
The Ocean
Die Macht des Zufalls
Interview
THE OCEAN haben kürzlich mit „Solaris“ ihr neues Album veröffentlicht. Nachdem mit „Holocene“ die Nomenklatur der Zeitrechnung abgeschlossen worden ist und zudem das bis dahin bestehende Lineup um Robin Staps auseinandergefallen ist, stand die Zukunft der Band einstweilen in den Sternen. Dass es ausgerechnet genau in diese Richtung gehen würde mit einem Konzeptalbum, das klassische Sci Fi-Raumfahrtabenteuer mit historischen Entdeckerberichten auskleidet, während der Geist von Andrei Tarkowski, spezifisch die gleichnamige Romanadaption der Vorlage von Stanislaw Lem, über allem schweben würde, hat sich, wie erstaunlich Vieles bei THE OCEAN, aus einer Aneinanderreihung von Zufällen ergeben. Über das und mehr sprach Staps mit uns im Interview.

Hallo Robin. Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast. Zunächst erstmal natürlich die berühmte Frage: Wie geht es dir aktuell eine Woche, nachdem das Album rausgegangen ist?
Mir geht es ziemlich gut, abgesehen von chronischem Schlafmangel, aber das ist bei mir Normalzustand. Ansonsten geht es mir eigentlich ziemlich gut. Wir hatten eine super Show in Barcelona am Freitag. Es war die erste wirklich richtig geile Show mit dem neuen Lineup, es war sehr wichtig. Es war überhaupt ein großartiges Wochenende. Freitag nach der Show waren wir noch lange aus. Insofern zehre ich noch etwas davon. Mit 46 dauert das, bis man das wegsteckt. Und gestern [Montag, der 28.09., Anm. d. Red.] hatten wir MOURIR im Schokoladen, eine andere Pelagic-Band, und heute Abend sind alte Freunde in der Stadt. Emil Amos und Alex John Hall von der Band GRAILS legen heute [Dienstag, der 29.09., Anm. d. Red.] auf in der Falkensteinstraße. Also diese Woche ist sehr busy, aber ja, wir freuen uns natürlich, dass das Album raus ist und das ist Anlass zum Feiern.
Hattest du nach dem Ende von „Holocene“ und dem Ende der humanen Zeitrechnung, der aktuellen Zeitrichtung, schon das Gefühl gehabt, dass es so in diese Richtung weitergehen würde?
In welche Richtung meinst du jetzt genau?
Quasi in Richtung Weltall, wenn man so möchte.
Ach so, konventionell.
Genau.
Nein, das war mir überhaupt nicht klar. Also „Holocene“ war eigentlich nicht geplant. Das war eher so ein Umwegalbum oder so ein ungewolltes Kind, was halt plötzlich da war. Insofern haben wir das noch quasi in die alte Konzeptreihe reingepresst. Das war eigentlich nicht so gedacht. Aber wie es weitergehen würde, das habe ich tatsächlich erst letztes Jahr alles irgendwie entwickelt, als wir dann angefangen haben, mit dem neuen Lineup am neuen Album zu arbeiten.
Das Album war zu dem Zeitpunkt schon in Grundzügen geschrieben, weil es nämlich zur selben Zeit entstanden ist wie „Holocene“, instrumental und der Gesang und das gesamte Konzept darum ist aber tatsächlich erst letztes Jahr neu entstanden und vorher wusste ich auch überhaupt nicht, in welche Richtung das gehen würde. Gesangtexte und auch die Konzepte, die dahinter stehen, sind meistens das Letzte, was passiert bei THE OCEAN. Ausnahme ist „Pelagial“ gewesen, da war wirklich das Konzept vorher da und das Album wurde quasi mit dem Konzept im Sinne geschrieben. Aber eigentlich sind alle anderen Alben so entstanden, dass immer erst die Musik und dann der Gesang und die Texte im Nachhinein als letztes Glied in der Kette geschrieben worden sind sozusagen.
Habt ihr das schon immer so gemacht? Weil ich erinnere mich, damals bei „Aeolian“ war das, glaube ich, hattet ihr, glaube ich, ein Bataillon von über 10 Gastsängern dabei gehabt.
Ja, das stimmt. Ja, das war, das war aber eigentlich ganz interessant bei „Aeolian“. Ja, weil der Grund dafür war so ein bisschen, dass wir am Anfang ein bisschen Startschwierigkeiten hatten mit dem Gesang, glaube ich, so dass ich das im Nachhinein sehe. Also „Fogdiver“, das erste Album war ja instrumental. Wir hatten zu der Zeit aber eigentlich schon 2 Sänger in der Band und Markus und Nico und vielleicht sogar auch schon Meta, der Dritte, der dann auch noch mit dabei war auf „Fluxion“. Das waren quasi die drei Sänger, die auf „Fluxion“ am Start waren. Und „Aeolian“ ist relativ zur selben Zeit entstanden und für das Album wollte ich gesangsmäßig einfach was ausprobieren. Das war so ein bisschen so das PROBOT-Konzept irgendwie, also einfach auf jedem Track irgendwie einen anderen Sänger meiner Lieblingsbands ranzuholen.
Und das hat dann sogar weitgehend gut geklappt und war als Album eine super spannende Sache, ließ sich natürlich nicht live umsetzen. weil wir konnten die natürlich alle nicht alle mit auf Tour nehmen, aber wir hatten damals auch zwei, ich glaube sogar schon drei Sänger in der Band, die ein relativ breites Spektrum abdecken konnten und live war das dann auch nicht so wichtig, dass halt nicht Sean Ingram oder oder Nate Newton da mit uns auf der Bühne standen. Es wär natürlich geil gewesen, aber das war einfach nicht machbar.
Deswegen haben dann andere Leute die Parts übernommen und insofern war das bei uns damals halt so auch Teil des Gedankens des Kollektivs, was wir damals waren, dass halt man auf Album andere Dinge machen darf als live und dass es dadurch auch live immer ein bisschen anders wird und das fand ich eigentlich gerade spannend damals, dass man halt nicht immer dieselbe Band mit denselben Gesichtern, mit denselben Stimmen zu sehen kriegt, sondern dass es ein gewisses Überraschungsmoment gibt, trotzdem natürlich auch die Konstante der Songs, die wir relativ gleich eigentlich sonst vom Gesang abgesehen dargeboten haben und ich fand das damals sehr spannend und find das auch heute wieder spannend.
Galerie mit 19 Bildern: The Ocean- Summer Breeze Open Air 2024

Mehr zu The Ocean
| Band | |
|---|---|
| Stile | Experimental, Post-Metal, Progressive Metal |
Interessante Alben finden
Auf der Suche nach neuer Mucke? Durchsuche unser Review-Archiv mit aktuell 38787 Reviews und lass Dich inspirieren!
Michael
































Kommentare
Sag Deine Meinung!