Brainstorm
So klingt das neue Album

Special

Brainstorm

Am 30. September erscheint „On The Spur Of The Moment“, das neue Album der schwäbischen Heavy/Power-Metal-Band BRAINSTORM. Metal.de hatte Gelegenheit, vorab in das neue Werk reinzuhören. Colin, Daniel und Heiko teilen mit euch ihre Eindrücke.

 

Below The Line

Heiko: Das Album beginnt mit einem kurzen akustischen Intro und nimmt danach Fahrt auf. Auffällig ist der für mich leider etwas klinische und sehr in den Vordergrund gemischte Drumsound, durch den die Gitarren etwas untergehen. Ansonsten ist “Below The Line” eine melodische, im Midtempo angesiedelte Nummer mit Wachstumspotenzial. Der Chorus ist mehrstimmig. Andy singt wie immer großartig. Mit seiner etwas komplexen Struktur vielleicht nicht unbedingt der optimale Opener, aber so umgeht man immerhin geschickt die Gefahr der Vorhersehbarkeit. Gut, aber noch lange nicht der beste Song.

Colin: Der Song täuscht ein wenig. Wer hier bei einmaligem Hören annimmt, ein für BRAINSTORM-Verhältnisse zu sehr in progressive Gefilde vorpreschendes Album zu hören zu bekommen, der irrt. Leicht progressive Gitarrenarbeit hat die Band ja schon seit jeher in ihren Sound integriert. Stimme Heiko daher zu. Nicht der optimale Opener, aber trotzdem ein guter Song.

 

In The Blink Of An Eye

Colin: BRAINSTORM in Reinkultur. Eine tight agierende Rhythmussektion ergänzt sich hervorragend mit der Saitenfraktion, die sich die für BRAINSTORM typischen US-Metal-Riffs abermals gekonnt aus dem Ärmel schüttelt. Im BRAINSTORM-Kontext ist die Nummer interessant und souverän, aber kein Highlight. Die Konkurrenz darf den Song aber trotzdem nur aus weiter Ferne betrachten.

Daniel: In der Tat die wohl “amerikanischste“ Nummer auf dem Album. Zudem walzt das aggressive Drumming alles nieder. Trotzdem verlieren die Jungs nicht das Melodiegespür, für das sie so bekannt sind.

 

Temple Of Stone

Daniel: “Temple Of Stone“ ist eine treibende Up Tempo-Nummer, die mit ihrem leicht tribalartigen Drumming und ihren dunklen Heavy-Riffs zunächst einmal einen kleinen Verweis in Richtung SEPULTURA nach sich zieht. Allerdings gehen BRAINSTORM nicht ganz so chaotisch zu Werke wie ihre südamerikanischen Kollegen, sondern lösen den Song immer wieder in einem leichten Singalong-Refrain und dem klassischen Heavy Metal-Solo auf. So entsteht unterm Strich ein heftiger Nackenbrecher, der sich perfekt für eine wilde Party eignet.

Heiko: Sehr rifflastig und heavy. Gefällt durchaus durch seine enorme Eingängigkeit

 

In These Walls

Colin: Gewagt, gewagt. Der von Piano und Orchestrierungen getragene Refrain nimmt dem Song ein wenig die Power, schafft auf der anderen Seite aber ganz eigene Atmosphäre. Definitiv eines der Highlights auf der neuen Scheibe.

Daniel: Sehr ungewöhnliche Nummer. BRAINSTORM zeigen hier fast schon progressive Ansätze. Gerade der Refrain weist deutlich in die KAMELOT-Ecke. Dennoch ist die Nummer eingängig und weiß zu gefallen. Vielleicht ist das der Weg, den die Band in Zukunft gehen wird?

 

Still Insane

Heiko: Ein etwas schnellerer Rocker mit wie fast immer eingängigem Refrain. Interessante Gitarrenarbeit, vor Allem das fiedlige, dennoch melodische Soli ist erwähnenswert.

Colin: Sehe ich auch so. Ein durchaus gelungener Song, der sich vor den meisten Nummern der BRAINSTOPRM-Historie nicht verstecken braucht.

 

Dark Life

Daniel: Der Titel “Dark Life“ lässt bereits den Schluss zu, dass die Band sich hier einer düsteren Thematik zuwendet. Diese wird von den Musikern gelungen in Szene gesetzt. Vor Allem die auf tiefen Basslinien aufbauenden Strukturen verleihen dem Stück einen düster-mysteriösen Sound, der noch mit durch einen hymnischen Chorus verstärkt wird. Dennoch verzichtet das Quintett auch nicht auf die traditionellen Power Metal-Elemente, sodass es auch hier eine treibende Doublebass und recht melodiöse Gitarrenarbeit zu hören gibt.

Heiko: Hymnisch ist der Chorus zwar tatsächlich, ich finde ihn im Großen und Ganzen allerdings auch etwas unspektakulär. Ansonsten ist das durchaus ein netter Song, der dem Album noch einmal eine andere, düstere Facette verleiht.

 

No Sinner – No Saint

Colin: Ebenfalls eine typische BRAINSTORM-Nummer. Kommt aber durch das aggressive Riffing besser als „In The Blink Of An Eye“. Ein extrem starker, nach vorne peitschender Refrain rundet das Bild ab. Könnte live eine Macht werden.

Daniel: Ein sehr starker Party-Song, der gerade nach dem Genuss der ein oder anderen Kaltschale ordentlich Spaß machen dürfte.

 

Where Your Actions Lead You To Life

Heiko: Dieser Song leitet ein etwas härteres Doppel ein. “Where Your Actions Lead You To Life” ist schnell und heavy, Andy driftet in den Strophen und im Chorus fast schon in thrashige Gefilde ab. Das sorgt für Abwechslung und macht zum Ende hin nochmal ordentlich Dampf. Gelungen.

Colin: Bezüglich des Härtegrades stimme ich da absolut zu, Heiko. Auch die Gitarrenarbeit ist hier, wie bei allen Songs, natürlich klasse. Leider gehen mir die Refrains zu wenig ins Ohr. Dadurch verliert der Song an Wertigkeit, wie ich finde.

 

A Life On Hold

Daniel: Das energiegeladene “A Life On Hold“ ist die vielleicht für BRAINSTORM typischste Nummer auf “On The Spur Of The Moment“. Mit seiner melodiösen, manchmal zweistimmig geführten Gitarrenarbeit und den wummernden Schlagzeug-Beats hätte sie auch auf jedem anderen Album der Band stehen können. Natürlich zeigt auch Sänger Andy B. Franck wieder seinen charakteristischen Gesang. Vor Allem im Refrain wird dabei zudem noch sein außerordentliches Talent überdeutlich. Aber auch die Gitarristen Torsten Ihlefeld und Milan Loncaric zeigen, dass sie zum Besten gehören, was die deutsche Szene zu bieten hat: Sie bauen immer wieder kleinere Details in ihre Arbeit ein, sodass der Song auch nach dem x-ten Durchlauf nicht langweilig wird.

Heiko: Sehr richtig, vermutlich mein Lieblingssong auf dem Album. Ist zwar nur drei Minuten lang und wie erwähnt sehr typisch, aber hier geht so dermaßen die Post ab, dass es eine wahre Freude ist. Genau das will ich von BRAINSTORM hören, melodischer Metal auf hohem Niveau.

 

My Own Hell

Colin: Das Album abschließender, sehr getragener und eine schon beinahe bedrohliche Atmosphäre vermittelnder Song. Sehr abwechslungsreiche Nummer mit einem bärenstarken Refrain, der sich sofort in die Gehörgänge frisst. Optimaler Abschluss für eine erneut sehr starke Scheibe aus dem Hause BRAINSTORM.

Daniel: Der ideale Rausschmeißer für das Album. Mit seiner düsteren Atmosphäre hält er den Hörer auch nach dem Ende der eigentlichen Spieldauer noch gefangen und macht hungrig auf noch mehr.

Galerie mit 20 Bildern: Brainstorm – Orden Ogan Saloon Showdown, Fort Fun 2019
30.08.2011

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