Witherscape - The Inheritance

Review

Mal wieder ein neues Projekt von Tausendsassa und Hansdampf in allen Gassen Dan Swanö. Die Bands/Projekte und Produktionen, in welche er involviert ist und wahr aufzuzählen, würde den Rahmen dieses Artikels sprengen, exemplarisch seien hier daher lediglich EDGE OF SANITY, BLOODBATH und NIGHTINGALE als (teils ehemalige) Betätigungsfelder der Szeneikone aufgeführt. Nun bereichert uns der schwedische Sänger, Multiinstrumentalist und Produzent also mit WITHERSCAPE und dem Debütalbum „The Inheritance“. Zusammen mit Ragnar Widerberg entstand ein Werk, welches eine Mischung aus Progressive und Dark Metal in sich trägt. 

Bei „The Inheritance“ handelt es sich um ein Konzeptalbum, aufgeteilt in verschiedene Episoden. Ende des 19. Jahrhunderts erbt die Hauptfigur aus Stockholm ein großes Anwesen in einem fernen Dorf in Nordschweden. Beim Besuch des Ortes passieren dann unheimliche Dinge. Mehr über die Hintergründe der Geschichte sowie das Werk selbst im Interview mit Dan Swanö.

Musikalisch zeigt sich Dan mit seinem weit gefächerten Hintergrund und der enormen Erfahrung wieder einmal als unbeirrbarer Idealist, der sich stilistisch gerne zwischen die Stühle setzt und scheuklappenfrei mehrere Dinge extrem vielschichtig miteinander kombiniert. Die grundsätzliche musikalische Ausrichtung sind eine Mischung aus Progressive und Dark Metal, hinzu gesellen sich Elemente des klassischen Heavy Metals, des epischen Doom als auch des deftigen Death Metals und puren Hard Rocks, wodurch sich eine gewollt progressiv rockende Variante dunkler, harter Musik ergibt.  In dieser vereinigen sich so einige Trademarks der bisherigen Betätigungsfelder von Dan Swanö. Da wären zum Beispiel die vielen atmosphärischen Momente, welche an das „Moontower“-Album erinnern. Oder der progressive, melodische Death Metal, welcher nicht ganz unähnlich zu OPETH klingt, an deren Frühwerken der gute Mann als Produzent beteiligt war. Und natürlich sind da die Passagen, welche in ähnlicher Form auch EDGE OF SANITY einerseits, NIGHTINGALE andererseits gut gestanden hätten.

Es gibt Stücke, in welchen die klare, gefühlvolle Stimme von Swanö sowie progressive Synthesizersounds im Vordergrund stehen wie in „Astrid Falls“, dann gibt es ruppigere Nummern wie den Opener „Mother Of The Soul“, welcher leider ein wenig holprig wirkt. Und dann haben wir „Dead For A Day“, ein eingängiges, halb-balladeskes, fast schon kommerzielles Stück mit sanften Versen und derben, dennoch melodischen Growls im Refrain, in der Tradition von „Twillight“ oder auch den „Crimson“ Alben (EDGE OF SANITY). Und das epische „To The Calling Of Blood And Dreams“, welches nicht einmal so weit von AYREON entfernt ist, zeigt auch wieder schön deutlich den vielfältigen Ansatz, mit welchem sich WITHERSCAPE hier vorstellen. „The Inheritance“ pendelt zwischen ruhigen und ruppigen Momenten, zwischen komplexen und eingängigen Passagen, besitzt viele starke, einprägsame Melodien, und eine skandinavisch düstere, melancholische Atmosphäre.

Alles in allem ist „The Inheritance“ ein grenzenlos abwechslungsreiches, interessantes und vielschichtiges Album, mit welchem die beiden kreativen Köpfe verschiedenste Stile sehr gut miteinander verschmelzen lassen. WITHERSCAPE bieten uns hohe Qualität, wenngleich das Werk ehrlicherweise nicht ganz so vollkommen ist wie bspw. „Crimson II“. Verdammt gut ist „The Inheritance“ aber!

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19.07.2013

Geschäftsführender Redakteur (Konzertakkreditierungen, News, Test Audioprodukte)

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