Brainstorm
Listening Session zu "Liquid Monster"

Special

Und der Preis für die originellste Location für eine Listening Session geht an: Metal Blade! Eigens für die Presse-Präsentation des neuen BRAINSTORM Langeisens „Liquid Monster“ hatte das Label den „Tiefen Stollen“ bei Aalen, ein altes, stillgelegtes Bergwerk, das heute nur noch der Besichtigung und speziellen Veranstaltungen dient, angemietet, um dem Nachfolger des überaus erfolgreichen „Soul Temptation“ einen würdigen Rahmen zu bieten. Die Mutmaßungen über die Gründe für die Wahl des Stollens als Austragungsort gingen dabei von „da steht uns ja ein mächtiger Sound bevor“ bis hin zu „damit sich nicht die Nachbarn beschweren wie beim letzten mal“. Sobald die internationale Horde der Schreiberlinge komplett und jeder mit seinem schmucken Schutzhelm bewaffnet war, ging es per Minenbahn (nein, zum Glück keine Draisine!) ca. 400 Meter weit in den Berg, wo uns bereits ein rustikal gestaltetes Catering erwartete. Doch bevor es ans Futter ging, stand uns noch ein anderer Leckerbissen bevor: „Liquid Monster“, das mittlerweile sechste Full Length Album des Schwaben-Fünfers BRAINSTORM, lauerte schon in den Boxen, um den gespannten Ohren der versammelten Journalistenmeute eine Lektion in Sachen POWER Metal zu bieten. Doch lest selbst, ob das Monster Krallen hat.

Brainstorm

Worlds Are Comin‘ Through
Zumindest ist es einmal tonnenschwer! Denn der Opener kommt als wahre Maschine daher und planiert in seinem äußerst heavy Midtempo Schwergewicht alles nieder, was sich ihm in den Weg stellt. Wenig Variation und zelebrierter Minimalismus machen diesen Song zum Paukenschlag!

Inside The Monster
Der Quasi-Titeltrack legt ein paar Brickets nach und entwickelt sich im oberen Midtempo Bereich zum bangkompatiblen Mosher, der mit Sicherheit einigen Chiropraktikern regen Zulauf bescheren wird. Das Monster kommt in Fahrt!

All Those Words
Nach diesen beiden Schwergewichten erreicht das Album mit „All Those Words“ zum ersten mal leichter verdauliche Gestade, wo erstmals offensichtlichere durch Keyboard unterstützte Melodien auftreten. Mit seinem Twin Guitar Solo und dem opernhaften weiblichen Gesang gegen Ende des Tracks beweist „All Those Words“ erste Ohrwurmqualitäten und bildet zurecht die erste Singleauskopplung!

Lifeline
Wie um einem den Anfang des Albums ins Gedächtnis zu rufen, holen BRAINSTORM danach wieder den Vorschlaghammer raus und holzen mit „Lifeline“, einem astreinen harten Uptempo Monster, alles kurz und klein.

Invisible Enemy
Einen Tick langsamer, jedoch nicht minder heavy geht es in „Invisible Enemy“ zur Sache. Zum Chorus hin wird das Tempo etwas gedrosselt, sodass der Eindruck entsteht, das Monster bündele seine Kraft, nur um danach wieder voll loszulegen! Aufgemotzt mit einem coolen Gitarrensolo beschließt der Song die erste Hälfte der Scheibe, bevor mit…

Heavenly
… eine Ballade eine Insel der Ruhe inmitten rauer See bildet. Atmosphärische Keys und Akustikgitarre lassen diesen Song zu einem schönen pathetischen Ohrwurm werden, der im totalen Kontrast zu den bisherigen Songs steht und die Vielseitigkeit der Band und Andys Stimme einmal mehr unter Beweis stellt.

Painside
Schluss mit kuschelweich! Mit „Painside“ steht uns wohl der offizielle Nachfolger zu „The Leading“ vom „Soul Temptation“ Album in Haus, der im melodischen Midtempo und einem ausgedehnten Solo daherkommt. Bisher der wohl traditionellste Song!

Shades And Shadows
Mit treibender Doublebass Massage geht’s weiter im Programm! Dieser Uptempo Track straft viele andere sogenannte Power Metal Combos ab, indem er mal richtig zeigt, was „Power“ bedeutet. Nach den beiden eingängigen Songs „Heavenly“ und „Painside“ wieder ein härterer Song.

Mask Of Life
… stellt sich als flotter Track heraus, der mit offensichtlicheren Melodien und einem sehr ausgedehnten Solo wieder schneller ins Ohr geht. Damit ist „Mask Of Life“ mit Sicherheit einer der eingängigeren Songs auf dem Album.

Even Higher
Der Name ist Programm: ein hohes Tempo legt der Song vor und ballert wieder heftig durch die feuchten Höhlenräume. Wie schon einige Songs in der ersten Hälfte der Scheibe gehört auch „Even Higher“ zu den härteren Kalibern des neuen Materials.

Burns My Soul
Der letzte reguläre Song scheint das Album zusammenzufassen, indem er viele Trademarks der Scheibe noch einmal neu aufrollt: heavy wie der Opener, mit einem atmosphärischen Break wie in den ruhigeren Songs und einem feinen Twin Guitar Solo, beschließt „Burns My Soul“ ein Album, das zurecht das Wort „Monster“ im Titel trägt.

Before The Dawn

Erster präsentierter Bonustrack war ein Cover des JUDAS PRIEST Songs „Before The Dawn“, den die Band als erklärte Priest-Fans mit zauberhafter Akustikgitarre darbietet. Als Bonustrack sicher richtig gewählt, da der Track durch seine Sanftmut im totalen Kontrast zur Heaviness des Albums steht.

Despair To Drown
Der zweite Überzahl-Song war zugleich der schnellste des Tages und somit mein Favorit! Treibende Doublebass und harter Sound gipfeln in einem melodischen Chorus, sodass sich „Despair To Drown“ auch gut als regulärer Track auf dem Album gemacht hätte. Eine absolut hochwertige B-Seite sei euch hiermit also in Aussicht gestellt!

Mit Sicherheit ist „Liquid Monster“ kein allzu leicht verdaulicher Brocken, der gerade durch seine Heaviness und seine Variabilität Großes verspricht, gleichzeitig jedoch wie der Vorgänger „Soul Temptation“ auch entsprechende Beschäftigung mit dem Material fordert. Die Band spricht nicht umsonst vom besten BRAINSTORM Album, das sie bisher aufgenommen hat. Und der erste Eindruck, den „Liquid Monster“ hinterlassen hat, lässt dieses Statement nicht einmal unwahrscheinlich klingen! BRAINSTORM ist ein schöner Mix aus unglaublich forschen Songs und melodischen Ohrwurmstellen gelungen, der sicher keinen Fan enttäuschen wird!

Nachdem sich die angereiste Presse nun einen ersten Eindruck des feuchten Ungeheuers machen konnte, ging es nun mit dem Schienenfahrzeug erst einmal zurück ans Tageslicht, wo sich einige ihrer Notdurft entledigen konnten. Danach ging’s zurück in das Herz des Stollens, wo die Band per Beamer noch die Bonus DVD, die der limitierten Erstauflage beliegen wird, zeigte. Da es sich bei der DVD zu „Soul Temptation“ bereits um einen kompletten Konzertmitschnitt handelte, bekommt man diesmal einen äußerst amüsanten Einblick in das Leben auf Tour, wobei die fünf sympathischen Schwaben auch die eine oder andere Lebensweisheit von sich geben („Quark-cake has Auswirkungen on the Schüssel like an earthquake!“). Nach diesem heiteren Blick hinter die Kulissen und einem traditionell-schwäbischen Imbiss („livercheese and potato salad“) ging es dann alsbald nach Aalen ins Stammlokal der Band, wo noch einige Drinks die Kehle hinunter wanderten und ein sehr amüsanter Tag in ausgelassener Runde sein Ende nahm. Am 4. April erscheint das Album, am 7. März bereits die Vorab-Single „All Those Words“. Bleibt nur zu sagen: Haltet nach „Liquid Monster“ und der im Frühjahr anstehenden Headliner Tour Ausschau!

Galerie mit 20 Bildern: Brainstorm – Orden Ogan Saloon Showdown, Fort Fun 2019
21.01.2005

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