Villagers Of Ioannina City - Venceremos

Review

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Die Bewohner der Wuppertaler City erklären: Wir werden siegen. Nein, die metal.de-Redaktion ist keine Hanf-Anbauplantage, wo Menschen bekifft komische Statements von sich geben. VILLAGERS OF IOANNINA CITY und „Venceremos“: In heimische Gefilde verschoben und übersetzt bedeutet der Bandname Bewohner der Stadt Ioannina, mit circa 100.0000 Menschen auf 480 Höhenmetern.

„Venceremos“ ist ein spanisches, oder besser chilenischer Songtitel. „Venceremos“ wurde von Sergio Ortega für den Wahlkampf von Salvador Allendes Bewegung Unidad-Popular in den frühen 70ern genutzt. DIE TOTEN HOSEN waren mit dem Songtitel bereits in den 90ern als „Venceremos – Wir werden siegen“ unterwegs. Nun nehmen sich die griechischen progressiven Psychedelic-Folk-Rocker VILLAGERS OF IOANNINA CITY diesen Begriff vor.

„Venceremos“ – Wir werden siegen

Wer eine musikalische Geschichtsstunde aus Griechenland erwartet, bekommt seine Erwartungen nicht erfüllt. Es ist ein Konzept hinter den verschiedenen Stücken, aber eine Zukunftsvision bestimmt den Takt. „Venceremos“ spielt in einer dystopischen Welt, geprägt von Illusionen, Kontrolle und Angst. Die Musik entfaltet sich als eine Reise durchs Exil, Widerstand und das Erwachen. „Venceremos“ folgt denen, die sich gegen eine zerbrochene Welt wehren, die die modernen Götter und Könige missachten, um die Freiheit zurückzugewinnen. Der Kern der Platte ist die Suche nach der verlorenen Freiheit. Oder ist die dystopische Vision in Teilen schon real?

Real ist die Musik auf „Venceremos“ und diese hat es mehr als in sich. Bereits der Anfang „Home“ hat eine Laufzeit von knapp zehn Minuten, ist jederzeit hochspannend und packt als Pointe Salvador Allende obendrauf. Einfach anhören und genießen. Viel besser lässt sich progressive Musik und ein Konzept nicht auf eine Platte pressen.

Es gibt ständig neue Dinge zu entdecken, wie zum Beispiel die elektronischen Samples bei „Ghosts In The Sky“, Blast Beats bei „No Fear“ oder eine „The-Clansman“-Bridge beim Titeltrack „Venceremos“. VILLAGERS OF IOANNINA CITY strotzen vor Kreativität und bringen diese gezielt in ihren Stücken unter.

VILLAGERS OF IOANNINA CITY strotzen vor Kreativität

Das klingt verkopft? Der hintere Teil von „Venceremos“ ist verdammt eingängig, fast schon ein Ohrwurm. Die Kunst, anspruchsvoll, aber nicht verkopft zu agieren, beherrschen die Bewohner von Ioannina ebenfalls. Trotzdem setzt die Truppe immer wieder neue Ankerpunkte und lässt seine Hörerschaft nicht los.

Hatte wir schon PINK-FLOYD-Feeling? „Here And Now“ erinnert anfänglich an die psychedelische Phase der britischen Ausnahmeband. Das Quartett bekommt jedoch den Bogen und hält selbst über mehr als elf Minuten die Spannung jederzeit hoch. Bei jedem weiteren Durchlauf gibt es neue Nuancen zu entdecken, die den Finger erneut in Richtung Repeat-Taste gleiten lassen.

„Venceremos“, das Rock-Opus der Neuzeit

In den 70ern und 80ern sind diverse große und ganz große Rock-Platten veröffentlicht worden, die bis heute den Status Klassiker haben. Das geht über Bands wie DEEP PURPLE, LED ZEPPELIN, URIAH HEEP, PINK FLOYD bis zu YES oder GENESIS. Hard Rock, Progressive Rock, Folk Rock und psychedelischer Rock waren die primären Spielwiesen. Diese Spielwiesen vereinen VILLAGERS OF IOANNINA CITY unter einem Dach und verpassen dem Ganzen einen modernen und aktuellen Anstrich.

Nichts von den verschiedenen Einflüssen auf „Venceremos“ ist neu. Aber durch die Art und Weise der Aufbereitung fühlen sich Tracks wie „Here And Now“ oder „Venceremos“ neu und anders an. Es ist die Energie und die Dynamik, die VILLAGERS OF IOANNINA CITY ihren Kompositionen verleiht, die aus der LP ein herausragendes Hörerlebnis werden lässt. Nicht nur für Fans von progressivem Rock heißt es am 18.September 2026 „unbedingt anhören“, bevorzugt auf Vinyl.

11.09.2026

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