A Chinese Firedrill - Circles

Review

Was einen hier mit dem plumpen Cover und dem zugegebenermaßen etwas dämlichen Bandnamen A CHINESE FIREDRILL entgegenlächelt, ist unter der Oberfläche ein Soloprojekt des Multiinstrumentalisten Joey Vera. Der hat zwar jetzt in der Progszene nicht unbedingt einen Bekanntheitsgrad wie James LaBrie oder Neal Morse, teilweise aber wirklich zu Unrecht. Denn immerhin wirkte er schon in Bands wie ANTHRAX oder SEVEN WITCHES mit und ist immer noch Mitglied von ARMORED SAINT und FATES WARNING. Das erklärt natürlich trotzdem nicht, warum der Mann nicht vielleicht ein paar Euro mehr investieren konnte, um sich ein vernünftiges Cover zuzulegen.

Aber sei’s drum, schließlich sind wir Proggies in dieser Hinsicht einiges gewohnt. Dnd solange die Musik ordentlich Stimmung macht, was sie auch tut, soll mir das ja sowieso egal sein. Genretechnisch arbeitet Joey in hohem Maße sphärisch und episch, sorgt aber gleichzeitig geschickt dafür, das die Musik wirklich unmittelbar beim Hörer stattfindet. Wilde Frickelorgien gibts deswegen auch nicht, dafür aber liebevoll arrangierte Melodien die zu jeder Zeit perfekt ins harmonische Gerüst passen und mitunter auch mal richtig protzen. Bestes Beispiel hierfür ist der titelgebende Opener, der alle guten Eigenschaften des Projekts bündelt und obendrein einen dieser Wahnsinnsrefrains besitzt, die man nur im Progbereich findet. Im folgenden wird das Album aber etwas weniger rockig und konzentriert sich eher auf den atmosphärischen Gesamteindruck, was man mit allen positiven und negativen Nebeneffekten als „chillig“ bezeichnen kann, und erst im abschließenden „Rock Paper Scissors“ wieder auffällig groovt. Die Nummern dazwischen sind zwar auch wirklich gelungen, stechen aber aufgrund der bewusst höhepunktarmen Kompostionsart weniger hervor.

Wer also mal abends Musik hören will, zu der man sowohl moshen, als auch Rotwein trinken kann, wird mit A CHINESE FIREDRILL auf jeden Fall glücklich. Auch andere Progfans sollten hier mal reinhören, oder zumindest dem Opener gehobene Aufmerksamkeit schenken. „Circles“ ist zwar kein sensationelles Über-Album, will das aber auch absolut nicht sein und kann sich so trotzdem ne schicke Nischenposition sichern.

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15.02.2008

Der metal.de Serviervorschlag

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