The Duskfall
The Duskfall

Interview

Die Überraschung des noch jungen Jahres 2004 ist The Duskfall mit ihrer neuen Platte "Source" geglückt. Dafür konnten sie nicht nur hervorragende Kritiken einfahren, sondern sie ist auch eine gekonnte Steigerung zu ihrem Debüt "Frailty" aus dem Jahr 2002. Die fünf Schweden können also guter Dinge sein und genau diesen Eindruck hatte ich auch, als ich Gitarrist Mikael Sandorf, vielen bekannt als der Mann hinter Gates Of Ishtar (R.I.P.), zum Interview bat.

The DuskfallAls Per die Band verlassen hat, hast Du ihn am Mikro ersetzt. Warum bist Du jetzt nicht mehr der feste SĂ€nger, sondern Kai?

Ich bin blond, ich kann keine zwei Dinge zur gleichen Zeit machen! 🙂 Nein, jetzt mal im Ernst
 ich wollte mich lieber auf die Gitarren konzentrieren und Kais Stimme ist viel besser. Ich denke, dass wir uns gewaltig verbessert haben mit ihm als SĂ€nger. Er ist sehr erfahren und kann mit seine Stimme gut variieren.

Was ist mit Glenn passiert? Warum ist er kein Teil mehr von The Duskfall?

Glenn hatte zu viel mit seinem privaten Leben zu tun und die Stunden im Studio machten ihm bewusst, welche Zeit es beansprucht, mit einer gesignten Band zu arbeiten. Er merkte, dass es ihm unmöglich war seine ganze Aufmerksamkeit der Band zu schenken und fĂŒr die anstehenden Konzerte, Studio-Aufnahmen und Events von seiner Familie getrennt zu sein. Wir respektieren seine Entscheidung und wĂŒnschen ihm alles Gute fĂŒr die Zukunft.

ErzĂ€hl mir doch bitte mehr ĂŒber die Aufnahmen im Studio. Was habt ihr als erstes aufgenommen und was als letztes und wie sah euer Zeitplan aus? Sind dort ein paar interessante Dinge passiert? 😉

Wir hatten das ganze Material schon fertig, bevor wir ins Studio gingen und arbeiteten nach einem strengen Zeitplan. Wir sind an die Aufnahmen diesmal etwas anders herangegangen, denn wir machten eine Voraufnahme der Gitarren, um sie als Grundgitarren fĂŒr die Aufnahmen der Drums und Vocals zu verwenden. Das hat die Aufnahmen doch sehr vereinfacht, denn so bekamen wir ein besseres GefĂŒhl fĂŒr das Endresultat und es hat auch Daniel und Örjan geholfen, damit sie sahen, wie sich die neue CD entwickelt. Als erstes haben wir 1 Âœ Tage die Drumparts aufgenommen, dann nahmen wir gleichzeitig in zwei verschiedenen Studios Gesang und Gitarre auf. Der Gesang wurde innerhalb einer Woche bei Daniel und die Gitarren in zwei Wochen in Örjans Studio aufgenommen. Der Bass war an einem Tag erledigt und die restliche Zeit ging fĂŒr andere Gitarrenparts und dem Mixing drauf. Dieses Mal war der Fortschritt im Studio sehr gut, denn alle waren konzentriert, bis auf die traurige Sache, dass wir einen alten Freund verloren haben. Das hat uns wirklich beeinflusst, denn sein Tod kam so plötzlich. Das hat eine sehr komische Stimmung erzeugt, aber ich wollte fĂŒr die Scheibe als Musiker mein Bestes geben, um ihn zu ehren und die Liebe zur Musik, die wir teilten.

Wie hast Du Dich gefĂŒhlt, als ihr mit den Aufnahmen zu „Source“ fertig ward. War das mehr „Endlich ist das Biest fertig“ oder doch eher „Was kommt als NĂ€chstes“?

Das erste, was mir in den Sinn kam war eigentlich „IntensitĂ€t“… ich fĂŒhle, dass „Source“ eine gleichbleibende Phase wĂ€hrend des ganzen Albums hat. Wir haben das Album in einer kĂŒrzeren Zeit geschrieben, vielleicht sechs Monate. Im Gegensatz dauerte „Frailty“ vier Jahre. Wir alle hatten an diese CD hohe Erwartungen und als die ersten Reaktionen kamen, konnten wir wieder atmen.

Inwieweit möchtest Du in die Promotion eurer Scheibe involviert sein? LÀsst Du da lieber Black Lotus ihren Job machen, Werbungen zu schalten und interessiert es Dich wo sie und die Promo-Firmen mit euch werben? Oder ist das alles nicht Deine Sache?

Ich wĂŒrde liebend gerne entscheiden, welche Knöpfe bei den Promo-Kampagnen gedrĂŒckt werden. Einige Quellen sind wichtiger und ich bin der festen Überzeugung, dass man auch mit einem kleinen Budget gute Werbung machen kann, solange man sich auf die wichtigen fokussiert. Manchmal denke ich, dass es besser ist, ein paar Magazine auszusparen, um das Geld fĂŒr Konzerte oder eine kleine Tour zu behalten. Trotzdem bin ich aber sehr zufrieden, wie diese Dinge von Sureshotworx in Europa und Black Lotus Records im Rest der Welt gehandhabt werden.

Ich finde, dass „Source“ wesentlich weniger melodisch, als „Frailty“ ist und Kais Vocals sind viel aggressiver. Außerdem habe ich das GefĂŒhl, dass ihr bewusst hĂ€rtere Death-Metal-Parts benutzt habt. Stimmst Du hier ĂŒberein oder wo siehst Du die Hauptunterschiede beider Platten?

Ich finde, dass Kai sich als SĂ€nger seit dem DebĂŒt sehr weiterentwickelt hat und seine Arbeit fĂŒr „Source“ gehört mit zu den besten Vocals, die ich je in diesem Genre gehört habe. Bei den musikalischen Unterschieden denke ich, dass wir mit dieser CD wieder etwas „back to the roots“ gegangen sind, mit einem hĂ€rteren Sound als Schritt vorwĂ€rts. Wir planen jedoch nicht so sehr viel, wenn wir die Musik schreiben. Wenn ein Riff mit Melodien in meinem Kopf ist, dann gibt es eben Melodien, wenn es thrashiger ist, dann eben Thrash. Wir machen die Musik, die wir alle mögen, wir könnten niemals einen Song schreiben, um Anderen zu gefallen.

Die Texte sind fĂŒr „Source“ ja komplett von Kai geschrieben, wenn ich richtig informiert bin. Inwieweit unterscheiden sie sich im Gegensatz zu denen von „Frailty“? Welche Themen bevorzugt Kai?

Die Texte auf „Source“ gehen denselben Weg, den wir mit „Frailty“ eingeschlagen haben. Es gibt dabei um innere DĂ€monen, Gier und Religion, eigentlich alle Dinge, die heute falsch sind in der Welt. Kai benutzt die Lyrics als einen Weg, sein alltĂ€gliches Leben abzuarbeiten, natĂŒrlich sind diese sehr verrĂŒckt, aber das ist nur seine Art eine klare Botschaft zu erzielen.

Ich war echt beeindruckt, als ich das Cover und Booklet zu eurer neuen Platte gesehen habe. Wie sind die Bilder entstanden…hat Seth sie so gestalten, wie ihr es ihm gesagt habt?

Seth ist ein sehr professioneller KĂŒnstler und wir machten es so, wie bei „Frailty“: Wir schickten ihm die Lyrics, um ihm einen Einblick zu geben auf was wir abzielen. Er muss irgendwie unsere Gedanken gelesen haben, denn er macht immer genau das, was wir brauchen. Das Coverbild zeigt fĂŒr mich eine Person, welche alle verschiedenen Gesichter der Welt zeigt. Sie fĂŒrchtet sich eine starke Persönlichkeit zu sein und das innere Ich zu zeigen. Die Person ĂŒbernimmt einfach alles, was draußen passiert, ĂŒbernimmt immer mehr und mehr, das ist die Quelle („Source“) des Bösen.

Wie wichtig sind euch solche CD-Gimmicks wie z.B. ein DVD-Teil, spezielles Booklet, etc.? Ich habe gelesen, dass die ersten 1000 Einheiten von „Source“ mit einem eingeprĂ€gten Metall-Logo veröffentlich werden. Denkst Du, dass sowas die Leute dazu anregt die CDs zu kaufen und nicht einfach aus dem Internet herunterzuladen?

Ich denke, dass solche DVDs und andere spezielle Dinge nur ein kleiner Bonus fĂŒr die Fans sind. Die Metalheads sind nicht wie die normalen AlbumkĂ€ufer, denn sie kaufen die Platte trotzdem, obwohl sie es schon heruntergeladen haben. Jeder unterstĂŒtzt seine Lieblingsbands und der einzige Grund Songs herunterzuladen ist, dass sie so die aktuellen Sachen eher hören können. Wenn man so ein „Ein-Hit-Wunder“ ist, dann verliert man natĂŒrlich ziemlich viel Geld durch die Piraterie, denn die Leute kaufen kein ganzes Album, wenn nur ein guter Song drauf ist. Das ist kaum der Fall im Metalbereich, da mache ich mir also keine großen Sorgen.

Du hast ja gerade schon gesagt, dass „Frailty“ in einer Zeit von vier Jahren geschrieben wurde. „Source“ ist aber schon 13 Monate danach veröffentlicht worden. Wie war das nach so kurzer Zeit möglich? Hattet ihr den Dreh jetzt raus?

Die Hauptursache, warum wir vier Jahre brauschten, war eigentlich der, dass wir enorme Probleme hatten geeignete Mitglieder zu finden, um die Löcher zu stopfen. Wir wollten ein stabiles Line-Up haben, bevor wir ins Studio gingen und es hat viel Zeit beansprucht, den neuen Leuten die Songs beizubringen. Das Material fĂŒr „Source“ wurde zu 60% im Voraus geschrieben und die restlichen 40% bei den Proben. Ich habe ca. drei Monate nach den Aufnahmen zu „Frailty“ damit begonnen neues Material zu schreiben. Deswegen hatten wir auch viele Riffs, mit denen wir bei den Proben arbeiten konnten. Vielleicht war das der Grund, warum diesesmal alles so schnell ging.

Findest Du es gut, dass The Duskfall immer mit dem Zusatz „featuring members of Gates Of Ishtar“ beworben wird? NatĂŒrlich ist das ein guter Verkaufsgrund, aber hat das auf euch als Band einen großen Einfluss?

Ich fĂŒhle mich davon nicht beeinflusst. Die Leute, die uns damals zu Gates Of Ishtar-Zeiten kannten, kennen The Duskfall jetzt auch. Ich denke nicht, dass dieser „featuring members“-Aufkleber einen Unterschied auf die Verkaufszahlen macht, es ist nur ein Weg den Leuten mitzuteilen, was sie erwarten können, wenn sie die andere Band mochten.

Auf dem Promoflyer heißt es, dass ihr diesen Sommer in fast allen EuropĂ€ischen LĂ€ndern auftreten werdet. Sind da schon konkrete PlĂ€ne?

Wie ĂŒblich lieben es die Plattenfirmen die Dinge etwas zu rosig zu sehen. Wir wĂŒrden liebend gerne auf Tour gehen, aber wir haben dieses Jahr zumindest ein paar Festivals in Deutschland gebucht, wie z.B. Party.San und Summer Breeze. Das Problem mit Touren ist die Tatsache, dass die Labels oftmals die großen Bands bezahlen mĂŒssen, damit sie einen mitnehmen. Wenn wir ein weiteres Album rausgebracht haben, dann planen wir auch solche Dinge und ich bin mir sicher, dass das klappt. 2004 ist keine Tour gebucht, aber ganz bestimmt 2005!

Wie ist die Szene in LuleÄ? Gibt es dort viele Bands, Zuhörer und Konzerte? Wie ist die Situation, wenn ihr live spielen wollt?

LuleĂ„ ist eine sehr arme Stadt, was Metal betrifft. Wir haben eine, vielleicht zwei Metalshows im Jahr und das geht wirklich ab. Es gibt ein paar lokale Metalbands, aber die einzigen mit einem Deal sind Helltrain (Oskars Nebenprojekt) und Satariel. Wir wĂŒrden gerne mehr im SĂŒden Schwedens spielen, aber da ist das große Problem mit der Entfernung, die wir reisen mĂŒssen, um in den grĂ¶ĂŸeren StĂ€dten spielen zu können. Diejenigen, die im SĂŒden Bands buchen, nehmen dann natĂŒrlich lieber ihre lokalen Bands, damit die Reisekosten möglichst gering bleiben. Das macht uns fĂŒr Konzerte und Festivals uninteressant. Ich hoffe, dass sich die Situation verbessert, wenn sie wissen, dass wir eine gute Live-Band sind.

Was sind dann nun also eure nĂ€chsten Schritte? Schreibt ihr bereits Songs oder Texte fĂŒr ein nĂ€chstes Album und wird dieses wieder so schnell veröffentlicht?

Wir proben z.Zt. fĂŒr die Shows fĂŒr 2004 und wir haben auch schon angefangen, an neuem Material zu arbeiten. Wir werden das nĂ€chste Album aber nicht mehr dieses Jahr aufnehmen, da wir immer im Herbst aufnehmen. Jetzt mĂŒssen wir uns aber auf die Festivals vorbereiten und wir wollen auch lieber den Sommer fĂŒr Liveshows freihalten, als neues Material zu schreiben. Wir haben das Dug-Out Studio fĂŒr April 2005 gebucht und dann werden wir sehen, ob es zeitlich passt.

Ich danke Dir vielmals fĂŒr das Interview und wĂŒnsche euch viel GlĂŒck fĂŒr alles Weitere. Hast Du nun noch ein paar letzte Worte?

Vielen Dank fĂŒr das Interview und die UnterstĂŒtzung unserer Band! Ich hoffe, dass jede Seele, die das hier liest, unser Album „Source“ antesten wird und auch unsere Webseite (www.theduskfall.com) besucht, um Infos ĂŒber Livedates etc. zu erfahren! Cheers!

02.03.2004

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