Fluisteraars - Jacht der Mysteriën

Review

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Zuletzt wechselten sich bei FLUISTERAARS aus den Niederlanden Licht und Schatten ab. Das Ambient-Experiment „Manifestaties Van De Ontworteling“ holte 2024 nur sechs Punkte, während das klassischere „Gegrepen door de Geest der Zielsontluiking“ 2021 noch acht Zähler einfuhr. Wo verorten sich die Niederländer mit ihrem sechsten Studioalbum „Jacht der Mysteriën“?

FLUISTERAARS kehren zum Black Metal zurück

Drei Songs, knapp 45 Minuten und nur wenige Grundideen liefern darauf eine ungewöhnliche Antwort. FLUISTERAARS kehren zum Black Metal zurück, machen es sich dort aber keineswegs bequem. Statt auf Riffvielfalt setzen sie auf die hypnotische Kraft der Wiederholung und erschaffen einen Sog aus intensiver Atmosphäre und subtilen Nuancen.

Konzeptionell dreht sich das Werk um die Suche nach dem Transzendentalen. Inspiration lieferten lokale Legenden über eine Gestalt, die mysteriösen Lichtern in den Wald folgte und nie zurückkehrte. Das Mysterium dient als Leitmotiv: Je näher man ihm kommt, desto schwerer lässt es sich greifen. Auch die Entstehung folgt diesem Gedanken: Erstmals spielte die Band das Material als komplette Live-Besetzung in einem Take ein. Das anschließende Reamping durch den Hohlraum eines verlassenen Wasserturms klingt auf dem Papier nach Black-Metal-Folklore, hinterlässt aber hörbare Spuren. Die Aufnahmen wirken räumlich, organisch und ein wenig entrückt.

„Jacht der Mysteriën“ findet Magie in der Monotonie

Der Opener „Grondeloos Donkere Bossen“ gibt die Marschrichtung vor. Dichte Gitarrenwände wiederholen ihre Muster mit stoischer Konsequenz, während B. Mollemas rauer Gesang darüber schwebt und T. Cochranes Bass ungewöhnlich deutlich hervortritt. Subtile psychedelische Klangflächen verhindern dabei, dass Repetition in Langeweile kippt.

„Condities der Afstraffing“ greift dieses Prinzip auf, setzt in der zweiten Hälfte aber einen wichtigen Kontrapunkt: Das Schlagzeug nimmt sich zurück und öffnet Raum für Introspektion. Solche Pausen braucht das Album, denn die Band reizt ihre Motive bewusst aus. Wer Vielfalt erwartet, findet davon wenig. Besonders das finale „Zwarte Zomermaan“ treibt das Konzept an seine Grenzen: Nach zehn Minuten geht der Song in einen ausgedehnten Ambient-Ausklang über, der zwar zur intendierten Wirkung passt, musikalisch aber kaum Mehrwert bietet.

FLUISTERAARS verlangen Hingabe statt schneller Reize

FLUISTERAARS setzen auf Magie durch Monotonie – und finden sie über weite Strecken. Die Suche nach Hits oder spektakulären Wendungen läuft hier zwangsläufig ins Leere. Wer sich dagegen auf den Rausch einlässt, entdeckt ein dichtes Album, bei dem vermeintlicher Stillstand zur Bewegung wird. Die organische Live-Aufnahme und der eigentümlich räumliche Klang verstärken diese Wirkung und geben „Jacht der Mysteriën“ einen unverwechselbaren Charakter. Nicht jede Wiederholung trägt bis zum Ende und die Ambient-Passage zum Abschluss sorgt für einen Punkt Abzug, doch der hypnotische Sog entfaltet bei voller Hingabe eine bemerkenswerte Intensität.

08.09.2026

From the Underground and Below

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