Brainstorm
Das neue BRAINSTORM-Album ist stärker als es die Single befürchten ließ

Special

Ein Tattoo-Studio im schwäbischen Heidenheim haben sich BRAINSTORM als Veranstaltungsort ausgesucht, um ihr neues Album „Downburst“ erstmals der interessierten Fachpresse vorzustellen. An einem kalten Novemberabend begrüßt die Band ihre Gäste, höflich und gut gelaunt, aber dennoch unter kaum zu verbergender Anspannung stehend. Wie wird die Journalistenschar den jüngsten Streich der vielleicht wichtigsten deutschen Power-Metal-Band aufnehmen?

Brainstorm

Motorengeräusche sind das erste, was aus den Boxen tönt. Diese steigern sich zum Eröffnungsriff von „Falling Spiral Down“, das ein so urtypisches BRAINSTORM-Riff ist, dass die Fans sofort darauf einsteigen dürften. Überraschungen bietet der Song somit kaum, dennoch bildet er einen starken Opener, der von Dezenten Keyboards im Background und einem kurzen, knackigen Solo abgerundet wird.
„Fire Walk With Me“ kennt man bereits als aktuelle Single-Auskopplung. Und obwohl der Song bei hoher Lautstärke auf einer dicken Soundanlage über deutlich mehr Durchschlagskraft verfügt, bleibt es doch ein reichlich durchschnittlicher Titel, der weiterhin nicht zu den Sternstunden der Band zählt.
Anschließend nehmen BRAINSTORM das Tempo etwas zurück und präsentieren „Stained With Sin“ als groovigen Mid-Tempo-Track, der mit ausladenden Melodiebögen Atmosphäre schafft.
Als ziemlich flottes Stück schließt sich „Redemption In Your Eyes“ an, bei dem nicht nur die Rhythmusfraktion hervorragende Arbeit leistet, sondern auch der herrlich akzentuierte Gesang von Andy B. Franck auffällt. Definitiv eines der Highlights auf „Downburst“!
Zurück im Midtempo gibt es mit „End In Sorrow“ ein Stück, das für die Band reichlich untypisch klingt. Hochmelodisch und auf atmosphärischen Sound-Teppichen aufbauend bleibt hier sogar Platz für ein kleines Keyboard-Solo im Mittelteil.
Erneut zieht das Tempo etwas an und BRAINSTORM-typische Gitarrenriffs dominieren „How Do You Feel“, dass das Zeug zur Live-Stimmungsbombe haben dürfte.
Mit „Protect Me From Myself“ ist das obere Ende der Geschwindigkeitsskala erreicht. Die Highspeed-Granate mit treibendem Stakkato-Riffing und langgezogenen Melodiebögen im Refrain bürgt spätestens im genialen Solo-Part für absolute Bang-Garantie.
Es wird wieder langsamer und Keyboard-lastiger. „Surrounding Walls“ verfügt über einen ziemlich markanten Gitarrensound und stimmungsvolle Orchester-Parts. Ein sehr starker Song, der wieder deutlich über das musikalische Standard-Spektrum der Band hinausgeht.
Dagegen geht es mit „Frozen“ zurück zum BRAINSTORM-typischen Up-Tempo-Kracher. Sänger Andy B. Franck zeigt sich von seiner aggressivsten Seite, die ihm ausgesprochen gut zu Gesicht steht.
Als letzter Titel wird das extrem groovige Mitwipp-Stück „All Alone“ zur Diskussion gestellt, das insgesamt von sehr cleanem Gesang dominiert wird und dennoch über reichlich Biss verfügt.

Insgesamt ist das neue BRAINSTORM-Album deutlich besser ausgefallen, als ich nach der wenig berauschenden „Fire Walk With Me“-Single befürchtet hatte. Wie gewohnt weicht die Band kaum von den gängigen Strophe/Refrain-Schemata ab, bringt dadurch aber die Power bestens auf den Punkt, die vielen sogenannten Power-Metal-Bands heutzutage fehlt. Zwar finden sich auf „Downburst“ relativ viele Keyboard-Parts, von seichten Tralala-Gefilden ist man dennoch weit entfernt und unterstreicht gekonnt die düster-aggressive Grundstimmung des Albums.
Gute Arbeit hat auch das Produzenten-Duo Miro und Sascha Paeth im Wolfsburger Gate-Studio geleistet. Der Sound ist bestens abgemischt und differenziert, die exzellente Gitarrenarbeit im Solo- wie auch im Rhythmus-Bereich kommt voll zur Geltung. Für die limitierte Digipack-Version des Albums versprechen die BRAINSTORM-Jungs uns zwei Bonus-Tracks, bei denen es sich um den sanftesten und den härtesten Song der Aufnahme-Session handeln soll.

Nach diesem ersten Hördurchlauf ist die Band sichtlich gespannt auf die Reaktion der anwesenden Journalisten. Und die fällt überwiegend positiv aus, auf die meisten Gesichter hat sich ein breites Grinsen geschlichen. In bester Feierlaune geht es somit per Auto ins benachbarte Bolheim, wo im Obergeschoss eines alten Industriegebäudes der örtliche Biker-Club Quartier bezogen hat.
Nachdem die versammelte Meute sich über das Abendessen hergemacht und die ersten Bierkrüge kreisen lassen hat, folgt ein kurzer Abstecher zum nahegelegenen BRAINSTORM-Probenraum, den die Band erst vor kurzem bezogen und mit alten Backdrops und anderen Devotionalien aus ihrer 20-jährigen Geschichte geschmückt hat. Das besondere Interesse der überwiegend männlichen Gäste gilt dabei natürlich dem großen „Soul Temptation“-Banner mit den extradicken Titten…
Hier haben BRAINSTORM noch eine besondere Überraschung parat: Neu-Bassist Antonio Ieva (FARMER BOYS) wird der Öffentlichkeit erstmals vorgestellt. Einzelheiten zum neuen Bandmitglied und dem neuen Album verrät uns Sänger Andy B. Franck im Interview, das ihr demnächst hier bei Metal.de finden könnt.

Galerie mit 20 Bildern: Brainstorm – Orden Ogan Saloon Showdown, Fort Fun 2019
06.01.2008

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