The Gems - Year Of The Snake

Review

Soundcheck März 2026# 13 Galerie mit 24 Bildern: The Gems - Rockharz Open Air 2025

„Walls are coming down, time for change is now!“ Mit der Ansage starten THE GEMS in ihr zweites Album „Year Of The Snake“. Was folgt, ist eine Songkollektion, die den Blick konsequent nach hinten richtet. Im Geiste vor allem der Achtziger gibt es treibenden Uptempo-Hardrock, stampfenden bis hymnischen Midtempo-Hardrock, bluesigen Hardrock und Power-Balladeskes mit Hardrock-Tendenz. Schön gemacht!

Innerhalb des Genres loten THE GEMS also alles zwischen nachdrücklich (oft) und nachdenklich (selten) aus. Prinzipiell heißt es indes bei den Schwedinnen weiterhin resolut: Keine Experimente! Das ist legitim und in unsicherer Zeit mitunter gar lebenswichtig. Wenn Pils nun einmal bereits perfekt ist, ist jede IPA-Pale-Craftbeer-Businesspunk-Mische aus der bunten Dose für 10,50 und mit Brombeere im Abgang mindestens ärgerlich.

„Year Of The Snake“ setzt auf die Nummer Sicher

Wenn auch Album Nummer Zwei konsequent stilistisch alles auf die Nummer Sicher setzt, dann müssen allerdings entweder die Songs herausragen oder die einzelnen Musikerinnen Besonderes leisten, damit die Wette aufgeht. Letzteres gilt bis zu einem gewissen Punkt für Sängerin Guernica Mancini. Die hat zwar keine Stimmfärbung, die außergewöhnlich ist. Aber sie vermag es beeindruckend souverän, dich niveauvoll aufzuputschen („Clout Chaser“) und dich emotional im Herzbereich zu packen („Forgive And Forget“).

Die 14 neuen Stücke ihrer Band liefern hierfür einen unterschiedlich stabilen Rahmen. THE GEMS schreiben einerseits durchweg Songs, die du nicht leiser drehen willst. Und dass ausgerechnet der Slot dieser Band genutzt wird, um sich beim Sommerfestival einmal in drei Tagen respektvoll dem Duschwagen zu nähern, erscheint ebenso als abwegig.

THE GEMS kick out the jams

Die wirklich packenden akustischen Edelsteine sind allerdings auch selten. Das stampfende „Buckle Up“ mit einfachem, einprägsamem Refrain und schönem Solo, die Achtziger-Hymne „Gravity“ mit lässigem „Oh Yeah!“ zum Start und Tommy Johansson (MAJESTICA, Ex-SABATON) als Gast sind vielleicht solche. Oder „Live And Let Go“ mit eleganter Saitenzauberei von Mona Lindgren. Und wer THUNDERMOTHER über dem Tacho und H.E.A.T. Über der Hupe stehen hat, den oder die beflügeln sicher auch noch weitere Werke. Mindestens für die Zielgruppe (und eigentlich auch fürs Protokoll) gilt daher: THE GEMS kick out the jams. Motherfucker.

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06.03.2026

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