Chronicle Of Tyrants
Chronicle Of Tyrants

Interview

In Diepholz gibt es keine andere Death-Metal-Band, außer CHRONICLE OF TYRANTS, die von sich also behaupten können, die härteste Band ihrer Heimatstadt zu sein. Aber dass das nicht nur leere Phrasen sind, konnte die Truppe auf ihrer ersten Platte „Nemesis MMIV“ beweisen. Sänger Manu nahm sich die Zeit, um meine Fragen zu beantworten.

Chronicle Of TyrantsWarum habt ihr euch für den Bandnamen Chronicle Of Tyrants entschieden?

Gute Frage, den Grund wissen wir glaub ich selber nicht. Als die Frage nach einem Bandnamen im Raum stand grübelten wir einige Zeit. Irgendwann stand fest, dass „Chronicle“ ein Bestandteil des Namens sein soll. Der Rest ergab sich dann irgendwie, jedoch standen Celtic Frost, trotz der ständigen Verwechslungen der Medien bei unserem Namen, nicht Pate dafür 😉

Eure Debut-Scheibe habt ihr ja kürzlich veröffentlicht. Was war Deine erste Reaktion, als Du die fertige CD in Händen hielst und wie waren bisher die Resonanzen seitens der Presse/Fans?

Meine erste Reaktion? Ich war verdammt froh, dass ich das Ding nu in den Händen hielt, hatte sich doch der ganze Aufnahme und Produktionsprozeß ewig in die Länge gezogen. Wie man dem Albumtitel ja entnehmen kann, war die Veröffentlichung bereits für letztes Jahr geplant.
Die bisherigen Resonanzen waren durchweg positiv. Das Album bekam überall gute bis sehr gute Kritiken, nur ab und an wurde am Sound kritisiert, jedoch denke ich, dass der für eine komplette Eigenproduktion durchaus ok ist.
Bis dato läuft der Verkauf auch recht gut, wenn man sich vor Augen hält, dass wir leider momentan keine Auftritte haben.

Bitte erzähl doch einmal, wie die Aufnahmen zu „Nemesis MMIV“ abgelaufen sind.

Nun ich für meinen Teil war nur einige Male anwesend bei den Aufnahmen, als ich meine Parts eingesungen habe. Der Großteil, sprich Gitarren, Bass und Synthieparts, wurde in Marcos kleinem Heimstudio aufgenommen, wohingegen wir die Vocals und Drums bei Hendrik aufnahmen. Durch ständige Soundprobleme auf Grund von fehlerhaften Einstellungen beim Equipment, mussten viele Spuren immer wieder und wieder neu aufgenommen werden. Somit zog sich das ganze in die Länge. So manches Mal stand Marco glaub ich davor alles hinzuschmeissen, um erstmal eine Auszeit zu nehmen. Jedoch konnten wir ihn davon abhalten und nachdem er dann so langsam den Dreh raus hatte, bei seinem ganzen neuen Spielzeug, liefs dann auch irgendwann rund. Alles in allem dauerte es nun fast 7 Monate, jedoch denke ich, dass es sich gelohnt hat. Sicherlich ist beim nächsten Mal noch mehr drin, aber wir sind momentan zufrieden.

Es kamen ja schon öfters Vergleiche mit Amon Amarth. Wie stehst Du selbst zu dieser Band und stören Dich diese Vergleiche? Habt ihr bei den neuen Stücken extra darauf geachtet, dass man keine Vergleiche mehr ziehen kann?

Die Vergleiche kann ich persönlich und auch der Rest der Band, nicht wirklich nachvollziehen. Carsten z.B. findet Amon Amarth total langweilig. Ich persönlich mag die älteren Sachen lieber. Inzwischen hört sich bei ihnen alles gleich an, bis auf ein bis zwei Highlights pro Platte.
Um auf die Vergleiche nochmal zurückzukommen denke ich, dass man einzig und allein bei „Nothing to Fear“ Parallelen ziehen kann, ansonsten sind wir eher von anderen schwedischen Acts inpiriert.

Marco hat in einem anderen Interview mal gesagt, dass ihr die Texte zu euren Songs von „Mental Decay“ nicht abgedruckt habt, weil sie zu schlecht sein würden. Auch dieses Mal gibt es keine Texte im Booklet. In musikalischer Sicht habt ihr, meiner Meinung nach, einen großen Schritt nach vorne gemacht, da ist das bei den Lyrics doch sicherlich auch so? Oder werdet ihr eure Texte niemals veröffentlichen?

Also die Gründe, dass diesesmal wiederum keine Texte abgedruckt sind, waren zum einem finanzielle, da wir ein umfangreicheres Booklet zum damaligen Zeitpunkt nicht finanzieren konnten. Zum anderen spielen für uns persönlich die Texte nicht so eine große Rolle. Viele andere Bands nutzen Texte um zu kritisieren oder sich Persönliches von der Seele zu reden, um es den Fans mitzuteilen. Dies ist bei uns nicht der Fall. Sicherlich gibt es den ein oder anderen persönlicheren Text, jedoch halte ich es nicht für nötig diese für alle ersichtlich zu machen. Was die Qualität anbelangt, kann ich das schlecht beurteilen, jedoch halte ich es nicht für ausgeschlossen, dass wir die Texte bei zukünftigen Veröffentlichungen auch mal abdrucken.

hr seid ja nun auch erneut auf dem Joining Forces Sampler vertreten, sowie auch auf dem Gentle Carnage Sampler. Es scheint, dass Sampler letzte Zeit wieder beliebter werden. Oder was ist Deine Meinung zu Samplern?

Sampler können eigentlich nur zu Werbezwecken dienen. Heutzutage kauft sich denke ich kaum einer mehr irgendwelche Compilations, da es sicherlich auch andere Möglichkeiten gibt an die Songs zu gelangen. Und wenn es dann auch noch ein Underground Sampler ist, sinkt das Interesse glaube ich noch weiter. Deswegen machen wir auch nur bei Compilations mit, die entweder gratis sind (siehe Gentle Carnage) oder günstig zu erwerben sind. Beim Joining Forces kommt auch noch hinzu, dass er im mp3 Format veröffentlicht wird. Somit wird auch einer großen Menge an Bands pro Veröffentlichung die Möglichkeit gegeben an ein großes Publikum zu kommen.
In naher Zukunft kommen auch noch ein bis zwei weitere Samplerbeiträge, jedoch dazu mehr auf unserer Website, wenn es soweit ist.

Ihr habt ja auch bei der Wacken Metal Battle mitgemacht. Erzähl doch bitte, wie ihr dazu gekommen seid und auch wie der Abend verlief.

Wir hatten eigentlich nur just for fun einen Vorabmix des Albums im Januar an die Verantwortlichen geschickt und dachten eigentlich nicht mit der Soundquali eine Chance zu haben. Umso überraschter waren wir, als dann die positive Antwort kam.
Der Abend selber war auch klasse. Die einzigen negativen Aspekte waren halt, dass komischerweise bei unserem dritten Song die komplette Lichtanlage ausfiel und ich befürchtete, daß sich jetzt irgendwer verzockt, da absolute Finsternis im gesamten Saal herrschte. Dem war dann aber zum Glück nicht so.
Naja und dass wir halt knapp verloren hatten, war halt auch schade, jedoch hatten wir uns nichts vorzuwerfen, da wir alle mit dem Gig mehr als nur zufrieden waren. Anscheinend haben wir halt nicht den Geschmack der Jury getroffen, den des Publikums aber umso mehr, da das fast komplett hinter uns stand. War schon beeindruckend.

Was hat es mit dem „Hidden Track“ auf sich? Und wer ist Tobi? 😉

Hm der Hidden Track ist ne kleine Spielerei. Die Urversion des Songs, ohne die Comic Samples, haben wir bei unserem ersten Gig mal live gezockt, als kleine Grindcore Persiflage.
Das dann nun in dieser Form aufs Album zu packen war Marcos Idee. Er ist begeisterter Anhänger dieser Lava Lava Comics, aus denen die Samples stammen, und bei Tobi handelt sich um einen Kumpel aus Castrop-Rauxel, der uns seit Anfang an unterstützt und Werbung für uns macht. Sollte so gesehen ein kleines Dankeschön sein, zumindest würde ich es jetzt so sehen.

Im Laufe der Zeit habt ihr schon mit so einigen größeren Bands gespielt. Was war für Dich bisher das Highlight?

DISMEMBER. Ich hab mich gefreut wie ein kleines Kind, als das feststand. Insgesamt war der ganze Abend, bis auf den frühzeitigen Konzertabbruch, sehr genial. Hab selten soviel Spass gehabt und die Jungs sind auch mehr als korrekt. Waren aber kaum vom Flipper wegzukriegen. Für mich persönlich zu toppen ist das ganze eigentlich nur noch, wenn wir mal die Möglichkeit haben könnten mit Opeth oder Hypocrisy zu zocken. 😉

Sind bei euch die nächste Zeit weitere Konzerte oder Festivalauftritte geplant?

Leider nein. Das Nächste was feststeht ist am 14.10 in Cloppenburg. Dort werden wir als Support für Fallen Saints und Lay Down Rotten zocken, die eine kleine Tour machen werden. Jedoch steht der Headliner noch nicht fest, da Chaosbreed gecancelt haben und Olli (Fallen Saints) nun noch auf der Suche ist. Also wenn wer Gigangebote hat, meldet euch

Was steht bei euch sonst so an? Habt ihr schon Ideen für das nächste Album und werdet ihr dieses auch wieder komplett in Eigenregie aufnehmen?

Wenn ich alle noch ausstehen Plattenkritiken habe, werden wir wohl mal versuchen auf Labelsuche zu gehen. Vielleicht auch schon mit neuem Material, wenn wir bis dann drei bis vier Songs zu stande bekommen haben.
Ansonsten hoffe ich, dass wir uns mit dem Release einen grösseren Bekanntheitsstatus erarbeiten werden. Alles Weitere wird sich zeigen.

Noch ein paar letzte Worte? 🙂

Schönen Dank an dich Rebecca, für das Interview und an alle, die uns in irgendeiner Weise unterstützt haben. Besucht uns unter www.chronicle-of-tyrants.com oder auf irgendeinem unserer zukünftigen Gigs.

27.06.2005

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