A Burial at Sea - A Burial at Sea

Review

“Spaß ist wohl kaum das erste Wort, das einem in den Sinn kommt, wenn man von instrumentalem Post-Rock spricht.“ So zumindest das Promoschreiben. A BURIAL AT SEA möchten mit ihrem gleichnamigen Debütalbum das Post-Rock-Genre auf den Kopf stellen und die trübe Stimmung der Musik lockern. Eine wirklich schwere Aufgabe, denn eine festgefahrene Fanbasis lässt sich meist nicht so einfach erschüttern.

A BURIAL AT SEA gehen durch Mark und Bein

Trotz diesen Versprechungen fährt die Truppe mit dem Strom. So scheint es zumindest am Anfang. Doch die Iren beweisen, dass sie in der Lage sind auch andere Richtungen einzuschlagen. Klar gibt es teilweise Überschneidungen, die sehr Genretypisch sind, was aber keinen Einfluss auf die Ideenvielfalt der Jungs hat.

“You Really Did Grow After All“ wirkt in den ersten Minuten unspektakulär, vielleicht sogar ein wenig fad, bis plötzlich ein Break die Stimmung kippt und von der verträumten Ruhe zu schnelleren melodischen Riffs wechselt. Die anfängliche unspektakuläre beziehungsweise ziehende Stimmung des Songs geht nun in ein komplexes Spielmuster über.

Doch irgendwie halten A BURIAL AT SEA ihr Versprechen und trumpfen mit Originalität auf. Teilweise sticht besonders der knallige Bass heraus. “Nice From Afar, Far From Nice“ glänzt zudem mit brachialen Mathcore-Riffs, untermalt vom euphorischen Trompetensound.

Im Sandkasten von A BURIAL AT SEA

Die Truppe spinnt ihr Konstrukt auch in “D’accord“ weiter, wobei der Track ein wenig aus der Reihe tanzt. Anstatt purem Post-Rock liefern A BURIAL AT SEA einen wilden Mix aus Rock, Salsa und dem wiederkehrenden Einsatz vom bereits benannten Blechblasinstrument

Doch zum Ende hin flacht die Spannungskurve ab. “Tropic Of Cancer“ zieht sich viel länger als nötig in die Länge. Während alle anderen Tracks aus gutem Grund nicht weit über die sechs Minuten gehen, fehlt hier mit jenem überlangen Outro ein wenig die Pointe.

Origineller als erwartet

Die Combo erfindet das Rad nicht neu, schmücken es aber mit vielen frischen Ideen. Der Einsatz von Trompeten, der euphorische Sound und der voluminöse Klang entfalten sich geschickt zwischen den Post-Rock-Passagen. Im Ganzen ein berührendes Album zum verlieben.

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08.02.2021

Der metal.de Serviervorschlag

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