Refused
European Tour

Konzertbericht

Billing: Refused
Konzert vom 02.10.2012 | Backstage, München

Refused

REFUSED are back in town. Unterwegs sind die Jungs ja schon länger mal wieder, aaaaber halt nun zum ersten Mal in der Nähe. Flugs Karten geordert, neuen Stoff gibt’s zwar nicht, aber live waren die fünf Schweden ja schon immer eine Macht. Fatalerweise findet parallel das Bayern vs. Baryssau-Spiel statt, aber die Leute vom Backstage, ganz Profi, wissen wonach der Pöbel dürstet und übertragen das Spiel flugs draußen vor der Halle auf einer überdachten Riesenleinwand.Fett.

 

Ich komm an, vor der Leinwand alles rappelvoll, sofort fällt das 1:0 für die Weißrussen. Na wunderbar… dann vielleicht doch kurz rein, drinnen ist nix los, vielleicht 300 Leute sind drinnen, 80% davon an einer der beiden Theken zu finden. Trotzdem ist es schon jetzt absolut warm, kombiniert mit unfassbar schlechter Luft, das kann ja heiter werden.

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TERRIBLE FEELINGS stehen bereits auf der Bühne, davor ein paar Hanseln. Pop/Rock/Punk… irgendwiesowas wird geboten. Wie REFUSED ein Schweden-Fünfer, am Mikro allerdings eine Manuela und die ist auch klar der Blickfang. Macht das auch ganz gut soweit, erinnert gelegentlich etwas an die LewisJuliette. Schon charismatisch die Gute, die Stimme verläßt sie zwar von Zeit zu Zeit etwas, but who cares?! Ich find es ziemlich unterhaltsam, die Platte mit schönem Cover gibt es für’nen Zehner („Shadows“), plane sie mitzunehmen, vergesse es nach der Show allerdings, weil 10 Minuten nach Ende des Konzertes, die Ordner mal wieder alles und jeden aus der Halle treiben, wie die Kuh von der Weide. Halbvolles Bier?! Trink, du Lump! Grrrr…

 

Egal, TERRIBLE FEELINGS machen echt einiges richtig, gefällt mir gut. Schöner Einstieg, auch wenn man zugeben muss, dass rein intensitätsmäßig Welten zwischen dem gerade auf Bühne dargebotenen und dem später folgenden liegen werden.

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So, Pause (drinnen wie draußen – immer noch 1:0, grmpf), Zeit sich über die desaströse Thekensituation bzw. insbesondere über das dort arbeitende Personal aufzuregen. Un-fass-bar! Es ist hier (zumindest bei vollen Shows) echt immer wieder dasselbe. Man braucht ohne Übertreibung mindestens 15 Minuten um an ein Bier zu kommen und in der Zeit, steht man dicht gedrängt da rum und guckt dem unfähigen Thekenpersonal zu, wie es rumdiskutiert, rumpatzt oder wahlweise gar nichts tut. Versteht kein Mensch, um mich herum gibt auch folgerichtig absolut niemand auch nur einen Cent Trinkgeld. Wer nicht will, der hat schon…

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Während ich mich da rumärger, läuft die ganze Zeit schon eine Art Intro vom Band. Schwer zu beschreiben das Ganze, Electronicsynthesizerambientwasweißich… könnte auch beim Yoga laufen. Alles mit einer gaaanz dezenten Steigerung versehen, die die Aufmerksamkeit im weiteren Verlauf immer mehr gen Bühne (jetzt mit Riesenvorhang) wandern läßt – schick!

 

Also Stellung beziehen, Kamera im Anschlag, die Securityleute sind janz uffjeregt, alle mit Knopf im Ohr, tun so, als sei man hier bei ’nem 70.000-Mann Fußballspiel… na ja, 1.200 werden es aber höchstwahrscheinlich dann doch sein, das „Ausverkauft“-Schild wurde rausgelegt, hat es dann aber wohl nicht ganz an die Tür geschafft, hörte was von 98%iger Auslastung.

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Buff, Vorhang fällt, ab geht das. Und wie. Schon beeindruckend. Ich hatte nachmittags nochmal reingehört, da war’s ganz nett. Aber das hier ist was ganz anderes. Die alten Bühnensäue. Schon der Hammer, was für eine Energie plötzlich da ist. Augenblicklich wird alles nochmal 10 Grad heißer. Es herrscht eine absolute Bullenhitze. Alles ist in Bewegung. „Punk Routine“,  „The Refused Party Program“, „Rather Be Dead“, „Refused Are Fucking Dead“ undundund… wer soll da auch stillstehen?

 

Das absolute Bühnenobertier ist und bleibt natürlich Fronter Dennis Lyxzén, man muss ihn nicht sympathisch finden (er tut dies offensichtlich), aber was der Typ da auf der Bühne abzieht ist schon extraklasse. Sprünge, Turnübungen & Mikroschwünge in jedweder Form, divt ins Publikum, springt von selbstgebauten Boxentürmen, der Mann weiß um die Dinge, respektive wie man einen Club zum Kochen bringt.

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Ich geh kurz raus und erlebe postwendend, live und in Farbe, auf 4×3 Metern das 2:0 für Baryssau und mache auf der Stelle kehrt.

 

Zwischen den Songs, auch das gehört einfach zu einer REFUSED-Show, dann natürlich die üblichen Lyxzén-Ansprachen. Man mag das populistisch nennen, denn hier rennt er damit natürlich offene Türen ein und besonders kontrovers ist das natürlich alles nicht, aber er hat halt verdammt nochmal einfach in vielen Dingen recht und soviele Bands, die die Zeit auf der Bühne nutzen, um Dinge ansprechen, gibt es ja irgendwie nicht mehr. Es geht in erster Linie immer wieder darum „hungry“ zu bleiben, sich zu engagieren, sich seine eigene Meinung zu bildern, Dinge zu hinterfragen und so weiter und so fort. Das alles nimmt aber zum Glück weit weniger Platz im Set ein, als das früher mal der Fall war, als sich der Fronter gern zwischen den Songs zu ewigen Monologen hinreißen ließ, heute gibt’s das knapp, kompakt und showgerecht verpackt. Chapeau!

 

Positiv zu erwähnen auch endlich mal die Lightshow, hab ja schon oft gemäkelt, heute passt’s. Es kann so einfach sein: weißes Licht von hinten (meist unten), manchmal von vorn ’ne farbige Aufhellung – fertig. Simpel, stylish und scheiße effektiv.

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Nach etwas über einer Stunde ist dann erstmal Schluss, der Laden gröhlt und es folgt was folgen muss: „New Noise“! Was dann dazu führt, dass der Laden überkocht. Lyxzén ist nass geschwitzt und ich rede hier nicht von „ohdashemdklebtetwas“, es ist die „erkönnteauchindenseegefallensein“-Variante.

 

Dann noch „Tannhäuser/Derivè“, danach ist Feierabend. Pouh, mehr hätten die alten Knochen auch nicht mehr mitgemacht. Dann unmittelbar der Rauswurf durch die Security, im Vorbeischieben sieht man Bate Baryssau vs. Bayern München – 3:1. Das Elend also zum Glück verpasst…

 

Geile Show! Welcome back!

Refused

 

18.10.2012

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