Fluisteraars - Luwte

Review

Wer Black Metal mit Folk mischen will, der muss ein wahrer Könner sein. Denn die Gefahr, in Kitsch und Rumgetröte zu verfallen, ist bei der Vermengung dieser beiden Genres besonders groß, wie manche ostdeutsche Band eindrucksvoll gezeigt hat. Schön ist aber, dass es solche Könner heute noch gibt: Die Niederländer FLUISTERAARS veröffentlichen nur rund anderthalb Jahre nach ihrem Debüt „Dromers“ ihr zweites Album „Luwte“ und können darauf einmal mehr mit ihrem melodisch-folkigen Black Metal überzeugen.

Die Folk-Anteile auf „Luwte“ agieren aber sowieso eher hintergründig, im Mittelpunkt steht bei FLUISTERAARS melodischer Black Metal der skandinavischen Machart. So treffen klassisch-norwegische Ansätze auf hier mehr, dort weniger schwedisch anmutende Melodieläufe, die Leadgitarre spielt ekstatisch auf, während das getriebene Schlagzeug das rhythmische Grundmuster legt. Hier und dort gesellen sich folkige Anleihen dazu, bleiben aber wie gesagt weit im Hintergrund, am ehesten werden sie in den Texten und Songtiteln sichtbar.

Diese getriebene, melodische Art von Black Metal zelebrieren FLUISTERAARS über vier Songs, wobei die beiden längeren Stücke „De Laatste Verademing“ und „Stille Wateren“ das Herz des Albums darstellen und von den kürzeren „Angstvrees“ und „Alles Dat Niets Omvat“ ergänzt werden. Besonders eindrucksvoll ist dabei, wie das niederländische Trio die melancholische Stimmung einfängt, damit spielt und immer wieder klimatisch auf den Punkt bringt. Damit erinnert „Luwte“ zeitweise an die Brandenburger Könner DRENGSKAPUR, in anderen Momenten an DRUDKH in ihren schnelleren Passagen.

Damit ist FLUISTERAARS zum zweiten Mal ein Album gelungen, das zwischen melodischem Black Metal und Folk agiert, ohne auch nur eine Sekunde Kitsch zuzulassen. „Luwte“ ist ein emotionales und atmosphärisches Werk ohne ein Gramm Fett zuviel – und das ist letztlich der einzige Kritikpunkt. Denn das Zweitwerk der Band hätte mit jenem Gramm Fett noch sehr viel packender ausfallen können, wenn sie es damit etwas abwechslungsreicher und dynamischer gestaltet hätten. So schrubben FLUISTERAARS mit „Luwte“ knapp, ganz knapp am oberen Teil der Wertungsskala vorbei.

25.09.2015

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