Agnostic Front - Victim In Pain

Review

Galerie mit 15 Bildern: Agnostic Front auf dem Summer Breeze Open Air 2016

Wiederveröffentlichungen sind ein zweischneidiges Schwert. Eigentlich kommt man nicht drum herum im Einzelfall zu entscheiden: Handelt es sich um lieblose Geldmacherei von Labelseite oder liegt dem Ganzen wirklich die Intention zu Grunde, mehr Menschen mit der Musik vertraut zu machen?

Das Re-Release des 1984 via Rat Cage Records erschienen AGNOSTIC FRONT-Debüts „Victim in Pain“ verfehlt seine Wirkung jedenfalls nicht. Zumindest mir waren AF höchstens vom Namen bekannt und dementsprechend von Schaffens wegen vollständig unvertraut. Eine Bildungslücke, wie mir sowohl besagtes Album, als auch die ein Jahre früher erschienene EP „United Blood“, welche der CD als Bonus beigefügt wurde, beweisen.

Während die EP selbst mit extrem kurzen Songs und unglaublich rohem Sound zwar schon sehr ambitioniert, aber nicht vollständig zu ende gedacht wirkt, bietet das Album selbst gleich ein ganz anderes Kaliber. Blieb der „United Bood“-Titelsong chronologisch bisher noch das einzige Stück mit Hitpotenzial, liefert „Victim In Pain“ mit dem für Hardcoreverhältnisse direkt hymnischen „United & Strong“, sowie den eingängigen Punkschlagern „Fascist Atittudes“ und „Victim In Pain“ direkt eine Vielzahl deutlich durchdachterer Stücke, die musikalisch den UK SUBS mindestens so nahe stehen wie frühen CRO-MAGS. Die jugendliche Wut der New Yorker wird noch sehr ursprünglich und authentisch in simple Punkriffs und einfache, aber effektive Kompositionen übersetzt und formt sich so zu einem mächtigen Zeitzeugen einer jungen Bewegung.

In diesem Fall hat sich also die Neuauflage allein schon deswegen gelohnt, als dass dadurch hoffentlich außer mir noch der ein oder andere Unbeleckte mit AGNOSTIC FRONT in Berührung kommt. Das Material auf „Victim In Blood“ ist konstant sehr stark und dokumentiert eindringlich, worum es bei Hardcore in seinen Anfangstagen ging und was mit diesem Stil alles möglich war.

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02.12.2009

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