Running Wild
Interview mit Rolf Kasparek zu "Shadowmaker"

Interview

Running Wild

Nach den durchwachsenen Alben “The Brotherhood” und “Rogues En Vogue” hatte es den Anschein, dass bei RUNNING WILD langsam aber sicher die Luft raus ist. Die von Frontmann Rolf Kasparek verkündete Auflösung der Band 2009 kam daher für wenige wirklich überraschend. Überraschend war hingegen, dass Rolf 2011 die Reunion der Band ankündigte und mit “Shadowmaker” nun das Produkt dieser Reunion vorliegt. Wir haben uns Rolf für ein paar Fragen ans Telefon geholt und mit ihm die Hintergründe zum neuen Album beleuchtet.

 

Hallo Rolf, wie geht’s Dir? Du hast doch bestimmt schon einen Interviewmarathon hinter Dir.

Ja. Das ist immer dann besonders geil, wenn ich anrufe und die Leute mich dann fragen: “Jetzt? Ich habe doch erst um 20.30h den Termin.” “Nee, ich höre um 20h mit Interviews auf.” Hahaha…ansonsten ist aber alles ziemlich locker. Ich habe das zeitlich begrenzt und mache nicht mehr als sechs Interviews am Tag. Früher war das mal anders. Da hatte ich locker um die fünfzehn Interviewsessions pro Tag. Irgendwann wirst Du da bekloppt und redest nur noch Müll.

Kann ich verstehen. Dann lass uns mal loslegen. Wie lange hast Du an der Platte gearbeitet?

Oh, das ist ganz schwer zu sagen. Ursprünglich wollten wir das Material von den alten Platten, die nicht mehr auf dem Markt sind neu aufnehmen, im Rahmen dieser Best-Of-Geschichte. Dazu wollten wir eigentlich ein paar neue Stücke als Bonustracks hinzunehmen. Dann habe ich aber gesagt, Bonustracks? Ok, vier Songs. Ich habe dann angefangen zu schreiben. Der erste Titel, den ich in diesem Zusammenhang geschrieben habe, war “Piece Of The Action”. Den habe ich in zehn Minuten geschrieben. Der Song der am längsten gedauert hat, war, denke ich, “Dracula”. Da wollte ich mir für das Arrangement drei, vier Tage Zeit nehmen, hatte es aber in zwei Stunden stehen. Für die anderen Stücke habe ich jeweils ungefähr eine halbe Stunde.
Der Aufnahmeprozess hat natürlich etwas länger gedauert, da ich ja parallel auch in Verhandlungen mit verschiedenen Firmen bezüglich dieser Best-Of-Platte war. Das hat sich dann aber sehr schnell gewandelt und ich habe gesagt, vier Songs sind eine halbe Platte. Da kann ich auch eine ganze schreiben. Zumal die Songs, die ich da schrieb auch zu stark waren, um sie nur als Bonustracks zu verwenden. Ich habe dann auch gesagt, ich kann nicht so lange Songs schreiben, bis dabei welche heraus kommen, die nicht stark genug für ein Album sind. Das ist so die Hintergrundgeschichte dabei. Angefangen aufzunehmen haben wir im September, glaube ich. Komplett fertig waren wir dann im Januar.

Das ist ja dann relativ fix gelaufen…

…ja, und es war ja auch alles spontan. Wie gesagt, wirklich geplant war es nicht ein Album zu machen. Wenn Du mich ein halbes Jahr vorher gefragt hättest, hätte ich gesagt, ich mache doch kein neues RUNNING WILD-Album. Der ausschlaggebende Grund war eben, dass dieses Spontane wieder da war und ich gemerkt habe, dass ich Songs wieder so schreiben kann, wie ich es früher gemacht habe. Wenn ich so zurück blicke, die meisten Klassiker wie “Under Jolly Roger”, “Riding The Storm”, “Bad To The Bone”, etc. sind alle so in ungefähr einer halben Stunde entstanden. Also der reine Schreibprozess. Da kommt dann noch ein wenig Zeit für den Text dazu, aber sonst war es das eigentlich.

Die Frage ist halt, wie wichtig Dir die Spontanität ist und was für Dich einen guten Song ausmacht. Heißt das im Umkehrschluss, dass Du bei einem Song, für den Du länger beim Komponieren brauchst, automatisch ein schlechteres Gefühl hast? Ich frage das explizit, weil Du ja schon bei der Listening-Session herausgestellt hast, dass Dir Spontanität sehr wichtig ist.

Nee, es ist bei diesem Album so gewesen. Wenn man jetzt einen Song wie “Genesis (The Making And The Fall Of Man)” von der “Black Hand Inn” beispielsweise nimmt, den kannst Du nicht spontan machen, der ist sechzehn Minuten lang. Da arbeitest Du schon einen Monat dran. Es gibt natürlich auch Songs, die durch das daran herum feilen gut werden, wie “Treasure Island” zum Beispiel. Auf der anderen Seite gibt es auch Songs, wie “Conquistadores”, da war die Idee da, ich habe ein wenig daran herum gefeilt und nach einer halben Stunde war der Song fertig.
Bei “Shadowmaker” war es mir hingegen wichtig das alles spontan und frisch klingt, denn die Entscheidung ein neues Album zu machen war es ja auch. Insofern musste das Album das für mich auch widerspiegeln. Es war auch kein intellektueller Prozess, sondern es kam einfach so aus mir raus. Deshalb habe ich mir auch keine Gedanken darüber gemacht, ob hier noch ein schneller Song oder dort noch ein Part auf die Platte muss. Die Ideen kamen einfach und sind zu Songs geworden. Lediglich die Idee zu “Sailing Fire” habe ich schon etwas länger hier liegen gehabt.

“Sailing Fire” ist ein gutes Stichwort. Nummern wie eben “Sailing Fire”, “Shadowmaker” oder auch “I Am Who I Am” sind die prägnanten Songs auf der Platte, die das alte RUNNING WILD-Feeling transportieren. Auf der anderen Seite sind meiner Meinung nach auch viele Songs auf der Platte, denen man anhört, dass sie besser noch ein wenig liegen geblieben wären. Hier ist das beste Beispiel sicherlich “Dracula”. Wenn Du hier einen großen Refrain wie in eben “Genesis…” eingebaut hättest, wäre das Stück eine Spitzennummer.

Die Frage ist natürlich immer, ob man das will. In dem Fall wollte ich das nicht. Der Song hat ja auch keinen Chor und ist so geschrieben, als ob er vorgetragen wird. Das war aber auch von vornherein meine Intention. Ich wusste von vornherein, dass ich bei diesem Song auch keinen Mitgrölrefrain haben will, zumal davon schon genug auf der Platte sind. Aber Musik ist natürlich auch immer Geschmackssache, da sind wir uns ja sicherlich einig. Ich sehe im Moment die Reaktionen auf das Album und ich hatte auch schon dutzende Reaktionen auf das Album. Auch direkte Reaktionen durch die ganzen Interviews, aber dass das Album zu spontan ist, höre ich heute zum ersten Mal.

Es wird immer so sein, dass du niemals erreichen wirst, dass alle ein Album das du machst mögen. Selbst Fans der Band gefällt nicht immer alles, was man macht. Es gibt zum Beispiel auch heute noch viele Leute, die schwören auf die “Black Hand Inn”. Die sagen, das ist das Album. Das ist der Klassiker von RUNNING WILD. Das muss ich als Musiker natürlich von der anderen Seite sehen, da ich ja die Hintergründe kenne und deshalb weiß, dass die “Black Hand Inn” das am schlechtesten verkaufte RUNNING WILD-Album ist. Ich kann aber durchaus verstehen, wenn jemand sagt das Album ist für mich aber wichtig. Ist es für mich ja auch. Ich habe sehr viel Herzblut in die Scheibe gesteckt und liebe das Material immer noch. Letztlich ist das aber auch eine Frage der Gewichtung.

Ja, das kenne ich. Manchmal wollen die Leute einen Song, den man schon eine gefühlte Ewigkeit live spielt dann so auf der Platte haben, wie sie ihn kennen. Wenn man dann im Studio Veränderungen, egal in welchem Umfang, vornimmt, ist das Geschrei dann hinterher immer groß.

Das ist eben immer ein zweischneidiges Schwert. Da muss man einfach lernen mit umzugehen. Man kann es nie jedem Recht machen. Da wird auch nie funktionieren. Man kann immer auf sein Herz hören, das ist das Wichtigste. Ich habe mir im Laufe der Jahre auch abgewöhnt überhaupt auf Kritik zu hören. Kritik nehme ich eigentlich nur von Leuten an, die mir am Herzen liegen und denen ich am Herzen liege, sprich meinen Freunde. Bei denen kenne ich die Motivation, die dahinter steckt. Bei anderen Leuten kannst du das nicht beurteilen, weil man sich nicht gut kennt oder auch zum ersten Mal miteinander spricht. Deshalb muss jeder Künstler egoistisch sein und sich sagen ich muss erst einmal zufrieden sein und mich selbst wohl fühlen. Dann kommen erst die Anderen.

Das ist logisch. Du hast viel Arbeit in die Platte gesteckt und es ist auch nicht in Deinem Interesse ein schlechtes Album zu veröffentlichen.

Nee, da habe ich auch kein Interesse dran, hahaha. Bei der letzten Platte “Rogues En Vogue” habe ich auch mein Bestes gegeben, aber der Schreibprozess war für mich irre schwierig. Wenn ich jetzt darauf zurück blicke, war das schon so eine Sache, dass ich ausgebrannt war. Das habe ich in der Situation aber nicht wahr genommen. Ich bin eine Kämpfernatur und wenn ich mir etwas vorgenommen habe, dann tue ich das. Auch, wenn es zehnmal so hart ist, wie es eigentlich sein sollte, ich tue es trotzdem. DA höre ich dann wenig auf die Stimme im Hintergrund, sozusagen. Ich habe mich dann da durch gekämpft und aus heutiger Sicht war das eine Sache, bei der nicht mehr drin war für mich. Das war auch der Grund, warum ich RUNNING WILD beendet habe. Ich habe gemerkt, dass sich das Ganze nicht mehr richtig für mich anfühlt.

Das hatte jetzt aber nichts mit dem Druck zu tun, der durch die bekannten Floskeln, dass RUNNING WILD immer nur RUNNING WILD spielen und sich die Songs auf den Alben zu sehr ähneln zu tun? Also Kritik, die Du dir eigentlich nicht mehr annehmen wolltest.

Ich habe zu dem Zeitpunkt schon länger gesagt, dass ich Kritik selektiere und auch nur von Leuten annehme, die ich kenne. Diese Art der öffentlichen Kritik war aber nicht der Grund, sondern die Schreibblockade im Sinne von da kommen nicht mehr genug gute Ideen. Ich musste auch viele Ideen wegschmeißen, weil sie nicht gut genug für ein Album waren. Das war für mich der eigentliche Grund und nicht die Kritik, die da teilweise hochkam und auch ziemlich hanebüchen war. Wenn man beispielsweise Kritiken nur noch über den Drumsound schreibt und jemand, der das liest nicht einmal weiß, welche Songs auf dem Album sind, dann ist das schon ein bisschen hanebüchen. Das ist dann wirklich am Ziel vorbei.

Es gibt ja viele Leute, die Dir eben unterstellen, bzw. vorwerfen, dass Du überhaupt nicht kritikfähig bist und die sich durch beispielsweise den Drumsound der neuen Platte abermals bestätigt fühlen. Wie gehst Du auf solche Leute zu?

Naja, Samples benutzen ja irgendwie alle, es sei denn man will einen schlechten Drumsound haben, hahaha. Das Problem ist aber natürlich, wenn da aus gewissen Kreisen kommt “Der Rolf ist nicht kritikfähig”, ist das eigentlich ein selten falscher Ausdruck. Denn das und “Scheiße, der Rolf macht nicht, was wir wollen” sind zwei völlig verschiedene Dinge, weil kritikfähig war ich schon immer. Ich bin und war auch schon immer sehr teamfähig. Auch die Produktion von “Shadowmaker” ist in einem Team entstanden. Bei der letzten Platte war das aber nicht so. Da musste ich alles selber machen. Das war nicht anders machbar. Bei dieser Platte bin ich der Produzent und ich habe eine Produktionsassistenz, die mir Sachen wie Logistik und nimmt mir alle Sachen ab, die mich von ablenken würde von dem, was ich da eigentlich tue, nämlich Musik. Dann habe ich zwei Toningenieure von denen einer der PJ (Peter Jordan, Git.) ist, der auch live für mich Gitarre spielt. Der ist selbst Produzent und hat zum Beispiel die Bearbeitung der aufgenommen Chöre übernommen. Das war für mich eine ungeheure Erleichterung und ich konnte mich darauf konzentrieren, was ich als Musiker mache und es war einfacher so den Überblick über alles zu behalten. Zumal wir auch in mehreren Studios gearbeitet haben.
Insofern ist Kritik so eine Sache. Es kommt ja immer darauf an, wie Du Kritik auslegst. Wenn du jemanden kritisierst, derjenige nimmt das an und sagt “Ok, dir gefällt das nicht. Das ist ja auch in Ordnung” und er macht das auf der nächsten Platte genauso, dann ist es immer leicht zu sagen der ist kritikunfähig. Oder aber, er tut nur nicht was dir gefällt. Es kommt aber immer auf die Betrachtungsweise an. Bei manchen Leuten habe ich einfach den Eindruck, dass die ein wenig profilneurotisch unterwegs sind.

In dem Kontext könnte man den Spieß auch umdrehen und sagen, dass Du mit “Shadowmaker” einen mutigen Schritt nach vorne gegangen bist, weil Du die Kritiken, die äußern, dass “Shadowmaker” kein typisches RUNNING WILD-Album ist, an dir abprallen lässt und nur das machst, was Dir gefällt.

Man muss es ja auch einmal so sehen, dass es immer Animositäten gibt, die da im Raum stehen. Menschen sind nun mal Menschen und man ist sich ja auch manchmal sympathisch und manchmal auch nicht. Es gibt da auch durchaus Leute, denen egal ist, welche Platte ich mache. Die wird ihnen nicht gefallen. Das ist eben eine Sache, die mit meiner Person schon lange nichts mehr zu tun hat und deshalb nehme ich schon lange nicht mehr jede Kritik an. Wenn du nur auf die Kritiken der Leute hörst, kann es dir irgendwann passieren, dass du dann nur noch Dienstleiter bist und bei einigen Bands im Metal-Bereich – ich werde jetzt keine Namen nennen – habe ich das Gefühl, dass genau das gerade passiert. Das kann ja nicht der Sinn der Sache sein, denn ein Künstler soll ja auch eine Vision haben und diese auch umsetzen. In den achtziger Jahren hatte ja wirklich jede Band ihren eigenen Sound, da konnte man nicht nur an den Gitarren, sondern auch am Bass und dem Klang des Schlagzeugs sofort erkennen wer das ist. Heute hingegen habe ich das Gefühl, das sich ziemlich viele Platten zu gleichförmig anhören.

Da gebe ich Dir völlig Recht. Mir fehlt bei vielen Bands heutzutage in Sachen Sound ein bisschen die Individualität. Das ist aber ein genreübergreifendes Phänomen. Im schlimmsten Fall kommen dann noch offensichtliche musikalische Parallelen hinzu. Da braucht man dann doch eigentlich keine Musik mehr zu machen.

Ja, das sehe ich auch so. Ich finde es beispielsweise auch viel interessanter, wenn beispielsweise ein Künstler kommt und sagt, dass er von RUNNING WILD beeinflusst wurde, mit seiner Band aber dennoch ganz anders klingt. Von daher fand’ ich damals auch die Idee mit den Tribute-Samplern total spannend. Bestes Beispiel hierfür ist sicherlich der Sänger von den DONOTS, der sagt, er ist mit RUNNING WILD aufgewachsen und hat nur wegen der Band angefangen zu singen. Deshalb haben die auch “Bad To The Bone” gecovert und sowas finde ich viel spannender. Was den Einfluss von RUNNING WILD angeht, würde das sicherlich auch der Graf von UNHEILIG für sich beanspruchen. Der war mit 13 der Schlagzeugschüler von AC (ex-Drummer, d.Verf.) und hat dann auch die Vorbereitung für die “Blazon Stone”-Tour und abends dann auch eine Show im Hamburger Docks sehen dürfen, das hat ihn so nachhaltig beeinflusst, dass er – auch wenn er ganz andere Musik macht – sich immer für RUNNING WILD interessiert hat. Das finde ich halt interessant, wenn jemand solche Einflüsse nimmt und dann etwas ganz eigenes daraus entwickelt.

Running Wild

Lass uns nochmal auf Deine Teamfähigkeit zu sprechen kommen, ja? Das wirkt nach außen hin schon lange nicht mehr so, da Du ja seit einer gefühlten Ewigkeit immer wieder neue Musiker unter dem Banner RUNNING WILD firmierst. Das hat eher den Charakter eines Rock ´n´ Rolf-Soloprojekts.

Das ist irgendwann so geworden. Ich sage es mal so, wie es ist. Wenn man jetzt die Besetzung mit Thilo (Herman, Guitar.), Jörg (Michael, Drums) und Thomas (Smuszynski, Bass) nimmt, dann war das schon ein Team. Wenn wir auf die Bühne gegangen sind, waren wir schon eine richtige Band. Das war rein geschäftlich, dass es ein Soloprojekt geworden ist. Der Thomas wollte angestellt werden, pro Show und für die Platte bezahlt werden. Jörg und Thilo fanden die Idee so gut, dass sie das dann auch so haben wollten. Zumal Jörg ja sowieso ein Freelancer ist und viele andere Sachen gemacht hat und auch noch macht.
Dafür, dass so viele Leute vor allem vor der Besetzung mit Thilo, Thomas und Jörg ausgetauscht wurden, musste ich natürlich in der Öffentlichkeit meinen Kopf hinhalten, da ich RUNNING WILD immer nach außen hin repräsentiert habe. In sehr vielen Fällen hatte das gar nichts mit mir zu tun. Es war sehr häufig so, dass ich Streit innerhalb der Band schlichten musste, dadurch dass ich jemanden raus setz. Und ich habe mich gerade in den Achtzigern mehr mit solchen Sachen auseinander setzen müssen, als Musik zu machen. Ich musste dafür natürlich immer meine Birne hinhalten, weil ich gesagt habe ich wasche keine schmutzige Wäsche und das wollten die Anderen auch nicht. Damit muss man dann leben. Es gibt da natürlich Punkte, die die Fans nicht sehen. Die sagen dann die alten Musiker müssen zurück kommen und ich sage dann “Nein, danke”, weil ich weiß, wer da mit wem nicht konnte und was für Animositäten waren in der Band. Das sind dann so die Dinge mit denen ich umgehen muss.

Fehlt es Dir nicht trotzdem dich innerhalb eines richtigen Bandkontextes mit den anderen Musikern auszutauschen? Du bist nun ja schon sehr lange Zeit der alleinige Songwriter bei RUNNING WILD.

Ja, sagen wir es mal so. Wir haben in den Achtzigern mehrere Versuche unternommen Songs mit der Band im Proberaum zu schreiben. Die Band selbst, vor allem Majk Moti, hat dann irgendwann gesagt “Du bist besser, wenn Du die Songs alleine schreibst.” Die Songs, die wir als Band erarbeitet haben, waren nie  so gut, als wenn ich einen Song alleine geschrieben habe. Das war jetzt nicht, weil ich mich dagegen gesträubt hätte, sondern ich bin künstlerisch besser, wenn ich es alleine mache. Das ist eine reine Veranlagung, da kann ich nichts für, hahaha. Andere sind im Team besser als einzeln, siehe JUDAS PRIEST zum Beispiel. Das ist einfach Typ abhängig und da kann man nichts gegen machen, dass es so ist.

Danke für die Erläuterung. Das sind natürlich Sachen, die die meisten Fans so sicherlich nicht mitbekommen haben. Eine Frage, die viele Fans natürlich beschäftigt, ist die nach Touraktivitäten. Wie sieht es denn damit aus? Willst Du das Album mit einer Tour supporten oder wartest Du erst einmal die Reaktionen auf das Album und die Verkäufe ab?

Das hat sicherlich auch damit zu tun. 2012 sind aber sowieso keine Shows geplant, weil wir erst das GIANT X-Album veröffentlichen wollen. Das ist ein Projekt, das mir auch sehr am Herzen liegt, da ich hier nur für Gesang und Texte zuständig bin und PJ alle Gitarren spielt.  Das war schon geplant, bevor es mit “Shadowmaker” richtig los ging. Wir hatten schon Vorverträge unterschrieben und zugesagt das Album 2012 zu veröffentlichen. Außerdem ist es gar nicht so einfach die Musiker mit denen ich zuletzt aufgetreten bin alle unter einen Hut zu bekommen. Die haben alle ihre eigenen Projekte und da ist es relativ schwierig alle für eine Tour zusammen zu bekommen.

Nenne mir doch bitte noch drei Vokabeln mit denen Du “Shadowmaker” beschreiben würdest.

Hmm…das ist eine schwierige Frage. Auf jeden Fall ist das Album spontan, powerful und intensiv. Ein gutes Album mit einer guten Produktion ist es ebenfalls geworden.

Das war es dann auch schon mit unserer Zeit. Ich danke Dir für das Interview Rolf und wünsche Dir noch einen schönen Abend!

Ich Dir auch, Colin. Danke für das Gespräch.

16.04.2012

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