Voodoo Circle
"Jegliche Kritik prallt an mir ab"

Interview

VOODOO CIRCLE kann man ja wohl als dein Baby bezeichnen. Aber hat es dich nie gereizt ein Instrumentalalbum aufzunehmen, wie es unter Gitarrenvirtuosen durchaus üblich ist?

Alex: Das ist schön, dass du das fragst, weil ich tatsächlich vor meiner Abreise den Startschuss dafür gesetzt habe. Ich habe keinen festen Zeitplan dafür. Aber ich werde immer wieder daran arbeiten und wenn ich mal so zehn Songs zusammen habe, werde ich wahrscheinlich mit so einem Instrumentalalbum um die Ecke kommen. Viele Leute fragen danach. Leider hab ich nicht wirklich viel Zeit. Aber ich bin dran!

Dann ist mir noch eine Sache aufgefallen. Auf den Covern der ersten beiden Alben von VOODOO CIRCLE prangern noch schöne Stratocaster-Gitarren und bei „Whisky Fingers“ war es plötzlich eine Les Paul. Woher kommt der Sinneswandel bei der Gitarrenwahl?

Alex: Ähm, das ist richtig und es freut mich, dass du das fragst, denn es gibt mir die Chance, das zu erklären. Mit der Stratocaster bin ich aufgewachsen, das war auch die Gitarre auf der ich gelernt habe und jeder weiß, dass ich ein großer Blackmore-Verehrer bin und das Spiel von Yngwie Malmsteen liebe. Ich bin ein Kind der 70er, da bleibt das nicht aus. Schon für die zweite Platte habe ich immer mehr Songs geschrieben, die in Richtung Blues und die WHITESNAKE-Ecke gingen. Auf der ersten Platte war es ja fast nur Neo-klassisch. Da hab ich auf der Strat dann Songs komponiert, die aber eigentlich nach einer Les Paul geschrien haben. Ich war ein wenig im Zwiespalt, weil ich mir in den letzten Jahren ein Image als Stratocaster-Spieler aufgebaut hatte. Aber ich hab mir gedacht: „Gib dem Riff das, was es verlangt!“ Ich hab die Songs dann mit der Les Paul aufgenommen und das hat mir auch gefallen. Außerdem: Joe Bonamassa wechselt bei fast jedem Song die Gitarre, also kann ich das auch. Das ist jetzt meine Devise. Ich geb dem Song das, was er verlangt. Meine Gitarrensammlung ist dadurch auch enorm angewachsen. Zudem habe ich ganz neue Facetten an meinem eigenen Spiel entdeckt, was mir unfassbar viel Spaß macht.

Jetzt hast du schon Joe Bonamassa angesprochen. Ich hab mal irgendwo aufgeschnappt, du wärest mal für ein Projekt mit Glenn Hughes im Gespräch gewesen, bevor es zur BLACK COUNTRY COMMUNION kam. Ist dem tatsächlich so?

Alex: Das ist tatsächlich so. Ich war mit ihm in einem Proberaum mitten in Essen, zusammen mit dem Wolf Simon, einem ganz tollen Schlagzeuger und wir haben die ganzen Sachen wie „Mistreated“ oder „Lady Double Dealer“ mit ihm geprobt. Es war ein absoluter Traum. Ich war natürlich auch Nervös, da stand immerhin Glenn Hughes mit mir, einer der größten Sänger überhaupt. Jetzt durfte ich plötzlich mit dem proben und Konzerte spielen. Ihm hat’s richtig gefallen und damit hab ich den Ritterschlag bekommen. Ich sollte der neue Glenn-Hughes-Gitarrist sein. Ich hatte auch Tour-Dates für Japan, Australien oder Russland bekommen und dafür auch die erste ROCK-MEETS-CLASSIC-Tournee abgesagt. Nur einen Tag später krieg ich eine E-Mail mit dem Tenor: „Ja Alex, der Glenn spielt jetzt in ’ner neuen Band mit Joe Bonamassa, BLACK COUNTRY COMMUNION, und das Soloprojekt ist jetzt erst mal ad acta gelegt.“ Da war dann in einem Tag alles futsch. Das war für mich ein Schlag in die Fresse. Aber irgendwie hat ja doch alles für mich geklappt.

Du warst in deiner Karriere auch abgesehen davon sehr umtriebig und hast mit vielen verschiedenen Leuten gearbeitet. Besteht denn die Möglichkeit, dass du das irgendwann vielleicht mal in einem Buch erzählen wirst?

Alex: Na du stellst echt die richtig Fragen, hehe! Tatsächlich habe ich dieses Thema vor einigen Jahren schon angeschoben. Es hat noch nicht stattgefunden, weil ich noch nicht den richtigen Schreiberling gefunden habe, der bereit wäre sich das anzutun. Das ist schließlich genau wie heutzutage eine CD aufzunehmen. Ob das Ganze ein kommerzieller Erfolg wird, steht in den Sternen. Ob es irgendeinen Verlag überhaupt interessiert meine Geschichte zu erzählen, weiß ich auch nicht. Sicher hab ich viel erlebt, was auf dem Papier sicherlich schön wäre. Aber wenn du dann nur 500 Bücher drucken lässt, kann das keiner bezahlen. Du musst schon in die 1000er gehen und das kannst du auch nicht einfach selbst finanzieren. Lange Rede, kurzer Sinn: Die Idee ist da und ich habe auch mal Lars Amend, der die Rudolf-Schenker-Biografie geschrieben hat, darauf angesprochen. Aber für den bin ich dann doch eine Nummer zu klein. Die Idee ist da und wir schauen mal, ob es noch was wird.

Galerie mit 6 Bildern: Voodoo Circle - Knock Out Festival 2011

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22.02.2018

"Irgendeiner wartet immer."

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