Ages - Uncrown

Review

Soundcheck August 2020# 6

Die Schweden von AGES gibt es seit mittlerweile neun Jahren. Weitere vier hat es dann noch gebraucht, bis die beiden Herren aus Falun ihr Debüt “Malefic Miasma“ vorlegten. Geboten wurde eher im Midtempobereich angelegter Symphonic Black Metal der melodischen Sorte. In den letzten fünf Jahren hat sich daran auch nichts geändert.

Um den geneigten Fan nicht noch weiter auf die Folter zu spannen: Wer sich vom Erstling anlocken ließ, für den sollte sich das Warten auf “Uncrown“ im Großen und Ganzen gelohnt haben. Vor allem die Produktion ist um einiges kraftvoller ausgefallen. Gleichzeitig konnten AGES die orchestralen Parts noch besser in den Gesamtsound integrieren.

AGES – Orchestrale Tüfteleien für Gemütliche

Der Opener “Burn Them“ nutzt die druckvolle Produktion und prescht ordentlich voran. In der zweiten Hälfte wird das Ganze dann erst einmal ein Wenig gemächlicher, um dann wieder zum großen Final zu blasen. Wenn es auf diese Art zwischenzeitlich gemütlich wird, laufen AGES hier und im Folgenden manchmal Gefahr, dass die atmosphärischen Parts die Spannung nicht ganz halten können.

Allerdings bekommt das Duo (oder Trio?) meist wieder die Kurve. Der Nachfolger “Illicite State“ gestaltet das Verhältnis von drangvollem Furor und unheilschwangerem Luft holen insgesamt schon songdienlicher. “Herolds Of Enslavement“ geht einen anderen Weg und türmt sich nach einem etwas zähen Beginn nach und nach zu einem ansprechenden Sturm auf.

“Uncrown“ verdient die Krone noch nicht wirklich

Songs wie “Hollow Crown“ erinnern einen immer wieder an INSOMNIUM auf schwarzmetallischem Schwedenurlaub. Jedoch kommen AGES nie wirklich an die Dynamik der Finnen heran. In anderen Momenten klingen sie wie zahmere, dafür aber pompösere NAGLFAR. Alles irgendwie eine gediegenere Version von NIGHT CROWNED, um mal neuere Versuche in diesem Genre ins Spiel zu bringen.

“Uncrown“ sind die fünf Jahre akribisches Arbeiten am Detail anzuhören. Das reicht für ein solides Album, ohne wirkliche Durchhänger. Um die acht Punkte zu zücken, sind (mir) die Songs aber irgendwie zu glatt, die Melodien oft zu gefällig, um lange im Ohr zu bleiben. Es wirkt irgendwie, als wären die Ecken und Kanten, das Markante, das eine Platte braucht, über die lange Schaffensphase hinweg abgefeilt worden.

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19.08.2020

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3 Kommentare zu Ages - Uncrown

  1. nili68 sagt:

    Als der Song anfing, war ich ziemlich begeistert (geile Melodie), was sich bei fortdauernder Spielzeit dann aber in ein „solider Durchschnitt“ gewandelt hat. Die Kritikpunkte des Reviews würde ich (zumindest anhand dieses Songs) unterstreichen..

  2. cocs sagt:

    habe mir noch den zweiten Song auf BC angehört, klingt ja wirklich recht niedlich, weh tuts wohl keinen wenn das ganze Album so klingt

  3. BlindeGardine sagt:

    Die Rezension kann man eigentlich so stehen lassen. Ages machen nichts offensichtlich schlecht oder falsch und handwerklich ist das gut umgesetzt. Man orientiert sich hauptsächlich an den schwedischen Kollegen, lässt aber auch ein wenig Finnen-Melancholie und etwas Norweger-Bombast einfließen ohne sich dabei jemals zu sehr an einer einzelnen Band aufzuhängen. Eigenständig klingt man aber halt auch nicht. Wie gesagt, solides Handwerk, nicht mehr, nicht weniger.

    7/10