Down
Pepper Keenan im Interview: "Wir liefern immer."

Interview

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Die Nachricht sorgte zu Beginn des Jahres für leuchtende Augen bei zahlreichen Metalheads: Pepper Keenan würde wieder gemeinsam mit CORROSION OF CONFORMITY auf der Bühne stehen. Im März war es dann so weit: Der zottelige Gitarrist betrat in Manchester erstmals seit fast zehn Jahren gemeinsam mit seinen alten Kollegen unter Begeisterungsstürmen die Bühne. Ein großer Augenblick. Auch im Sommer wird Keenan wieder live für CORROSION OF CONFORMITY in die Saiten greifen.

Eine nicht minder bedeutsamer Vorfall ereignete sich seinerzeit auch bei Keenans langjähriger Hauptband DOWN. Denn die stand auf einmal ohne ihren zweiten Gitarristen und Gründungsmitglied Kirk Windstein da. Der wollte sich wieder ausschließlich auf CROWBAR konzentrieren und stieg nach 22 Jahren bei der Institution aus New Orleans aus. Mit Bobby Landgraf (HONKY) wurde kurz darauf ein Ersatzmann präsentiert.

All dies liegt nun einige Zeit zurück, die Wogen haben sich wieder geglättet. Der richtige Zeitpunkt, um noch mal behutsam bei Mr. Keenan anzuklopfen und ihn zu den Vorfällen der jüngeren Vergangenheit zu befragen.


Mit dem Ausstieg von Kirk hat für euch vor einiger Zeit eine neue Ära begonnen. Wie steht es aktuell um die Stimmung in der Band?

Keenan: Die Stimmung ist großartig. Im Falle von DOWN ist es doch so: Die Band ist viel größer und wichtiger als die Summe ihrer einzelnen Mitglieder. Es steckt eine unglaubliche Energie in den Songs, die ist einfach zu stark. Und natürlich entwickeln sich die Dinge manchmal in unterschiedliche Richtungen, Leute steigen aus oder suchen neue Herausforderungen. Aber das wird die Band nicht davon abhalten, weiterzubestehen. Das hier ist etwas Größerers. Ich, Phil und Jimmy werden auch weiter Songs schreiben. Und Bobby (Landgraf) ist ein richtiger Shredder. Wir brauchten jemanden, der ebenso viel Leidenschaft mitbringt wie wir. Und den haben wir gefunden.

Inwiefern hat sich der Kreativprozess nach Kirks Ausstieg verändert?

Ok, hier kommt eines unserer größten Geheimnisse, haha. Patrick (Bruders) war, als er noch bei CROWBAR spielte, überhaupt nicht ins Songwriting involviert. Dabei ist er ein absolut fantastischer Songschreiber. Bei uns bringt er nun eine Menge Ideen ein. Das liegt natürlich auch daran, dass er schon lange ein Fan unserer Musik war und deswegen wusste, wie wir klingen wollen. Und um deine Frage zu beantworten: Es hat sich kaum etwas geändert. Wir sind alle sehr offen, was neue Einflüsse und neuen Input angeht. Das gilt auch für Bobby.

Wie harmoniert das neue Line-up live? Wir fühlen sich die Shows an?

Wir sind ja nun schon eine Weile mit den neuen Jungs unterwegs. Und es fühlt sich großartig an. Alle sind sehr fokussiert, keiner lässt sich hängen. Wir sind eine Einheit auf der Bühne. Und so wird es auch in Zukunft sein. Es ist das, was wir brauchen.

Kannst du nun, mit etwas Abstand, das Stimmungsbild bei euren Fans zusammenfassen – wie haben sie auf die Veränderungen bei DOWN reagiert?

Ich meine, du brauchst dir heute nur irgendeine unserer Liveshows reinziehen. Wir liefern immer. Phils Vocals sind besser denn je, die Band ist tight. Was will man mehr? Und ich habe das Gefühl, dass die Fans das auch registrieren und honorieren.

Im Internet kursiert seit einiger Zeit ein Clip, in dem Phils isolierte Gesangslinien des Songs „Walk“ (vom 1992er Album „Vulgar Display of Power“) zu hören sind. Hat er seine alte Stärke heute wieder zurückerlangt?

Er ist in großartiger Verfassung. Phil ist ein verdammt guter Sänger und Frontmann, er geht jede Show da raus und gibt alles. Ich meine, DOWN ist eine Band ohne großen Schnickschnack. Es ist alles ganz simpel. Phil gibt jeden Abend 100 Prozent, so wie alle anderen auch.

Nicht wenige Leute sprechen DOWN bereits den Status einer Legende zu. Entsteht so auch ein gewisser Druck? Fühlt ihr, dass ihr gewisse Erwartungen erfüllen müsst?

Ich weiß nicht. Wir sind ein Haufen Typen, die es lieben, harte Musik zu spielen. Wir spielen auf großen Bühnen und mit großen Bands. Aber wir haben keine Pyros, Laser oder irgendwelchen Scheiß nötig. Wir sind einfach wir. Wir drehen die Amps auf und gehen raus. Und ich denke, dass die Leute genau das wollen und an uns schätzen. Dass wir eine „reale“ Band sind. Wir wollen live spielen und uns nicht mit irgendwelchen geschäftlichen Dingen abgeben. In diesem Punkt sehen wir es genauso wie jeder Heavy-Metal-Fan. Weil wir in erster Linie selbst Fans sind und immer sein werden. No Bullshit. Haha, letztens habe ich mit Phil darüber gesprochen, ob wir nicht doch mal Pyros verwenden. Aber völlig willkürlich, nicht im Takt, sondern einfach wild in der Gegend herumfeuern. Haha, das wäre doch mal was.


Gab es in den vergangenen Jahren Entwicklungen in der Metalszene, die du kritisch siehst? Und gab es womöglich auch positive Trends?

Keine Ahnung. Schau dich um, haha. Nein, ich weiß es wirklich nicht. Wie gesagt, wir wollen einfach heavy sein, der Rest ist uns ziemlich egal. Was Bands angeht, gibt es in Schweden natürlich ein paar richtig gute Truppen. Ich verteufele auch keine jungen Bands, da sind auch coole dabei. Und auch einige vermeintlich alte Bands sind heute noch Killer. Aber im Endeffekt schauen wir auf uns, wir sind nach wie vor eine Underground-Metalband, die hin und wieder auf einer großen Bühne stehen darf. Das ist alles.

Wie ist der Stand der Dinge, was euren EP-Zyklus anbelangt?

Nun, zwei sind ja bereits erschienen. Jetzt geht es weiter. Wir haben natürlich schon Ideen und ein bisschen herumgespielt. Irgendwann in diesem Jahr wird die Platte erscheinen, das ist sicher.

Im März hast du erstmals wieder mit CORROSION OF CONFORMITY auf der Bühne gestanden und bist seitdem viel mit den Jungs unterwegs.

Ja, das stimmt. Wir hatten schon länger darüber gesprochen, wieder zusammenzukommen. Alle hatten Bock darauf, aus Zeitgründen passierte es dann aber erst im März. Es ist verdammt cool, nach so einer langen Zeit. Wobei, hier und da hatte ich in der Vergangenheit ja schon auf Festivals ein paar Songs mit den Jungs gespielt.

Wird es ein neues Album mit dir und CORROSION OF CONFORMITY geben?

Wir sprechen darüber. Wir werden einfach schauen, was im Studio passiert. Lasst euch überraschen.

10.06.2015

"Am Ende isses immer Arbeit."

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4 Kommentare zu Down - Pepper Keenan im Interview: "Wir liefern immer."

  1. antiWelt sagt:

    „Phils Vocals sind besser denn je“ seh ich um ehrlich zu sein in dem eingebetteten Video nicht, aber was soll er auch anderes sagen.

  2. Anton Kostudis sagt:

    Das Video im Artikel ist von der Show in New Orleans Ende 2013, auf dem Breeze im vergangenen Jahr war Phil im Vergleich wirklich besser drauf – allerdings gibt es davon (noch) keine Pro-Shoot-Aufnahmen. Du und Pepper – ihr habt damit quasi beide recht. 🙂

  3. antiWelt sagt:

    Ah ok danke, das freut mich. 🙂 Wenn man nämlich die Live- Aufnahmen der letzten Jahre mit denen aus den 90ern vergleicht, bekommt man nicht gerade Lust Down live zu sehen. Gerade in den melodischen eher ruhigen Gesangspassagen klingt Phils Stimme sehr angegriffen und heiser.

  4. Anton Kostudis sagt:

    Der Zahn der Zeit (und wer weiß, was noch alles) hat schon etwas an ihm genagt, das ist nicht von der Hand zu weisen. Demnächst spielen die Herren ja ein paar Shows in den USA. Sollte es davon dann Videomaterial geben – wovon auszugehen ist – bin ich gern bereit, Peppers Aussage noch mal auf den Prüfstand zu heben. Lassen wir uns einfach mal überraschen, würde ich sagen.