Benediction - Killing Music

Review

Unglaubliche sieben Jahre hat es gedauert, bis das Death-Metal-Urgestein BENEDICTION wieder mit neuem Stoff in Form der siebten Full-Length “Killing Music” antritt. Aber genau so unglaublich ist die Selbstsicherheit, welche die zwölf neuen Songs ausstrahlen, denn BENEDICTION anno 2008 sind meilenweit von jenen Sinnkrisen entfernt, in welche beinahe jede Death-Metal-Band gefallen war, die schon in den Neunziger-Jahren aktiv war.

Und ich behaupte mal, dass diese lange Pause einfach nötig gewesen ist, um ein Album wie “Killing Music” aufzunehmen. Denn: Jeder Song klingt zu einhundert Prozent nach BENEDICTION. Das bedeutet, dass Experimente diesmal komplett außen vor geblieben sind und die Stücke schlicht die Essenz des Sounds der Briten darstellen. Es gibt wieder massig schreddernde Gitarrenriffs (“Wrath And Regret”, “Dripping With Disgust”) und groovende Passagen in bester “The Grotesque”-Manier (“Controlopolis (Rats In The Mask)”, “They Must Die Screaming”). Zudem wartet die Gitarrenfraktion mit gleichsam rasanten Saitenanschlägen wie bekannt einfacher Griffbrettakrobatik auf (der Opener “The Grey Man”), und Sänger Dave Hunt klingt so wütend und angepisst, als ob ihm seine Bandkollegen das Bier weggenommen hätten. Keine Experimente? Ich würde es eher Rückbesinnung nennen, wenn das Info-Blatt von Punk- und Crust-Einflüssen spricht, und damit sind schnörkellose Riffs wie in “Immaculate Facade” oder “Beg, You Dogs” gemeint. Passend dazu befinden sich auf “Killing Music” mit “Seeing Through My Eyes” und “Largactyl” zwei Coversongs der Punk-Legenden BROKEN BONES und AMEBIX.

Am beeindruckendsten ist aber die Direktheit im Songwriting und damit in der Musik, denn die Gitarristen haben diesmal komplett auf Akustikgitarren, Soli und (bis auf ganz wenige Ausnahmen) auf Leads verzichtet. Ergo: BENEDICTION reduzieren den Death Metal auf das Wesentliche: “Killing Music” ist elementar, hoch energetisch und höllisch groovend. Wer also in den vergangenen zwanzig Jahren irgendwann einmal Gefallen an BENEDICTION gefunden hat, sollte sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen, diese Freundschaft wieder aufzufrischen.

15.08.2008

- Dreaming in Red -

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1 Kommentar zu Benediction - Killing Music

  1. blooddawn sagt:

    das Review umfasst die Scheibe sehr gut.
    Tolles Album!!

    9/10