A.C.T. - Silence

Review

Aus Schweden kommt der nächste Beweis, dass sich Progressive und Pop nicht gegenseitig ausschließen müssen. Zwar legt das Quintett von A.C.T. auf ihrer neuen Platte „Silence“ eine etwas deutlichere Rockschlagseite auf, verlässt sich aber immer noch am liebsten auf Synths und Stimme um songdienlich drauflos zu proggen. Von der hohen Songanzahl sollte man sich dabei aber nicht irritieren lassen: Bei den letzten neun Nummern handelt es sich um den überlangen Abschlusstrack „Consequences“.
Los geht es aber mit dem Opener „Truth Is Pain“, der das Konzept der Band beispielhaft ohrwurmig vertritt. Die Melodien sind zwar nicht so „funproggig“ federleicht wie es einem das Promoschreiben deutlich machen will, erdrücken den Hörer aber auch nicht und überzeugen durch filigrane atmosphärische Strukturen, die durch viele Variationen in den Songs immer wieder neue hörenswerte Facetten bekommen. Trotz der hohen Eingängigkeit sind also auch bei „Silence“ mehrere Hördurchläufe Pflicht, bevor man die Platte wirklich überschauen kann. Die Songs bleiben dabei auf einem enorm hohen Niveau ohne sich gegenseitig die Schau zu stehlen; selbst der Abschlusssong macht den 10 vorangehenden Ohrwürmern keine Konkurrenz, weil er in eine viel ruhigere und instrumentale Richtung geht. Dass man hierbei alle Register technischen und kompositorischen Könnens zieht, sollte in diesem Genre sowieso selbstverständlich sein. Sänger Herman Saming fällt jedoch im Gegensatz zu den anderen Musikern etwas ab und kann trotz amateurhaften Charmes nur selten einen eigenen Charakter in die Musik übertragen. Die Leistung wird auf der anderen Seite aber wieder etwas relativiert, wenn man sich den beigefügten Liveclip ansieht: Charisma hat der Mann nämlich durchaus.
Somit kann man die Scheibe eigentlich nur gern haben. Der lockere filigrane Prog gibt dem Genre genau jenes unbeschwerte Liedgefühl zurück, das anspruchsvollere Bands wie DREAM THEATER oder SIEGES EVEN in ihren umfangreichen Jazzsessions, oder durch die vielen verkniffelten Takte, aufgegeben haben. Der Bogen schließt sich also wieder und A.C.T. funktioniert als Bindeglied zwischen den alten radiotauglichen Genreklassikern wie YES oder MIKE OLDFIELD, und den anspruchsvolleren modernen Vorzeigevertretern. Wenn das in Kombination mit ihrem großartigen Songmaterial keine Daseinsberechtigung ist, weiß ich auch nicht weiter.

10.10.2006

Der metal.de Serviervorschlag

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