Aeon Zen - The Face Of The Unknown

Review

Hinter AEON ZEN steckt bekanntlich der erst 21 Jahre alte Brite Rick Hinks, der uns zum zweiten Mal in seiner noch jungen Karriere mit einem Album die Ehre erweist. Zunächst einmal muss man bei AEON ZEN sämtliche Vorbehalte hinsichtlich Solo-Projekten ignorieren, denn nicht nur, dass Rick ein begnadeter Musiker ist und erneut sämtliches Instrumentarium auf imposante im Alleingang gestemmt hat, der Kerl hat zudem das Zeug, in Zukunft als Songschreiber in die Annalen der Szene einzugehen.

Der Name AEON ZEN genießt in Progressive Metal-Kreisen zwar ohnehin schon seit dem Debüt „A Mind’s Portrait“ einen recht guten Namen, durch „The Face Of The Unknown“ wird dieser aber mit Sicherheit noch bekannter und auch angesehener werden. Zusätzlich ist zu erwarten, dass Rick mit seinem Unternehmen nun wohl endgültig dem Underground entschwinden kann. „Schuld“ daran ist zum einen der Umstand, dass auf dem brandneuen Dreher des Briten erneut ausschließlich feinstes Liedgut zu vernehmen ist, zum anderen aber auch die Tatsache, dass Rick offenbar weder Kosten noch Mühen gescheut hat um sich entsprechend kompetente Gastsänger einzuladen.

Ein Blick auf die Gästeliste am Mikro dürfte ausreichen, um zu erahnen, dass wir es hier mit einem wahren Prog-Leckerli zu tun haben und hört man sich das Album erst einmal an, wird die Begeisterung für AEON ZEN noch weiter steigen. Doch Gäste allein machen bekanntlich noch kein gelungenes Fest, weshalb Rick seine Helferlein offenbar regelrecht „zugeteilt“ hat.

Auf mich macht der jeweilige Gesangsbeitrag auf diesem Album nämlich den Eindruck, als ob Rick entweder beim Komponieren in Gedanken den idealen Sangespartner schon vor imaginären Augen hatte, oder zumindest im Nachhinein denjenigen aus einer Liste ausgewählt hat, der seiner Meinung nach am besten passen würde. Wie auch immer, fest steht für mich lediglich, dass hier nichts dem Zufall überlassen wurde.

Was jetzt ein wenig nach Kalkül und Reißbrett klingt (und eventuell auch tatsächlich so gelaufen ist), entpuppt sich als ungemein natürlich klingendes Prog Metal-Hämmerchen mit reichlich Wärme und noch mehr Emotionen. Beste Beispiele dafür sind der Opener „Salvation“, der auch durchaus gut zu CIRCUS MAXIMUS passen würde und das nicht nur, weil deren Frontmann Michael Eriksen das Mikro inne hat, oder das ganz nahe an SPOCK’S BEARD-Standards heranreichende „Crystal Skies“ mit Nick D’Virgilio als Sänger. Erwähnt werden muss aber auch die Tatsache, dass auch Rick als Sänger durchaus gute Figur macht – eventuell ein Hinweis für zukünftige Tätigkeiten?

„The Face Of The Unknown“ ist ein mehr als nur empfehlenswertes Album für die Prog-Gemeinde, das – trotz der fehlenden Homogenität auf Grund der unterschiedlichen Sänger – weit davon entfernt ist nach einer „Projektarbeit“ zu klingen, sondern viel mehr die Essenz dessen offeriert, was wir von einem Progressive Metal-Album erwarten.

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11.11.2010

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