Wumpscut - Preferential Tribe

Review

Gut ein einhalb Jahre nach dem letzten Full-Length Album WREATH OF BARBS und drei Jahre nach der Doppel-Best-Of-CD BLUTKIND, gewärt Rudy Ratzinger erneut einen Einblick in seinen Giftschrank. PREFERENTIAL TRIBE nennt sich die neue alte Doppel-CD, deren Titel sich aus den beiden Frühwerken PREFERENTIAL LEGACY und MUSIC FOR A GERMAN TRIBE zusammensetzt. Während PREFERENTIAL LEGACY 1995 als Teil der auf 1001 Exemplare begrenzten BUNKERTOR-Box ausgeliefert wurde, war MUSIC FOR A GERMAN TRIBE lediglich in der EMBRYODEAD-Box zu finden, welche 1997 auf 2525 Kopien limitiert, veröffentlicht wurde. Vor diesen beiden Kapiteln macht CD1 jedoch erst einmal mit zwei neuen Tracks, sowie einigen von Rudy angefertigten Remixen den Anfang. „All Cried Out“, im Original von Alison Moyet, später von den No Angels gecovert, eröffnet den Reigen in Form des allerersten :Wumpscut: Covers und weiss trotz der ungewohnt poppigen Melodiegebung zu gefallen. „Overkill (Death for the Masses)“, neben dem Instrumental „Marta Arnau Marti (Slaughter)“ der einzige wirklich neue Track dieser Veröffentlichung, schlägt dann jedoch wieder bekannte Pfade ein. Die folgenden Remixe hingegen hauen mich ehrlich gesagt nicht aus den Socken, vor allem der bereits in anderen Medien heiss diskutierte „Achtung“-Remix für Der Blutharsch, kommt mir schlichtweg zu platt daher, um Anlass für eine große Diskussion zu bieten. Völlig anders jedoch verhält es sich bei den darauffolgenden acht Tracks von MUSIC FOR A GERMAN TRIBE. „Soylent Grün“, „Schwarzer Tod“, „Krieg“ & Co klingen noch bedrohlicher als bereits in der allseits bekannten, englischsprachigen Fassung und gehören meiner Meinung nach auch heute noch zum Besten, was jemals Rudys Giftschrank verlassen hat. CD2 beginnt mit den 13 Tracks der PREFERENTIAL LEGACY LP, welche übrigens teilweise bereits auf der Erstauflage von BLUTKIND wiederveröffentlicht wurden und man merkt dem Material deutlich an, dass es in den Anfangstagen von :Wumpscut: enstanden ist. Würdig, erneut veröffentlicht zu werden, halte ich lediglich „Pornography“, „Batavion“, „Capitolo Finale“ und „Total War“ – vier von 13 Tracks… Interessanter dürfte da schon das vierte und letzte Kapitel sein, welches als ARTEFACT PEARLS betitelt, einige bislang komplett unveröffentlichte Tracks beinhaltet. Besonders hervorzuheben ist hierbei mit Sicherheit „Crang March“, sowie die Instrumentalversion von „Hang him higher“. Nach über 140 Minuten und 33 Tracks hat auch diese, einmal mehr kunstvoll aufgemachte Doppel-CD ein Ende und so stellt sich resümierend die Frage nach der Notwendigkeit von PREFERNTIAL TRIBE. Als besonders fraglich gestaltet sich im Zuge dieser Wiederveröffentlichung ein Statement, welches seinerzeit in der BUNKERTOR-Box zu lesen war: „Not to be released once again“ hieß es damals. Wenngleich Rudy die Neuauflage dieser Tracks wie folgt begründet, bleibt dennoch ein bitterer Beigeschmack: „MUSIC FOR A GERMAN TRIBE ist nur 1001 mal, PREFERENTIAL LEGACY nur 2525 mal unter’s Volk gemischt worden, über eBay kosten die Teile inzwischen einen dermaßenen Batzen Geld, dass es einfach keinen Sinn macht, entweder a) einen Kleinkredit dafür aufzunehmen, oder b) billige und schlecht gemachte Bootlegs auf CD-R über zweifelhafte andere Quellen zu erhaschen – Daher die Entscheidung, beides für alle frei (und zudem auch noch sehr erschwinglich) zugänglich zu machen: 2CD zum Preis eines normalen Albums.“ Auch wenn diese Maßnahme durchaus zweckmäßig erscheinen mag und der Preis de facto nur bei dem einer regulären CD liegt, so werden all jene, die die Originalveröffentlichungen noch vor kurzem bei eBay & Co erworben haben, sich sicher auf den Schlips getreten fühlen. Alle anderen können aufgrund eben des fairen Preises nun diese Möglichkeit nutzen, um an die raren Tracks zu kommen. Die Erwartungen an die Qualität, vor allem bei PREFERENTIAL LEGACY, sollten jedoch nicht zu hoch angesetzt werden – diese schwankt nämlich von Kapitel zu Kapitel und das für meine Begriffe zu stark.

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14.05.2003

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