Legion Of The Damned
"Wir haben kein neues Album geplant."

Interview

LEGION OF THE DAMNED haben sich für ihr neues Album „The Poison Chalice“ wieder viereinhalb Jahre Zeit gelassen, dafür ist es aber auch erneut ein amtlicher Brecher geworden. Wir mussten die Band daher natürlich zum Gespräch bitten, in welchem wir die Hintergründe der Produktion, Liveaktivitäten und mehr angesprochen haben.

Hi und danke für eure Zeit! Ist „Slaves Of The Shadow Realm“ wirklich schon viereinhalb Jahre her? Was waren (neben Corona, wie ich vermute) die Gründe, warum es so lange bis zu einem neuen Album gebraucht hat?

Es ist eigentlich keine seltsam lange Zeit, auch wenn man die Pandemie in Betracht zieht, wo nichts möglich war. Tatsächlich haben wir gar kein neues Album geplant, aber als alles geschlossen wurde und wir keine Shows spielen konnten, wollten wir die Zeit weise nutzen und neues Material schreiben.

Wie wurde „The Poison Chalice“ geschrieben? Gab es Songwriting-Sessions mit allen Mitgliedern oder habt ihr es Stück für Stück über eine längere Zeit geschrieben?

Neue Songs mit LEGION OF THE DAMNED schreiben ist immer eine Kollaboration, das war es schon immer, eine Art Jam-Session. Natürlich bringen manche Leute Ideen mit, aber jeder ist involviert.

Legion Of The Damned - The Poison Chalice

Wie würdet ihr „The Poison Chalice“ mit Blick auf eure letzten Alben charakterisieren?

Es ist brutal, aber das sind alle unsere Alben. Dieses Mal gibt es viel mehr Melodien und Soli, zumindest für LEGION OF THE DAMNED. Das war notwendig für uns, wir können keine Songs wie „Werewolf Corpse“ oder „Legion Of The Damned“ mehr schreiben. Es gibt nun eine gute Balance, wenn wir live spielen, es gibt die simplen Banger wie „Son Of The Jackal“ und melodisch interessantere Songs wie „Doom Priest“ oder Stücke vom neuen Album.

Was sind die Quellen für eure Texte? Wie viel ist Fantasie, wie viel Realität? Wie wichtig sind sie für das allgemeine musikalische Konstrukt?

„The Poison Chalice“ hat zehn Songs mit Lyrics, die bekannte apokalyptische und antireligiöse Themen beinhalten, welche den furiosen Death-Thrash-Metal mit Black-Metal-Elementen begleiten. Die Texte verkörpern die verschiedenen Formen des giftigen Kelchs. Ein Gift, das befreit oder tötet, erleuchtet oder zerstört, ein Segen oder ein Fluch sein kann.

Nichtsdestotrotz sind die Texte in ihrer Natur divers und an ein spezifisches Konzept gebunden. Die zehn Songs haben acht Texte, die von Tony Manero geschrieben wurden und zwei, die von Twan van Geel geschrieben wurden. Wie die Texte konstruiert sind ist sehr wichtig und trägt zum typischen Sound der Band bei.

Wie kamt ihr auf die Idee zum Musikvideo für „Beheading Of The Godhead“? Warum habt ihr den Song als Single ausgewählt?

Das Konzept und die Idee kam von Twan van Geel, der auch die Lyrics zu dem Song geschrieben hat. Wir haben diesen Song ausgewählt, weil er der erste Song war, den wir gemischt aus dem Studio bekommen haben, und er während dem gesamten Prozess in unseren Köpfen herumschwirrte.

Was waren eure Gründe, einen zweiten Gitarristen zu engagieren?

Fabian und der Rest der Band haben gut zusammen funktioniert, und er ist ein erfahrener Gitarrist. Wir konnten ihn nicht als Sessionspieler belassen, dass er die Füße stillhalten und einmal im Jahr für eine weitere Session wieder dazu kommen soll. Es fühlte sich besser an, ihn als festes Mitglied dabei zu haben, also haben wir ihn aufgenommen und mit ihm zusammen neues Material geschrieben. Da er ein guter Gitarrist ist, konnte er andere Ideen mitbringen, was er auch tat.

Ihr spielt keine Clubtour zum Albumrelease aber dafür viele Festivals. Tourt ihr nicht mehr gerne oder ist es derzeit zu schwer geworden?

Beides! Wir sind beschäftigt in unserem Leben, Fabian und ich haben zum Beispiel Kinder, meine sind mit zwei und sechs Jahren noch sehr jung. Ich habe meine eigene Firma und alle Bandmitglieder haben Vollzeitjobs. Es wäre okay, wenn wir zehn bis maximal vierzehn Tage touren würden, aber die meisten Touren sind 21 oder mehr Tage lang.

Außerdem haben sich die Zeiten geändert, wenn es darum geht, mit größeren Bands zu spielen. Damals war es viel einfacher mit BEHEMOTH, SEPULTURA, CANNIBAL CORPSE, KREATOR und CELTIC FROST zu touren, heutzutage ist es schwer mit einer solchen Band auf Tour zu gehen, insbesondere wenn sie eine andere Bookingagentur haben. Außerdem ziehen die Festivals viel Zeit unter der Woche und an den Wochenenden, also ist es schwer, noch einmal zwei, drei Wochen auf Tour zu gehen. Wir schauen mal, vielleicht 2024.

Wenn man OCCULT mitzählt seid ihr über 30 Jahre lang aktiv, selbst LEGION OF THE DAMNED ist nun schon 18 Jahre dabei. Wie viel Feuer habt ihr noch, wie lange wollt ihr noch weiter machen?

Ich habe genau so viel Feuer wie 1990, als ich mit OCCULT begonnen habe, vielleicht sogar mehr. Insbesondere als wir das neue Album begonnen haben aufzunehmen, den neuen Mix des Albums gehört haben, da waren wir alle sehr aufgeregt, die Songs live zu spielen. Ja, viele aus meiner Familie und enge Freunde fragen mich dauernd, wie lange ich das noch machen werde. Ich werde dieses Jahr 50. Solange meine Gesundheit okay ist und wir viele nette Dinge machen können, werden wir es weiter machen.

Aber unser Schlagzeuger hat eine Brasilianerin geheiratet und er plant, in ein paar Jahren nach Brasilien zu ziehen. Das könnte in vier Jahren sein, es könnten auch zehn werden. Aber weißt du, wenn das passiert, werden wir weitersehen.

Danke für eure Zeit und die letzten Worte gehören euch!

Danke für deine Zeit und dass wir bei metal.de sein dürfen. Respekt!

Galerie mit 13 Bildern: Legion Of The Damned - Bastard Club Osnabrück 2023
Quelle: Legion Of The Damned
09.06.2023

Redakteur für alle Genres, außer Grindcore, und zuständig für das Premieren-Ressort.

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