Wheel (DE)
Wir haben Bock, alles "weg-zu-doomen"

Interview

WHEEL haben kürzlich mit „Preserved in Time“ ein in sich stimmiges, starkes Album veröffentlich, das gutklassigen Epic Doom Metal bietet, ohne dabei das Rad neu zu erfinden. Wir führten über das Album ein Interview mit Gitarrist Benjamin Homberger.

Wheel - "Preserved In Time" Cover Artwork

Wheel – „Preserved In Time“ Cover Artwork

Mit „Preserved in Time“ habt ihr nach langer Zeit, acht Jahre sind seit dem Vorgänger „Icarus“ vergangen, ein neues Album rausgebracht. Gut Doom will Weile haben? Woran lag es, dass ihr eine solche lange Pause hattet?

Ja, acht Jahre sind natürlich zu lange, das stimmt. Allerdings ist auch eine ganze Menge bei uns passiert: Familiengründungen, berufliche Um- und Neuorientierungen… Nebenbei wollten wir aber auch uns des Songmaterials sicher sein und nicht irgendeinen Scheiß veröffentlichen, haha! Gibt genug belanglose Releases heutzutage. Nee, also nächstes Mal dauert es nicht so lange, versprochen.

Die Bandkonstellation hat sich im Grunde nicht verändert, außer dass euer Sänger Arkadius Kurek mal zwischendurch nicht mehr Teil von WHEEL war und Micha Baum den Posten übernommen hatte. Wie kam es dazu, und was führte zur Rückkehr von Arkadius?

Also wenn du die Halford-Biografie gelesen hast, weißt du, dass jeder mal Bock auf etwas anderes haben kann. Bei uns war nun auch die berufliche Weiterbildung von Arkadius ein Faktor, wo er gesagt hatte: „Leute, ich brauch mal Zeit für mich! “ Jetzt sind wir jedenfalls JUDAS PRIEST-like wieder zusammen und haben Bock, alles „weg-zu-doomen“, haha!

In welchem Zeitraum wurden die Stücke geschrieben, und wie haben sie sich im Laufe der Zeit entwickelt und verändert?

Wir hatten natürlich sofort nach „Icarus“ angefangen, Songs zu schreiben. „Deadalus“ war einer der Ersten, als Fortsetzung zu „Icarus“. Wir haben eine Menge Songs gemacht, aber diese sieben Stücke waren bis zum Ende des Prozesses unsere Favoriten geblieben.

Ihr hattet das Album im Proberaum aufgenommen, ohne Click-Track. Wie kamt ihr auf diese Idee und wie hattet ihr die Aufnahmen umgesetzt? Was waren die Herausforderungen?

Also für mich als Produzenten und Tontechniker neben aktivem Musiker war klar, dass ich keine reine Computerproduktion ausschließlich mit Plugins und programmierten Drums oder so will. Ich kenne ja auch meine Leute und weiß, dass wir live am besten sind. Ich habe schon immer unsere Alben möglichst natürlich aufgenommen, d. h. mit Mikrofonen, so wie man es traditionell kennt. Da habe ich naturgemäß meine Erfahrungen gemacht, was gut klappt und was weniger. Somit waren wir zum aktuellen Album auf einem relativ guten Stand, tontechnisch gesehen und auch sehr gut eingespielt. Wir haben immer wieder neues Equipment ausprobiert, und letztendlich hörte es sich mit den aktuellen Sachen und Level eben Bombe an. Unser Mixer Dennis Koehne tat dann den Rest dazu.

Was kannst du uns über die Texte erzählen? Gibt es ein durchgehendes Thema?

Arkadius textet über Dinge des Lebens. Kein Fantasy, alles eher realistisch und düster: Es geht um Liebe, Hass und Sehnsüchte, aber auch Verlust und Schmerz.

Welche Idee oder Botschaft steckt hinter dem Albumtitel „Preserved in Time“ und wie ist die Verbindung zu den Texten?

Alles dauert seine Zeit, so auch unter anderem unser Album. In der Zeit bleibt alles erhalten und das ist ein schöner Gedanke zu wissen, dass nichts verloren ist, solange sich jemand erinnert. Das ist das Thema.

Was sind eure wichtigsten musikalischen Einflüsse, was inspiriert euch?

Aktuell Bands wie Klassiker gleichermaßen: ORODRUIN, PALE DIVINE, LAS CRUCES, SOLSTICE, WARNING, PALLBEARER, GRIFTEGÅRD, TROUBLE… und noch viele weitere.

Die Doom Metal-Szene ist überschaubar, dafür aber mit vielen sehr engagierten, leidenschaftlichen Fans. Wie wohl fühlt ihr euch in der Szene, was begeistert euch und wie lebt ihr den (Doom) Metal?

Ich lebe Doom jeden Tag, indem ich mich motiviere aufzustehen! Nein, Deutschland ist tatsächlich recht übersichtlich, was Doom angeht. DAWN OF WINTER oder etwas aktueller SERVANTS OF THE TIDE oder CROSS VAULT… die ehrwürdigen TORTURED SPIRIT nicht zu vergessen. Ansonsten ist es keine Modefrage. Da kennt man sich, das ist richtig und wichtig!

Während die CD immer mehr an Bedeutung verlieren zu scheint und vom Streaming verdrängt wurde, erfreut sich Vinyl seit vielen Jahren wieder, und nun auch Tapes wachsender Beliebtheit. Wie ist das bei euch? Wie findet ihr die Entwicklung?

Super! Alle Macht dem Analogen! Ernsthaft, es ist egal wo und wie uns jemand hört. Ich finde, es hat alles seine Daseinsberechtigung. Persönlich bevorzuge ich LP und Tape.

Wenn ihr die Möglichkeit hättet, die perfekte Tour zusammenzustellen, bei welcher ihr mit WHEEL und euren Wunschbands, egal ob heute noch aktiv oder nicht, was wären diese Bands und warum genau diese?

Ich hätte gern eine Tour, in welcher sich die Doom Elite Deutschlands mal zusammentut: MIRROR OF DECEPTION, DAWN OF WINTER, DOOMSHINE und WHEEL. Ansonsten natürlich auch gerne mit so Größen wie TROUBLE / THE SKULL.

Was habt ihr in Zukunft noch alles geplant?

Was die Pandemie hervorbringt, weiß keiner. Wir wollen natürlich live spielen und möglichst in zwei bis drei Jahren einen Nachfolger am Start haben. Man wird ja auch nicht jünger, haha!

Vielen Dank für das Interview! Die letzten Worte gehören dir!

Ich kann mich nur wiederholt bedanken bei all den Leuten, die scheinbar gewartet haben und jetzt uns immer noch unterstützen, das fühlt sich toll an! Ansonsten einen großen Appell an alle durchzuhalten und wieder am Start zu sein, wenn die ganze Misere vorbei ist. Bleibt gesund!

Galerie mit 17 Bildern: Wheel auf dem Malta Doom Metal Fest 2017
01.04.2021

Geschäftsführender Redakteur (News-Leitung)

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