A Secret Revealed - The Bleakness

Review

Galerie mit 15 Bildern: A Secret Revealed - Live in Stuttgart 2017

Im April 2012 schrieb ich über die Debüt-EP der Würzburger A SECRET REVEALED: “Wer sich für vielschichtigen und facettenreichen Metal zwischen ALCEST und OMEGA MASSIF begeistern kann, sollte A SECRET REVEALED für die Zukunft auf dem Zettel haben.” Nun, die Zukunft ist jetzt. Präziser gesagt: Die Zukunft heißt “The Bleakness” und ist das erste Full-Length-Release des Fünfers aus Unterfranken.

Stilistisch behält die Platte die post-metallische Ausrichtung des Erstlings bei, der neue Fronter Paul Motz rückt den Sound der Würzburger mit seinen emotionalen, kehligen Vocals allerdings noch ein Stück näher an Formationen wie DEVIL SOLD HIS SOUL und DOYLE AIRENCE heran. Der neue Mann am Mikro agiert dabei mit großer Leidenschaft, wird sich von einigen Kritikern allerdings auch den Vorwurf gefallen lassen müssen, etwas eindimensional zu Werke zu gehen – dennoch: Stil und Stimmfarbe fügen sich gut ins Klangbild ein. Hinzu kommen weiterhin Hardcore- und Black-Metal-Anleihen, die im Gesamtsound jedoch nur gelegentlich zutage treten. Die kühle, aber wuchtige und zeitgemäße Produktion Nikita Kamprads (DER WEG EINER FREIHEIT) setzt die überwiegend im Mid-Tempo angesiedelten Kompositionen dabei bestens in Szene.

“Until Grief Disappears” eröffnet die Platte mit schleppendem Riffing und reduzierten, weitumspannenden Tonfolgen, während sich Frontmann Paul Motz auf fast schon beängstigende Art und Weise die Lungen aus dem Leib brüllt. In der Folge pendelt der Track zwischen post-metallischer Kälte und zaghaft-melodischem Aufbäumen, wobei gelegentlich eingestreute Clean-Passagen und ein rhythmisch geprägter Zwischenpart die Bandbreite erweitern.

Ein starker Auftakt – wenngleich A SECRET REVEALED die wahren Kracher erst im weiteren Verlauf aufbieten: Zu den herausragenden Songs der Scheibe gehören das von rasenden Blastbeat-Attacken durchbrochene “Avoid The Light”, das wunderbar eingängige “To Have A Dream Is To Be Cursed” sowie das epische “Drowning”, welches zunächst zäh und träge aus den Boxen quillt, dann aber immer forscher wird und zu fiesem Kreischgesang – auch Herr Kamprad malträtiert dabei in einigen Parts seine Stimmbänder – und stoisch hämmernden Drums Fahrt aufnimmt. Ein schwelgerisch-erhabener Mittelteil sowie das großartige (Black-Metal-)Finale runden das Stück schließlich ab.

Der wohl stärkste Song der Platte versteckt sich allerdings im letzten Drittel der Tracklist: “Shards” bietet im Vergleich zum übrigen Material zwar nicht die ganz große Abwechslung, reißt aber von Beginn an mit hingebungsvoll vorgetragenen Melodien und eindringlicher Atmosphäre mit. Mit dem melodisch zugänglichen “Lay My Memories To Rest” – einer Neuaufnahme des Titelsongs der Debüt-EP – sowie dem Schlusstrack “The Longest Days”, der mit seinem düsteren Endriff an CULT OF LUNA erinnert, wird die Scheibe schließlich in starker Manier abgeschlossen.

Am Ende haben A SECRET REVEALED mit “The Bleakness” eine überzeugende Post-Metal-Platte vorgelegt, welche die Unterfranken als gereifte und treffsicher agierende Truppe zeigt. Die Band hat die vielversprechenden Ansätze ihres Erstlings konsequent weiterentwickelt und ein stimmiges Gesamtwerk geschaffen, das mit Charakter und Atmosphäre punktet. Gleichzeitig etablieren sich A SECRET REVEALED neben Namen wie DER WEG EINER FREIHEIT und PHANTOM WINTER (sowie deren Vorläufer OMEGA MASSIF) als weiteres Zugpferd der Würzburger Szene.

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26.04.2015

"Am Ende isses immer Arbeit."

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