
Villagers Of Ioannina City
„Die dystopische Zukunft ist nicht allzu weit entfernt"
Interview
Soundchecksieger im September mit „Venceremos“. VILLAGERS OF IOANNINA CITY aus dem Norden Griechenlands sind mit ihrer dritten Platte nicht nur bei Fans von komplexen Rockmelodien ein ganz heißes Eisen. Wir nutzten die Möglichkeiten Gitarrist und Sänger Alex Karametis einige Fragen zum neuen Album „Venceremos“, der bereits vorab durchgeführten Tour und zukünftiger Planungen zu stellen.

Hallo Alex, danke für deine Zeit. Wie war die Tour für VILLAGERS OF IOANNINA CITY im Frühjahr 2026 durch Deutschland für dich?
Es war großartig. Wir lieben es immer, in Deutschland zu spielen. Es ist eines unserer Lieblingsländer für Konzerte und Touren.
Die Tour im März 2026 hat ein besonderes Feature. Die Tour hieß „Venceremos“. VILLAGERS OF IOANNINA CITY haben vier Songs von der „Venceremos“-Platte gespielt. Nur existierte die Platte noch gar nicht. Kannst du uns erklären, was dazu geführt hat, dass die „Venceremos“-Tour ohne die Veröffentlichung der LP stattgefunden hat?
Wir wollten das Thema old school angehen und touren, bevor das Album veröffentlicht wird. Spaß beiseite, der ursprüngliche Plan war die Platte circa im März 2026 zu veröffentlichen. Die meisten Touren werden normalerweise mehr als ein Jahr in Vorplanung gebucht und organisiert. So war es auch bei unserer „Venceremos“-Tour 2026. In der Zwischenzeit hatten wir einige Rückschläge, die uns zwangen, die Veröffentlichung des Albums zu verschieben. Leider war die Tour bereits gebucht, also haben wir, wie du erwähnt hast, diese Shows vor der Veröffentlichung des Albums gespielt.
Was konnten wir sonst tun? Ich glaube aber nicht, dass die Leute enttäuscht waren. Wir hatten eine großartige Zeit und großartige Konzerte. Die vorherige Tour war schon eine Weile her. Außerdem war es interessant zu sehen, wie die Fans auf die neuen Songs reagierten, als wir die Stücke erstmalig live spielten.
„Venceremos“ hat als Hauptthema eine dystopische Vision der Zukunft. Ist das Album ein Konzeptalbum und bauen die Songs erzählerisch aufeinander auf?
Das Album ist um ein Konzept herum aufgebaut. Es gibt eine chronologische Reihenfolge und einen Zweck hinter der Art, wie die Songs arrangiert sind. Aber es ist nicht wirklich eine Erzählung im traditionellen Sinne. Ich versuche nicht, eine Geschichte wie ein Filmskript zu erzählen. Vielmehr hilft mir das Konzept, in die Denkweise jedes Songs zu kommen und auszudrücken, was ich in mir habe.
Der Begriff „Venceremos“ stammt aus Chile und der Zeit von Salvador Allendes Unidad-Popular-Bewegung Ende der 60er / frühen 70er Jahre. Das Album selbst behandelt eine dystopische Version der Zukunft. Wie passen diese beiden Fakten zusammen?
Das Bedürfnis nach Gerechtigkeit und der Kampf um Freiheit haben über die Jahrhunderte hinweg bestanden und ist heutzutage sogar noch mehr in den Fokus gerückt. Der Kampf für diese Werte wird unser Leben begleiten oder sich sogar noch verschärfen. Die dystopische Zukunft, die ich mir auf dem Album vorstelle, ist nicht allzu weit entfernt von der Welt, in der wir aktuell leben.
„Home“ enthält einige Sprachaufnahmen. Sind die von Salvador Allende? Du hast „Home“ komponiert. Spielen Allende und die Unidad-Popular in den Texten und in der dystopischen Zukunftsvision eine Rolle?
Die gesprochene Passage ist ein Auszug aus dem Gedicht „Our Sun“ des griechischen Dichters George Seferis, geschrieben vor dem Zweiten Weltkrieg. Ich wusste, dass es in „Home“ einen gesprochenen Teil geben musste, aber ich hatte noch nicht entschieden, was es sein sollte oder wer ihn aufführen würde. Ich hatte einfach das Gefühl, dass etwas aus dem Lied herauskommen musste.
Dann, fast plötzlich, kam mir Seferis‘ Stimme in den Sinn. Ich fand die Aufnahme und probierte sie aus. Es war eine sofortige Verbindung zwischen der Musik und der Stimme da. Sowohl der Klang seiner Stimme als auch die Art, wie er genau diese Worte vortrug, waren exakt das, wonach ich gesucht hatte. Seferis Beitrag fühlt sich genau richtig und vollständig an. Ich kann mir dieses Lied ohne diese Worte nicht vorstellen.
Der Titeltrack „Venceremos“ bildet eine Brücke zu „The Clansman“ von IRON MAIDEN. MAIDEN singen: „No, we can’t let them take anymore, We’ve the land of the free…“. Ist der Effekt erwünscht oder Zufall? Inhaltlich passen beide Titel sehr gut zum Thema des Freiheitskampfes.
Als Band haben wir eine große Liebe zu IRON MAIDEN. Als wir diesen Teil einmal gespielt haben, haben wir gemerkt, dass er sehr MAIDEN-typisch klingt. Wir haben uns entschieden, ihn nicht zu ändern, nur weil er die Fans an IRON MAIDEN erinnern könnte. Die Strophe könnte sogar als eine Art Hommage an einer unserer Lieblingsbands verstanden werden.
Auf dem ersten Album „Riza“ gibt es Lieder in griechischer Sprache, wie unter anderem „Ti Kako“. Gibt es Ideen, Lieder wieder in griechischen Texten aufzunehmen?
Wenn ich jemals das Gefühl habe, mich in einem bestimmten Lied in griechischer Sprache ausdrücken zu wollen, mache ich das, so wie ich es in der Vergangenheit getan habe. Aber ich habe im Moment keine griechischsprachigen Lieder in Arbeit. Vielleicht taucht in Zukunft etwas auf, oder vielleicht auch nicht. Die Zeit wird es zeigen.
Fast alle Songs sind sehr abwechslungsreich und laden die Fans dazu ein, den Longplayer Schritt für Schritt zu entdecken. Wie funktioniert das Songwriting bei VILLAGERS OF IOANNINA CITY? Kannst Du uns den Prozess kurz beschreiben?
Ich denke, das ist ähnlich wie bei den meisten Bands. Normalerweise kommt jemand mit ein paar Ideen, einem Riff, einer Grundstruktur, einigen Melodien. Wir improvisieren frei um sie herum, stundenlang oder sogar tagelang. So nehmen die Grundlagen unserer Songs Gestalt an, und nach und nach übernimmt die Inspiration und die Songs entwickeln sich mit der Zeit.
Nachdem die „Venceremos“-Tour bereits ohne „Venceremos“-Album stattfand, stellt sich die Frage, wann VILLAGERS OF IOANNINA CITY mit der „Venceremos“-Platte auf eine „Venceremos“-Tour gehen wird. Gibt es Pläne?
Wir haben eine weitere Europatour für März bis April 2027 geplant und werden auf jeden Fall nach Deutschland kommen, also sehen wir uns bald wieder.
In Griechenland spielt VILLAGERS OF IOANNINA CITY in großen Veranstaltungsorten. Was war euer bisher größtes Headliner-Konzert außerhalb Griechenlands?
Ich bin mir nicht sicher, aber ich denke, einige unserer Shows in Hauptstädten wie Belgrad, Sofia, London, Berlin, Amsterdam und Paris gehörten zu den größten Shows unserer Bandgeschichte.
Nochmals vielen Dank für Deine Zeit und die Informationen – die finalen Worte liegen bei Dir.
Danke für das Gespräch. Wir sehen uns auf Tour.
Galerie mit 24 Bildern: Villagers Of Ioannina City - Hammer Of Doom Festival 2022

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| Band | |
|---|---|
| Stile | Progressive Metal, Progressive Rock, Psychedelic Rock, Stoner Rock |
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Jürgen Fenske
































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