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Architects, Every Time I Die, Blessthefall und Counterparts live in der Batschkapp Frankfurt

Konzertbericht

Billing: Architects, Blessthefall, Counterparts und Every Time I Die
Konzert vom 17.02.2015 | Batschkapp, Frankfurt

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ARCHITECTS, EVERY TIME I DIE, BLESSTHEFALL und COUNTERPARTS – wer sich nur annähernd für Hardcore interessiert, sollte hier auf jeden Fall befriedigt werden. Genauso bunt wie die verschiedenen Ausrichtungen der Bands zeigt sich auch das Publikum, und es herrscht sehr entspannte Feierstimmung in der Batschkapp. Die Batschkapp in Frankfurt ist schon vor einiger Zeit umgezogen. Wer nicht so gut aufgepasst hat, wird es aber kaum merken, sobald er den Innenraum betreten hat. Die Veränderungen sind hauptsächlich im tollen Außenbereich zu spüren. Hier parkt auch ein Imbisswagen, der ein breites Sortiment mit fairen Preisen anbietet. Die Verkehrsanbindung ist weiterhin gut – wenn nicht gerade eine Vollsperrung die Anreise stört – und für 4 Euro darf man direkt im Hof parken, Ohrstöpsel gibt es dafür umsonst. Eine Frage noch an das sehr nette Personal am Eingang der Batschkapp: War das ein Maus-Stempel oder eine Tätowierung?

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Leider spielen COUNTERPARTS schon ihren dritten Song, als wir die Halle betreten. Brendan Murphy und Kollegen sind zwar engagiert, aber weniger extrovertiert. Die Songs von COUNTERPARTS explodieren eher im Subtext, trotzdem sorgen die Kanadier schon für ordentlich Bewegung im Publikum und konzentrieren sich auf ihr 2013-er Werk „The Difference Between Hell and Home“. Die Lieder schlagen sehr oft Haken, das Publikum passt sich an und wackelt zu „Compass“, „Ghost“ und „Slave“ durch die Gegend. Heute wird niemand zur „Vorband“ degradiert, und die Batschkapp ist schon fast so gut gefüllt wie später bei den ARCHITECTS. Brendan Murphy verrät uns nach dem Konzert noch, dass COUNTERPARTS bereits im Sommer wieder durch Deutschland touren werden. Hoffentlich haben sie dann auch CDs dabei, denn diesmal gibt es leider nur Vinyl am Merchandise-Stand.

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Danach entern EVERY TIME I DIE die Bühne und tun, was sie immer tun: Eine unendliche Menge Töne, Rums und Bums gekonnt auf die Menge verteilen. Es gibt Dutzende gerade noch verhinderte Kollateralschäden auf der Bühne und im Publikum zu beobachten. Frankfurt rastet komplett aus, ständig ragen Füße aus der Menge, und teilweise sind um die zehn Stagediver gleichzeitig zu sehen. Keith „Balls“ Buckley ist mächtig beschäftigt, auch jedem Ankömmling mit einem Handschlag gerecht zu werden. EVERY TIME I DIE spielen jeden Song so, als ob es ihr letzter wäre, die Energie geht sofort auf Frankfurt über und entlädt sich hemmungslos. Im Pit geht es grob, aber kameradschaftlich zu. Es wird sich ständig aufgeholfen, abgeklatscht und wohin man schaut sieht man nur verschwitzte und glückliche Gesichter. Ganz gleich, was EVERY TIME I DIE raushauen; ob Sludge, Punk oder Hardcore, die Menge geht zu jedem einzelnen Ton steil. Darf man getrost als perfekten Siegeszug bezeichnen – macht, was ihr wollt, es wird eh geil!

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Toppen dürfen das nur noch ARCHITECTS, die ihre Setlist etwas umgestellt haben. Mit bepatchter Jeansjacke stürmt Sam die Bühne und feuert ohne Umschweife „Broken Cross“ auf die Frankfurter ab. Die Fans schreien dermaßen laut mit, dass sie ihn trotz sehr gutem Ton fast komplett übertönen. Schon beim folgenden „The Devil Is Near“ explodiert die Batschkapp ungehemmt, der Pit wird immer größer und immer heftiger. Das Verhalten der Besucher ist vorbildlich, obwohl jeder komplett in Songs wie „C.A.N.C.E.R“ oder „Alpha Omega“ versunken ist und spürbar viele hochemotional (ich habe sogar Leute weinen sehen!) bei der Sache sind, gehen alle sehr fürsorglich miteinander um. Es gibt nicht viele Künstler, denen man abnimmt, was sie auf der Bühne schwafeln. Bei Sam ist das anders, und es erscheint sehr glaubhaft, dass der aufgrund der engagierten Menge wirklich gerührt ist. Wobei das Prädikat „Ihr seid das beste Publikum“ sicher in jeder Stadt vergeben wird. Auch den anderen Bands und den anwesenden Organisationen (O-Ton „für die Leute, die wirklich was machen und nicht nur reden!“) wird mehrfach gedankt.

Selbst rare Songs brüllt das Publikum fehlerfrei und höllisch laut mit. Auch die Lichtshow ist mehr als zweckdienlich. In ruhigen Momenten erhellen Laser in warmen Farben die Bühne, und heftige Mosh-Parts werden standesgemäß geblitzt. Auch der Sound lässt keine Wünsche offen, bei den differenzierten Kompositionen der ARCHITECTS nicht unbedingt einfach. Den Höhepunkt erreicht der Abend mit „These Colours Don’t Run“, hier brechen alle Dämme. Die Frankfurter Batschkapp verwandelt sich in einen einzigen Pit, alles und jeder wird an die Wand gerückt, und selbst die gute, alte Wall of Death kommt zum Einsatz. „Gravedigger“ macht den Sack zu, und die ARCHITECTS hinterlassen ein restlos begeistertes Publikum. Atemberaubend, ergreifend!

Nach der Show geht die Party draußen weiter. Viele wollen noch nicht heim, aus einem Auto spielt laute Musik und einige pogen auf dem Parkplatz weiter, während die anderen mit einem Teil der Musiker des Abends im Innenraum quatschen. Die Tour läuft noch, besorgt euch Karten und lasst euch bezaubern von diesen vier tollen Bands! Ausruhen könnt ihr, wenn ihr tot seid, und schafft euch den Song „Devil’s Island“ drauf.

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18.02.2015

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