Atreyu - The End Is Not The End

Review

Galerie mit 16 Bildern: Atreyu - „The Curse“ 20 + 1 Years Anniversary Tour 2025 in Aschaffenburg

Der erste flüchtige Blick auf das Cover legt eine falsche Fährte: Orange als dominierende Farbe und Gevatter Tod mit Sense – ist das etwa das neue Album einer recht angesagten Blackened-Death-Metal-Band aus Bamberg? Mitnichten. Es ist „The End Is Not The End“ von ATREYU, einer Metalcore-Truppe, die schon seit den späten Neunzigern aktiv ist. Unter den vorab auf YouTube veröffentlichten Videos finden sich Stimmen, die sich über die Rückkehr zu alter Stärke freuen. Ist das „Fan-Sprech“ oder stimmt das? Finden wir es heraus!

ATREYU vertrauen ihrer bewährten Formel

ATREYU gehören zu der Generation von Metalcore-Bands, die vor rund 20 Jahren das Genre maßgeblich mitgestaltet hat. Gold-Alben wie „The Curse“ (2004) oder „Lead Sails Paper Anchor“ (2007) prägen den typischen Sound, der metallische Härte, poppige Melodien und eingängige Refrains zusammenführt. Wie „The End Is Not The End“ zeigt, vertraut die Band weiterhin auf die bewährte Formel.

Eine dezente Verschiebung gibt es dennoch: Die Songs wirken insgesamt direkter und stellenweise härter als zuletzt; gleichzeitig bleibt der Fokus auf großen Hooks und klar strukturierten Refrains erhalten. Besonders im Wechselspiel von Brandon Saller und seinem bassspielenden Kollegen Marc McKnight entsteht ein Spannungsfeld aus melodischem Gesang und raueren Vocals, das Dynamik garantiert.

„The End Is Not The End“ changiert zwischen Wucht und Hook

Direkt nach dem Intro mit einem markerschütternden Schrei setzen „Dead“ und „Break Me“ auf schnell zündende Riffs und Refrains. Das darauffolgende Doppelpack „All For You“ und „Ghost In Me“ zeigt die atmosphärischere und eingängigere Seite der Band, die teils an der Grenze zur klebrigen Süße kratzt. Insbesondere „All For You“ lässt das spitzzüngige Teufelchen im Kopf die Frage stellen, ob hier N*SYNC am Werk sind.

Im weiteren Verlauf hält die Band das gesetzte Niveau: Tracks wie die zweiminütige Dampframme „Ego Death“ oder „Children Of Light“ mit Gastsänger Max Cavalera verbinden Energie mit ausgeprägtem Gespür für Melodien. Dazu finden sich Einflüsse aus dem melodischen Death Metal, die bei „In The Dark“ an IN FLAMES erinnern, und zum Einstieg der Metalcore-Powerballade „Wait My Love, I’ll Be Home Soon“ an das „Langboot-Ruder-Riffing“ von AMON AMARTH. Am Ende von „In The Dark“ ist sogar Platz für ein Saxofon. All das sorgt für eine zusätzliche Würze und macht das Album noch abwechslungsreicher.

Druckvolle Rückbesinnung

Klanglich präsentiert sich das Album druckvoll und modern, ohne steril zu wirken. Die Gitarren stehen im Vordergrund, während die Vocals genügend Raum erhalten, um sowohl Härte als auch Eingängigkeit auszuspielen. Die Produktion unterstützt damit die Balance zwischen Wucht und Wiedererkennungswert.

Unterm Strich ist „The End Is Not The End“ eine konzentrierte Rückbesinnung auf die eigene Kompetenz – mit genug Energie und Präzision, um die eingangs gestellte Frage nach der „alten Stärke“ positiv zu beantworten.

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24.05.2026

From the Underground and Below

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