Byfrost - Of Death

Review

Richtig gute Black Thrash Metal-Bands gibt es heutzutage leider nicht wie Sand am Meer. Zwar versuchen sich immer mal wieder junge Bands recht erfolgreich an dieser Art von Musik (KETZER) und auch einige alteingesessene Truppen liefern regelmäßig ihre Alben ab (TOXIC HOLOCAUST, DESTRÖYER 666), doch ehrlich gesagt ist mir schon sehr lange kein  richtig geniales Album in diesem Genre mehr untergekommen.

Und dafür sorgen auch BYFROST leider nicht. Zwar machten die jungen Norweger anfangs einen sehr guten Eindruck auf mich, insbesondere weil einige ENSLAVED-Mitglieder am letzten Werk des Trios aus Bergen “Black Earth” mitwirkten (Gastauftritt Arve Isdals, von Herbrand Larsen  produziert), was für mich zunächst Beleg für ein gewisses Maß an Qualität war, doch bekannterweise sollte man sich von Namedropping ja sowieso nicht blenden lassen. Dass ich geblendet wurde, kann man so zwar nicht sagen, denn ein gewisses Maß an Qualität lässt sich “Of Death” nicht absprechen, doch etwas mehr hätte ich schon erwartet.

“May The Dead Rise”, “Eye For An Eye” und “Buried Alive” eröffnen das Zweitwerk BYFROSTs noch relativ stark. Fette, düster-kalte, typisch skandinavische Riffs (die ein wenig an schwächere IMMORTAL erinnern) drücken aus den Lautsprechern, versetzt mit einer anständigen Portion rotzig-dreckigem Old School Thrash, garniert mit HeavyHarms’ fiesem Gekeife, das Erinnerungen an IHSAHN (EMPEROR) weckt. Die Stile werden geschickt zu einem stimmigen Ganzen kombiniert, die Arrangements wirken gut durchdacht, BYFROST wissen auf jeden Fall, was sie tun. Allerdings bekommt man schnell den Eindruck, die Norweger kämen einfach nicht so recht aus dem Knick. Es fehlen Aggression und Energie, der Hörer wird auf die Folter gespannt und hingehalten, wartet jedoch vergebens auf den erhofften Wutausbruch.
Einzig beim anschließenden Titeltrack zeigen BYFROST, was sie können, besonders das Refrain-Riff brennt sich ohne Umschweife ins Gehör, weckt allerdings auch Hoffnungen auf mehr, die das Trio leider nicht erfüllen kann. “Full Force Rage” und “Shadow Of Fear” gehen noch einmal recht straight und flott nach vorn, das melancholische, ziemlich langweilige und vor allem langwierige “Sorgh” sowie das finale “All Gods Are Gone” hätten sich BYFROST allerdings wirklich sparen können.

Insgesamt also keinesfalls ein Pflichtkauf, für Die Hard-Genre-Fans aber vielleicht interessant.

04.06.2011

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