Cryptopsy - The Book Of Suffering: Tome I

Review

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What you’re about to hear is very disturbing indeed… Wrüüüühhhhhhoooohhhrrrr… tacktacktacktacktacktacktacktacktacktacktacktacktacktacktacktacktacktacktacktacktack!

Endlich wieder ein zünftig-kanadischer Hackbraten. Endlich wieder Flo Mounier beim Hechseln zuhören. Endlich wieder CRYPTOPSY. Wurde auch Zeit – denn zuletzt war es etwas ruhiger um die Band geworden. Im Zuge ihres selbstbetitelten 2012er-Albums entschied sich die Truppe, auf die Zusammenarbeit mit Plattenlabels zu pfeifen und ihre Geschicke selbst in die Hand zu nehmen. Und auch wenn eine jüngst lancierte Crowdfunding-Kampagne zur Finanzierung der neuen EP-Reihe nicht ganz den erhofften Erfolg brachte, steht der erste Teil nun in den Regalen. „The Book Of Suffering: Tome I“ hält dabei, was der martialische Titel verspricht: Die Kanadier haben ihre Pein und ihren Groll in vier brutale, technisch (sowie stilistisch – dazu später) versierte Death-Metal-Stücke gegossen, die höchsten Genre-Ansprüchen genügen. Um eventuell aufkeimenden Lord-Worm-Diskussionen gleich zu Beginn einen Riegel vorzuschieben: Fronter Matt McGachy macht seine Sache mindestens genauso gut, wenn nicht sogar besser. Der Mann blökt und keift wie schon auf dem Vorgänger mit höchstem Einsatz, im Falle der neuen EP sogar mit erstaunlicher Variabilität. Punkt.

Ansonsten wird munter geschabt, gehobelt und gedroschen, wenngleich CRYPTOPSY wie gewohnt nicht durchweg mit dem dicken Beil agieren, sondern hier und da auch zum Filetiermesser greifen, um sich den Details zu widmen. Der Opener „Detritus (The One They Kept)“ sowie das anschließende „The Knife, The Head and What Remains“ sind dabei eher klassisch gefärbte Stücke, die ihren Reiz vor allem aus dem Wechselspiel zwischen Raserei und Groove ziehen. „Halothane Glow“ und das abschließende „Framed By Blood“ hingegen dürften Teile der Fanschar durchaus spalten. Denn erstgenannter Song – übrigens der einzig schwächelnde der Scheibe – verbindet die CRYPTOPSY-typischen Highspeed-Attacken mit rhythmisch-modernen Elementen, während der überraschend melodische Schlusstrack phasenweise durchaus corige Färbung sowie hörbare Melo-Death-Schlagseite besitzt.

Bevor der eine oder andere jetzt hektische Flecken bekommt: Alles ist gut. CRYPTOPSY begeben sich keineswegs auf genrefremdes Glatteis, sondern bieten abermals eine stimmige und ureigene Baller-Mixtur – im Vergleich zu artverwandten Formationen nur eben mit ein wenig mehr Abwechslung und Pfiff. Das übrigens hat ja ohnehin noch niemandem geschadet. Bleibt noch die atemberaubende Gitarrenarbeit Chris Donaldsons sowie die gelungene klangliche Endveredelung durch Jason Suecof (Mix) und Alan Douches (Mastering) zu erwähnen. Und zu hoffen, dass die folgenden Scheibchen eine ähnliche Güteklasse erreichen.

11.11.2015

"Am Ende isses immer Arbeit."

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1 Kommentar zu Cryptopsy - The Book Of Suffering: Tome I

  1. Hugo sagt:

    Mal abgesehen von dem wirklich miesen Cover ist das hier ein abartig geiles Stück Musik. Wie die Typen das immer nur machen. Da kann sich JEDE Deathcore Combo hinter verstecken. Niemand verschachtelt und verfummelt die Songs so wie CRYPTOPSY es tun. Wahnsinnsband. Eine etwas weniger „tote“ Produktion wäre wünschenswert aber man kann ja leider nicht alles haben.