Night In Gales - Bitter Harvest

Review

Galerie mit 19 Bildern: Night In Gales - Summer Breeze Open Air 2018

Bei NIGHT IN GALES läuft es seit 2018, denn seit der Veröffentlichung von „The Last Sunsets“ geht es mit der Melodic-Death-Metal-Band nur noch bergauf. Vorbei sind die Jahre, in denen man ewig auf neues Material warten musste. Stattdessen kam die Band aus Nordrhein-Westfalen alle zwei bis drei Jahre mit etwas Neuem um die Ecke – seit 2023 sogar im jährlichen Turnus, wenn man die Neuaufnahme der „Sylphlike“-EP von 2025 mit einrechnet. Nun steht mit „Bitter Harvest“ das nächste Album in den Startlöchern und wir horchen, ob sich der Lauf fortsetzt.

NIGHT IN GALES ernten Bitterkeit

Der Opener „The Great Abyss“ spielt direkt mit zwei Stärken der Band: Gitarrenmelodien und Melancholie. Sänger Christian Müller zeigt sich bei seinen Shouts vielseitig und erinnert einmal mehr an den großen Tomas Lindberg. Generell wirkt der Melodic Death Metal der Gruppe nach wie vor stark von den schwedischen Großmeistern inspiriert.

Im Großen und Ganzen servieren uns die Voerder Kost, wie wir sie kennen und mögen: Mal gibt es mit Double-Bass-Drum auf die Fresse wie in „Emberfield Veil“, mal ist nach einem eher melancholischen Track wie „Hollow Ember“ Zeit für ein akustisches Outro. Wem das zu viel Glut ist, der wird mit einem der anderen Lieder glücklich.

Kleine Farbtupfer wie kurze Streicher-Einlagen werten die Songs auf. Einen richtigen Single-Hit finden wir auf „Bitter Harvest“ zwar nicht, aber auch keine qualitativen Ausreißer. Zudem ist das erneut von Paolo Girardi gemalte Cover ein echter Hingucker.

„Bitter Harvest“ reiht sich in die Releases ab 2018 ein

Mit ihrem neuen Album zeigen NIGHT IN GALES, dass sie noch lange nicht am Ende sind und weiterhin gute Alben veröffentlichen. Wenn man der Band etwas vorwerfen möchte, dann höchstens, dass man nicht auf Anhieb erkennt, ob man nun „The Black Stream“, „Shadowreaper“ oder „Bitter Harvest“ hört, da sich der Stil stark ähnelt. „Never change a running system“ gilt auch hier – und wir stimmen zu, solange die Qualität passt.

06.11.2026

Redakteur für alle Genres, außer Grindcore, und zuständig für das Premieren-Ressort.

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