faden verlieren. Wer dadurch bereits strapazierte Nerven hat, Folk und Americana aber dennoch gerne auflegt, könnte bei WINO endlich finden, was er oder sie sucht.

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03.07.2020

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