Cryptopsy - Blasphemy Made Flesh

Review

Das Debüt von CRYPTOPSY wurde in den Jahren 1997 via Displeased Records und 2001 von Century Media Records (USA) mit dem original Cover (das braune Tape Design) neu aufgelegt, allerdings weder remastered noch anderweitig aufgefrischt.

Geboten haben die Kanadier auf ihrem ursprünglich 1994 veröffentlichten Album brettharten, relativ technischen Brutal Death Metal, der Mitte der 90er so ziemlich alles weg sprengte, was auch nur annähernd den Weg kreuzte und der Konkurrenz in Sachen Geschwindigkeit vor eine große Aufgabe stellte.

Ein, wie auch für spätere CRYPTOPSY-Alben, typisch in den Vordergrund gemixtes Schlagzeug, rasiermesserscharfe Gitarrensalven, bollernde und grummelnde Basslinien und dazu das vollkommen kranke Gegrunze und Gekreische des (im Gegensatz zu späteren Releases) stimmlich noch relativ akzeptablen Lord Worm gaben dem Album das i-Tüpfelchen in puncto Härte und Brutalität.

Songs wie “Defenestration”, “Open Face Surgery” oder auch “Born Headless” waren und sind lange Zeit Inhalt des Live-Programms der Truppe und man muss sagen: Zu recht, denn die Songs haben es in sich. Selbst wenn bereits einige Jahre ins Land gezogen sind, schaffen es CRYPTOPSY immer noch spielend, diesen alten Stücken neues Leben einzuhauchen und sie live als Macht darstehen zu lassen.

Natürlich kann der Sound des Albums mit heutigen, 2008er Verhältnissen nicht mithalten und trotzdem besitzt er einen gewissen Charme, wenn auch einen leicht naiven. CRYPTOSY waren jung und hatten Feuer; sie wollten es wissen. Sie knatterten ihren extremen Stoff einfach raus uns scherten sich einen Teufel um andere Meinungen und ganz besonders um die Konkurrenz.

Besonders hervor stach schon damals Drummer Flo Mounier, der mit seinen hyperschnellen Blastbeats einen wirklich schwindelerregenden Speed vorlegte und sich über die Jahre bis heute in die oberste Liga der technischen Death-Metal-Drummer geprügelt hat. Hut ab vor diesem Wahnsinnstrommler!

Leichte Mängel gibt es meiner Meinung nach an dem stellenweise ungünstig ausgesteuerten Verhältnis der Instrumente zueinander (Gitarren stellenweise zu leise, Drums zu laut…) und eben am Gesang zu verzeichnen, der mitunter lieblos und auch schwachbrüstig klingt. Lord Worm war noch nie der große Vokalakrobat, davon mal abgesehen, aber er hat auf dem Album trotz aller Kritik immerhin bewiesen, dass er in der Lage war, für “Blasphemy Made Flesh” die nötige ordentliche Leistung zu bringen. Natürlich gibt es auch andere Meinungen, die besagen, dass Lord Worm einer der besten Brutalosänger ist; halt die üblichen, kompromisslosen Liebhaber der frühen CRYPTOPSY. Jeder muss letztendlich natürlich für sich abwägen was er mag und selbst entscheiden.

Wie dieses Album geklungen hätte, wenn hier jemand mit einer vielseitigeren und kräftigeren Stimme am Werk gewesen wäre, und/oder wenn hier ein großer, renommierter Produzent der damaligen Zeit (z.B. Scott Burns, einer der Morris-Brüder…) Hand angelegt hätte, wage ich mir kaum vorzustellen. Den wirklich großen Start haben CRYPTOPSY jedenfalls damals verpasst, obwohl “Blasphemy Made Flesh” ein Debüt mit hohem Potential war. Und auch heute noch kämpft die Band um Ansehen, obwohl die Musiker längst bewiesen haben, dass sie mittlerweile zu den Besten gehören…

10.10.2008

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