Threatin
UPDATE: wahre Identität und diverse Enthüllungen

News

Update vom 15. November 2018:

Was als Newsmeldung mit Kopfschüttel-Potenzial begann und anschließend von Metalsucks zu „einem der größten Skandale der Musikindustrie in letzter Zeit“ aufgebauscht wurde, kann jetzt wohl als weitgehend erledigt angesehen werden. Mittlerweile wurde die wahre Identität von Jered Threatin (er heißt Jered Eames) enthüllt, es haben sich die ausgestiegenen Live-Mitglieder sowie sein Bruder geäußert und er selbst hat in einem Twitter-Post verlauten lassen: „Ich habe einen leeren Raum in eine internationale Schlagzeile verwandelt.“

Ob es wirklich nötig war, der ganzen Geschichte so viel Aufmerksamkeit zu schenken, kann jeder für sich selbst entscheiden. Hier gibt es jedenfalls alles zur wahren Identität von Jered Threatin, das Interview des ausgestiegenen Live-Gitarristen, den Kommentar seines Bruders und sein eigenes, kurzes Statement. Viel Spaß damit!

Update vom 13. November 2018:

Nachdem in den letzten Tagen vor allem über die Band gesprochen wurde und es so schien, als ob niemand auf deren Konzerte kommen würde, ist es Metalsucks jetzt gelungen, ein Live-Video von einem der tatsächlich stattfindenden THREATIN-Konzerte an Land zu ziehen. Das Filmmaterial wurde am 7. November in Manchester von Marc Hatton gedreht, Gitarrist der Prog-Rock-Band Lute aus Manchester. Macht euch selbst ein Bild:

Update vom 11. November 2018:

Offensichtlich wurde das Belfast-Konzert heute Abend abgesagt. Vor rund 20 Minuten gab auch das Café Central in Weinheim auf seiner Facebook-Seite bekannt, dass der Gig am 16. November 2018 abgesagt ist. Den augenzwinkernden Originalkommentar wollen wir euch natürlich nicht vorenthalten:

„Update: Das THREATIN Konzert am kommenden Freitag ist nun offiziell abgesagt. Wir denken das kommt für keinen wirklich unerwartet (lol). … Ein Nachholtermin ist auch eher unwahrscheinlich. 🤣“

Originalmeldung vom 11. November 2018:

Seit Freitag lässt sich im Internet – angetrieben durch eine Recherche der Metal-Enthüller Metalsucks.net – eine Story finden, die wohl in die Kuriositätenkiste der Metalszene gehört. Jered Threatin, Solokünstler und einziges festes Mitglied der US-amerikanischen Band THREATIN, so heißt es, hat ein ganzes Imperium an Fake-Unternehmen gegründet – und das scheinbar nur, um eine Europatour für seine Band zu landen.

Erste Berichte ließen durchblicken, dass der Kopf hinter THREATIN wohl nicht nur Berichte über seine eigene Band gefaked, sondern auch eine Booking-Agentur namens StageRight Bookings gegründet hat. Diese hat er mit diversen, völlig generischen Bandnamen und Namen von Solokünstlern gefüttert, eine semiprofessionelle Homepage erstellt, um den Eindruck zu erwecken, es hier mit einer Profi-Agentur zu tun zu haben.

Aber der Wahnsinn geht weiter: Darüber hinaus hat Jered Threatin – wahrscheinlich auch ein Fake-Name – ein Fake-Label namens Superlative Music Recordings gegründet, das laut einer falschen Bio auf der Homepage – mittlerweile ist die Bio durch eine andere Version ersetzt, aber es gibt auf Twitter Belege für die alte – schon 1964 gegründet wurde. Eine genauere Recherche der Kollegen von Metalsucks – nachzulesen in diesem Follow-up-Artikel – ergibt natürlich, dass das Blödsinn ist. Darüber hinaus wirft THREATIN auf seinen diversen Homepages mit Namen von Unterstützern um sich und zieht Querverweise zu realen Unternehmen – klangvolle Namen wie SPV, NME und Monster Energy -, die allesamt an den Haaren herbeigezogen zu sein scheinen.

THREATIN auf Europatour?

Aber: Die Masche hat gezogen. THREATIN befinden sich gerade auf der „Breaking The World Tour“ durch Großbrittanien und Kontinentaleuropa. Stand heute wurden sechs Konzerte in London, Newcastle, Glasgow, Bristol, Manchester und Birmingham gespielt, bei allen davon gab THREATIN auf Nachfrage der Veranstalter wohl hohe Zahlen für verkaufte Einheiten an … und gekommen ist so gut wie niemand. Das nächste Konzert folgt heute Abend in der Empire Music Hall in Belfast – es bleibt abzuwarten, was passiert. Zumal mittlerweile wohl zwei der bezahlten Tourmusiker die Band verlassen haben und auf ihrer Reise zurück in die USA sind. Laut Angabe der Bandmitglieder wären auch sie von Jered Threatin belogen worden, von dem Fake-Imperium hätten sie nichts gewusst, berichtet Metalsucks.net in einem neuen Artikel von heute.

Auch einen Deutschland-Gig hat die Tour abbekommen, nämlich am 16. November im Café Central in Weinheim. Sollte jemand damit liebäugeln, für Shits’n’Giggles dorthinzugehen, beobachtet vorab lieber die Homepages und Facebookseiten der involvierten Unternehmen, vor allem natürlich die des Café Central. Auf deren Facebook-Seite heißt es seit Freitagabend nur:

„Da sich die Messages zu „THREATIN“ nun immer mehr werden kurze allgemeine Antwort: Wir wissen von dem Artikel und sehen es nach einiger Recherche eher gelassen, da wir uns abgesichert haben. Danke an alle die uns drauf hingewiesen haben bzw. hinweisen werden! Wir sind super gespannt was das wird 😉“

Von der Empire Music Hall in Belfast ist bekannt, dass die Show heute Abend wohl stattfinden wird – was ja jetzt, nach Bekanntwerden der Geschichte, sicherlich nicht doof ist, denn mit Sicherheit zieht die Story einige Neugierige an.

Wir von metal.de hoffen, dass vor allem alle legitimen und betrogenen Venues glimpflich und ohne großen finanziellen Schaden aus der Sache herauskommen. Sollte es weitere Entwicklungen zu der Sache geben, halten wir euch auf dem Laufenden.

Quelle: Metalsucks.net / Café Central Weinheim
15.11.2018

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2 Kommentare zu Threatin - UPDATE: wahre Identität und diverse Enthüllungen

  1. nili68 sagt:

    Aus purer Schaulust, wie bei ’nem Unfall, hab‘ ich auf Youtube mal reingehört. Das ist ja noch schlimmer als Nickelback und Limp Bizkit’s schwächste Momente zusammen. Das muss Absicht, bzw. Fake sein nur leider total unlustig.
    An die Wand..

  2. BlindeGardine sagt:

    Das nenne ich mal commitment. Auch eine möglichkeit im immer schwieriger begehbaren musikbusiness auf sich aufmerksam zu machen. Wir scheinen es hier unternehmerisch mit dem donald trump des metal zu tun zu haben. Ärgerlich natürlich für die venues, die sich hoffentlich abgesichert haben und dadurch keine verluste einfahren. Viele nehmen es aber scheinbar mit humor.