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ULVER – Shadows Of The Sun

„Ich stellte mir eine bunte, plakatartige Gestaltung der Hüllen vor, die Aufschluss über die im Album enthaltene Musik gab“ – so wird Alex Steinweiss, der kürzlich verstorbene Erfinder des Platten-Covers, auf SpiegelOnline zitiert.

Für viele Musikinteressierte ist diese Idee eigentlich ganz selbstverständlich – doch wenn ich mir mal meinen CD-Schrank anschaue, dann ist die Ausbeute an wirklich aussagekräftigen „plakatartigen Gestaltungen der Hüllen“ erschreckend gering. Vielleicht kaufe ich einfach die falschen Alben. Vielleicht fehlt mir die Vorstellungskraft, um die visuelle Gestaltung in ihr klangliches Pendant (oder umgekehrt) zu übersetzen. ULVERs „Shadows Of The Sun“ ist jedoch ein hervorragendes Beispiel, dass Steinweiss‘ Idee auch mit einfachen Mitteln funktioniert – vielleicht sind Cover-Designer also auch nur zu bequem, sich wirklich mit der Musik eines Albums auseinanderzusetzen. Oder ziemlich einfallslos.

Die Ironie daran: Das „Shadows Of The Sun“-Cover wurde nicht einmal speziell für dieses Album entworfen. Genauer stammt es aus der Oktober-Ausgabe des Natural History Magazine, 1978 (genauer lässt sich die Herkunft des Fotos nicht eingrenzen: „© NN. We have tried to find you.“). Offenbar haben Trine Paulsen und Kim Sølve, die beiden verantwortlichen Designer – die des Öfteren ein glückliches Händchen bei der Cover-Gestaltung beweisen – einerseits ihre Fühler sehr weit ausgestreckt, andererseits ein sehr feines Gespür für die Atmosphäre der Musik auf „Shadows Of The Sun“.

Wahrscheinlich sind es gerade das schlichte Motiv und die einfach gehaltenen Farben des Fotos, die es zum idealen visuellen Partner der Klänge ULVERs machen: Es bietet interpretativen und assoziativen Spielraum, die Gelb-, Rot- und Brauntöne finden ihre Entsprechung im Timbre der Instrumentierung, in Krystoffer Ryggs großartiger Stimme. Als Resultat kann ich persönlich von jedem der neun Songs auf „Shadows Of The Sun“ eine konkrete Verbindung zum Cover herstellen. Ich finde die getragene, weite Atmosphäre von „Eos“ genauso wieder wie die Melancholie von „Vigil“, das Fieber von „Let The Children Go“ oder die verlassenen Landschaften „Funebre“s.

Ist das nicht genau die Idee, die Alex Steinweiss zu einem Revolutionär der modernen Musik macht?

Falk Wehmeier

 

 

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07.08.2011

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