Zeus - 07

Review

Ja, würde man allen Klischees Glauben schenken, müssten sämtliche Kiffer-Stoner-Rocker aus Holland stammen. Hat man aber erstmal gecheckt, dass es zumindest in den Coffee Shops der größeren Städte vor allem Touris und weniger die Einheimischen sind, die sich ihre Tüten stopfen, hat sich das auch schon wieder erübrigt. Mit ZEUS hats dann aber doch eine niederländische Truppe in meinen Player geschafft, die zumindest partiell auf Stoner Rock schwört. Eigentlich spielen sie aber mehr einen nicht immer ganz harmonischen Mix aus Doom Rock, Frühneunziger-Grunge und eben Stoner Rock, wobei es wirklich schwierig zu benennen ist, auf was ihr Hauptaugenmerk liegt.

Zu all dem kommt noch, dass die Band ihre Geschichten gerne mit diversen Effekten anreichert, von rein naturbelassener Rockmusik kann also nur bedingt die Rede sein, übertrieben wird aber nicht. Davon zeugen bereits der Opener, der mit seinen straighten Riffs verdammt eingängig geraten ist und noch mehr das grungige Nachfolgestück „Drive On“ mit seinen kleinen, aber wirkungsvollen psychedelischen Spielereien. Richtig geil wirds aber erst im Stoner-Part von „Breeder“, eigentlich einem typischen Song für dieses Genre, inklusive einem trockenen, tiefen Basisriff und einem mächtigen Chorus, wobei der Track auch durch seine Dynamik auffällt. Weniger dynamisch ist das doomige „Ain’t She Lovely“, trotzdem wippt man gerne zum SloMo-Rhythmus mit und der seltsame Refrain hat irgendwie etwas Ironisches. In der Mitte des Albums sammeln sich dann teils gute, teils auch etwas unauffällige Alternative-/Grunge-Tracks, die meist gut grooven und catchy sind und aufgrund der kurzen Spielzeit auch nicht weiter ins Gewicht fallen, insgesamt aber doch etwas deplatziert wirken. Ultradoom bietet dann nochmal „Crazy Calm“, wo sich auch der Gesang dem Genre anpasst und ein abgedrehtes Solo der Nummer das Tüpfelchen auf dem i beschert. Wie kontrastreich „07“ – übrigens das zweite Album von ZEUS – sein kann, zeigt „Man On Fire“ als Vorspiel zu „Crazy Calm“, einer leichtfüßigen, fast schon poppigen Nummer.

Mutig ist es sicher, was uns ZEUS da auftischen, nur es passt meiner Meinung nach nicht so ganz zusammen. Die Songs sind für sich genommen wirklich gut, aber dieses dreigleisige Fahren – na ja, mir ist das einfach ein bisschen zu wirr. Von daher tut mir die Bewertung fast schon etwas leid, denn das Songmaterial an sich ist klasse. Egal – irgendwie ist mir diese Gangart sogar sympathisch. Macht was euch gefällt und zieht euer Ding durch – und damit sind keine Drogen gemeint.

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01.11.2008

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