Witherscape
Interview mit Dan Swanö zu "The Inheritance"

Interview

Witherscape

Hat eigentlich irgendjemand einen Überblick, wo Tausendsassa und Hansdampf in allen Gassen Dan Swanö überall mitmischt? Unzählige Bands und Projekte, in den letzten Jahren auch wieder verstärkt tätig als Produzent und Soundengineer für alle möglichen Gruppen, bürgt der Name des Schweden immer für Qualität. So auch bei WITHERSCAPE, sein neues Betätigungsfeld, welche dieser Tage mit „The Inheritance“ ihr Debütalbum veröffentlicht haben. Stilistisch weit gefächert, ist dem Duo ein abwechslungsreiches, düsteres und vielschichtiges Werk gelungen. Wir sprachen darüber mit Dan.

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Warum hast du dein neues Projekt WITHERSCAPE anstatt Dan Swanö, wie für dein Album „Moontower“, genannt?

Da es sich um ein brandneues Projekt handelt, ein Duo bestehend aus mir und Ragnar Widerberg. Es kann aber gut sein, dass ich ein weiteres, mehr Death Metal orientiertes Album als Dan Swanö in der Zukunft machen werde.

Wie kam es zu der Idee, mit WITHERSCAPE ein neues Projekt zu starten?

Ich habe einige von Ragnars unveröffentlichten Riffs gehört und das brachte den komatösen Songwriter in mir zum Erwachen. Ich habe ihn dazu eingeladen, mit mir auf einer 50 zu 50% Basis in diesem Projekt zu arbeiten, und er hat glücklicherweise akzeptiert.

Für mich hat „The Inheritance“ einiges von „Moontower“ als auch den „Crimson“-Alben, aber auch von deiner ehemaligen Band ODYSSEY. Wie siehst du das Album?

Ich wollte einfach ein neues Projekt erschaffen, mit einem Fuß in den langsamen und atmosphärischen Parts des Death Metals, ein wenig Thrash und viel Heavy Metal und Hard Rock darin. Ich wollte klar singen und growlen, das Schlagzeug spielen und egal welchen Keyboardsound der mir in den Sinn kommt. Es war eine wirklich coole und reinigende Erfahrung, dieses Album zusammenzustellen!

Genau! Was mir wirklich sehr gut gefällt ist, dich wieder einmal growlen zu hören!

Yeah! Meine Kehl und mein Körper mochten es zwar nicht so sehr, es hat sich angefühlt, als ob ich von einem Panzer überrollt und von einer rotierenden Kettensäge zerstückelt werde, aber das Resultat sind meine bisher besten Growls. Und solange ich sie in verschiedenen Sessions verteilt über einen gewissen Zeitraum aufnehmen kann, werde ich damit gerne weitermachen.

Du hast schon deinen Partner Ragnar Widerberg angesprochen. Erzähle uns doch mal mehr von ihm! Habt ihr beide die Musik und Texte für „The Inheritance“ geschrieben?

Ja! Ragz ist einer der nettesten Menschen, den ich jemals getroffen habe. Er ist auch ein ausgezeichneter Musiker und beherrscht so ziemlich alle Saiteninstrumente und auch das Schlagzeug, und ich würde meinen Arsch verwetten, dass er auch gut singen kann, wenn ich ihn dazu zwingen würde, hahaha. Er war in seinem Leben schon in vielen Bands involviert, genauso wie ich, allerdings einem eher lokaleren Level.

Er hat eine Frau und zwei Kinder, und arbeitet als Grafikdesigner. Ich habe ihn gerade damit beauftragt, meine neue Internetseite www.danswano.com zusammenzustellen.

Wir haben gemeinsam bist auf „Dead For A Day“ und „The Inheritance“ alle Stücke zusammen geschrieben, also so ziemlich 50/50. Auch die Geschichte für die Texte haben wir als Team erarbeitet.

In welchem Zeitraum wurden die Stücke für „The Inheritance“ geschrieben? Habt ihr auch alte Ideen verwendet?

In meinem Fall sind die Riffs aus 2005 und jünger, ich gehe davon aus, dass die Ideen von Ragz etwas jünger sind. Wir haben auch ganz neue Sachen zusammengestellt. Ich war inspiriert wie ein Wahnsinniger und Songs wie „Dead For A Day“, „Math Of The Myth“ und „Dying For The Sun“ entstanden alle jeweils einen Tag vor einer neuen WITHERSCAPE Probe.

Wie verliefen denn die Aufnahmen zu „The Inheritance“?

Alles lief gut. Wir haben eine Vorproduktion im NIGHTINGALE/MEMORY GARDEN Proberaum/Studio in Schweden gemacht, und als das fertig gemischt war entschied ich, dass WITHERSCAPE funktioniert und die Aufnahmen zum Album konnten beginnen. Ich habe das Schlagzeug im Proberaum nochmals aufgenommen, da es bei der Vorproduktion gut funktioniert hatte. Die Gitarren und Bass wurden in verschiedenen Orten in Schweden mit Hilfe eines Laptops und anderer Mittel aufgenommen. Gesang und Keyboards wurden in Deutschland, wo ich seit 1,5 Jahren lebe, aufgenommen, ebenso wurde hier das Mischen erledigt.

Es steckt ein lyrisches Konzept hinter dem Album. Bitte erzähle uns davon!

Die Geschichte handelt von einem jungen Mann, der in einer wohlhabenden Familie Ende des 19. Jahrhunderts aufwächst. Seine Familienmitglieder werden alle schrecklich krank und sterben schließlich an einer seltsamen Erkrankung, welche niemand erklären kann. Nachdem sie alle verstorben sind, bekommt er Besuch vom Rechtsanwalt der Familie, welcher ihm alles übergibt, was nun sein Eigentum ist. Darin enthalten sind auch Schlüssel zu einem Anwesen im Norden. Er ist schrecklich verwirrt, da er in all den Jahren noch nie von diesem Ort gehört hat. Natürlich erregt das seinen Argwohn und er macht sich auf den sehr weiten Weg zu dem Anwesen. Als er schließlich dort ankommt, geschehen mysteriöse Dinge… und das ist alles, was ich dir erzählen kann! Die Fortsetzung folgt auf dem Album! Auf der Deluxe Version wird die kurze Geschichte basierend auf den Texten enthalten sein.

Für das Cover habt ihr mit Travis Smith (u. a. ANATHEMA, KATATONIA, OPETH) gearbeitet. In welcher Verbindung steht das Cover zu der Geschichte? Hattet ihr ihm etwas vorgegeben, an dem er gearbeitet hat?

Das Cover zeigt dir die Sicht durch die Augen unserer Hauptfigur, als er sein Erbe zum ersten Mal erblickt. Travis bekam von uns das Konzept und wir zeigten ihm auch diverse Fotografien. Es dauerte einige Zeit, bis es richtig war, aber letzten Endes ist es sehr gelungen! Travis ist der Beste!

Für „The Inheritance“ habt ihr auch „Last Rose Of Summer“ von JUDAS PRIEST und „A Cry For Everyone“ und GENTLE GIANT gecovert. Warum habt ihr euch speziell für diese Songs entschieden? Was bedeuten sie euch?

Ragz und ich lieben JUDAS PRIEST und dieses Stück ist so ein vergessener Klassiker und wir scherzten schon lange darüber, eine Coverversion zu machen, sogar noch vor WITHERSCAPE. Wir hatten es dann während der Vorproduktion ausprobiert, und es hat super funktioniert! Der GENTLE GIANT Song ist für uns eher eine musikalische Angeberei. Es gibt nicht viele Coverversionen von ihnen, und man kann auch verstehen, wieso das so ist. Von allen Stücken würde ich sagen haben wir die meiste Zeit mit diesem verbracht. Hoffentlich werden nicht zu viele GENTLE GIANT Fans angepisst sein. Es ist etwas aggressiver als im Original, aber wir glauben, wir haben es gut hinbekommen!

Ich als alter Fan muss dir einfach diese Frage stellen: Gibt es irgendeine Chance auf ein weiteres EDGE OF SANITY-Album? Stehst du noch in Kontakt mit einigen von den Jungs?

Nein. EDGE OF SANITY sind endgültig Tod und Geschichte. Ich bin nicht wirklich in Kontakt mit den anderen. Sie sind mit ihren Leben beschäftigt, ich mit meinem.

Und wie sieht es mit deinen anderen Projekten und Bands aus, NIGHTINGALE, DEMIURG, ODYSSEY, STEEL….?

Mit NIGHTINGALE machen wir gerade ein neues Album. Das Schlagzeug ist gerade fertig, und ich werde so schnell wie möglich die Rhythmusgitarren aufnehmen. Im Herbst werden wir mischen, wahrscheinlich wird das Album im nächsten Frühjahr veröffentlicht.

DEMIURG befinden sich gerade im Koma aufgrund von schlechten Budgets.

ODYSSEY werden in naher Zukunft das Coveralbum/EP über Century Media wiederveröffentlichen. Wenn ich die Zeit finde, werde ich die Sachen remixen und auch noch einiges aufnehmen. Wir werden sehen.

Was STEEL anbelangt, hahahaha, Tod und begraben seit 1996!

Welche anderen Bands wirst du in nächster Zeit produzieren, mischen und/oder mastern?

Heute werde ich das neue HAIL OF BULLETS Album fertigstellen, danach gehe ich an einen Live-Sound-Mix von PAIN OF SALVATION, anschließend mische ich das neue HUMAN COMETH Album. Und natürlich habe ich noch viele Alben zu mastern.

Und was ist als nächstes mit WITHERSCAPE geplant? Gibt es eine Chance, die Band Live zu sehen?

Es gibt Pläne in meinem Kopf, mit WITHERSCAPE Konzerte zu spielen, ja. Aber ob es jemals ein Konzert gibt, das genug für uns bezahlt um das zu leisten, was wir uns vorstellen, darüber bin ich mir nicht sicher. Also, wie ich immer zu sagen pflege, nur die Zeit wird es zeigen. 

Vielen Dank für das Interview! Die letzten Worte gehören dir!

Danke für dein Interesse an WITHERSCAPE. Auch vielen Dank an all die Leute, welche meiner Karriere die ersten 40 Jahre verfolgt haben, und hoffentlich werden sie die nächsten über 40 Jahre mir weiterhin folgen, hahaha!

 

26.07.2013

Geschäftsführender Redakteur (Konzertakkreditierungen, News, Test Audioprodukte)

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