Panphage - Drengskapr

Review

“Drengskapr” ist das zweite Album des schwedischen Ein-Mann-Projekts PANPHAGE, und entweder hat der verantwortliche Alleinunterhalter Fjällbrandt das stilistische Konzept seiner Band seit kurzem krass geändert, oder aber das Internet lügt: Von antikosmischen Texten, Heidentum und musikalischen Ähnlichkeiten zu frühen ARCKANUM ist da die Rede – nichts, was sich nach dem Anhören von “Drengskapr” bestätigen lässt. Zugegeben, die schwedischen Texte versteht der Verfasser dieser Zeilen nicht, insofern kann das hinkommen. Musikalisch spielt der Kopf hinter PANPHAGE auf seinem zweiten Album jedoch mitnichten verschrobenes, antikosmisches Zeug, sondern deutlich vom Viking Metal beeinflussten Melodic Black Metal.

PANPHAGE sorgen mit “Drengskapr” immer wieder für Gänsehaut

Aber stilistische Einordnung hin, stilistische Einordnung her: Was auch immer Fjällbrandt mit PANPHAGE machen will, er macht es auf “Drengskapr” hervorragend. Die melodischen Gitarren surren und flirren und klirren vor Kälte, erinnern dabei viel mehr an ISTAPP und THYRFING denn an ARCKANUM und Konsorten, die Drums treiben ohne zu poltern, der Gesang ist eindringlich und intensiv, vor allem in den spärlich und auf den Punkt eingesetzten halbklaren Gesängen. Besonders letzteres sorgt immer wieder für Gänsehaut, zum Beispiel in “Glam Rider Husen” oder in “Utlagr”. Doch auch schreien kann Mr. Fjällbrandt hervorragend, man höre zum Beispiel das eindringlich gekrächzte “Blodshämnd” im gleichnamigen Rausschmeißer des Albums.

Die Ausnahme, welche die Viking-Metal-Regel bestätigt

Wer hat doch gleich behauptet, Viking Metal sei heutzutage nur noch kitschig und blöd? Achso, das war ich … ups. PANPHAGE ist eben die Ausnahme, welche die Regel bestätigt – zumal die Viking-Elemente auf “Drengskapr” nunmal auch mit einer gehörigen Portion Black Metal gemischt sind. Aber Genre-Schubladen hin oder her, PANPHAGEs zweites Album ist ein richtig ordentliches Stück Musik; es ist melodisch, es ist emotional intensiv, und es weiß mit einigen Höhepunkten die Ohren zu öffnen. Trommelfell, was willst du mehr?

16.11.2016

Textchef.

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