Alec Empire - Intelligence And Sacrifice

Review

Schon mit Atari Teenage Riot tobte sich Alec Empire emotional und ideologisch aus, schuf aggressive Noise-Collagen die fast schon physikalische Schmerzen hervorriefen, dabei aber immer eine katalytische Funktion erfüllte. Mit seinem neusten Solo-Werk INTELLIGENCE AND SACRIFICE ist dies nicht anders. Die erste CD dieses CD-Duos trifft direkt auf die angestrengten Nerven des Hörers, zerreißt sofort das Rückenmark und macht sich schwerwiegend am Gehirn zu schaffen. Punk, Metal, Electro und Gabba verschmelzen zu einem fiesen subversiven Brei, der alles gedanklich im Wege stehende martialisch zerstückelt. Dabei tauchen aus dem kalkulierten Chaos immer wieder wütende Slogans alá „Everything starts with a fuck“ und sogar teilweise nachvollziehbar Strukturen auf, die das ganze Werk zusammenhalten. Die wilden und exzessiven Tracks wurden dabei mit Riffs aus der Mottenkisten von Bands wie Pantera und Napalm Death versehen, was diesen durchaus neuen Glanz verleihen kann. Pop-Appeal und Mainstream wurden hier mit einer giftigen Spritze behandelt und vollkommen ausgerottet. Auf der zweiten CD wird es kraftraubend und Alec Empire schwankt zwischen noisigen Instrumentalstücken, Ambient, harten Beats und marternden Soundscapes. Ein lautes und krankes Stück Musik, das einer ebensolchen Gesellschaft den Spiegel vorhält. Wer bereits mit den rebellischen Kleinoden von Atari Teenage Riot seine Freude hatte, wird auch an diesem intensiven Doppel-Album nicht vorbeikommen. Eine absolute Ausnahmeerscheinung!

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Empire,Alec - Intelligence and Sacrificebei amazon28,60 €
23.07.2002

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5 Kommentare zu Alec Empire - Intelligence And Sacrifice

  1. Anonymous sagt:

    endlich mal wieder ein album, das auch wirklich seine 10 punkte verdient hat!!. was alec empire hier ablegt, pendelt exakt in der schneide zwischen metal und techno, gemeint ist, dass beide szenen ihren spass mit dem werk haben sollten, auch wenn alec empire derzeit mehr im techno-bereich seine anhänger findet, was sich aber schleunigst ändern sollte!!! gegenüber alec empire ist trent reznors nin-projekt nur noch eine mainstream lastige pop-band, die sich nicht annährend mit diesem original messen kann, auch wenn man es vielleicht nicht zu 100% vergleichen kann. jeder der mal was anderes vernehmen will, als kitsch, klischees und der überall verbreitete "weiterenticklungs"-scheiss und gothic-müll, MUSS hier zugreifen!! 10 punkte vergebe ich dennoch nicht, weil mir persönlich wichtige gefühle wie romantik/melancholie etc., hier kaum zu finden sind. aber objektiv gesehen definitiv die höchstzahl!

    9/10
  2. mein Name ? sagt:

    Interesante CD, ausergewöhlich. Zum Glück nicht ganz so LowFi wie die Machwerke von ATR und auch nicht so unsortiert. Diese Mischung recht herber Punk/Metal/Techno verleiht dieser Scheibe schon was erfrischendes am sich immer mehr uniformierenden Musikhimmel. Mit NIN kann man das nun wirklich nicht vergleichen …

    10/10
  3. stativision sagt:

    erste cd gähnend langweilig, alec ampire stagnierend. zweite cd geht ok, ist aber auch viel leerlauf dabei. eine cd von A.E. reicht, diese werde ich garantiert nicht kaufen – und würde sie auch keinem empfehlen, der schon eine hat, ansonsten muss man das natürlich schon einmal gehört haben.

    5/10
  4. TheShadowOfDeath sagt:

    Super Doppelalbum! Ich liebe ja die Ataris und so wartete ich gespannt auf Alecs neuem Geniestreich…Mich konnte er auch diesmal nicht enttäuschen und eine Wucht aus Hass und Aggression überrollt mich, wenn ich diese Musik konsumiere! Seine Stimme fügt sich perfekt in die Musik mit ein und ist mit einer der aggressivsten Stimmen des Planeten!

    9/10
  5. doktor zygortus sagt:

    Die CD ist nicht schlecht und der Gesang ist schon ziemlich geladen, erinnert mich aber unweigerlich an ein wütendes Kind, welches seinen Geburtstag mit wildem Geschrei boykottiert weil er nicht das gekriegt hat, was er sich gewünscht hat. Ansonsten lobenswert das die brazigen Beats nicht in einer Endlosschleife aneinander gereiht wurden und auch die Produktion brngt die Aggresion gut rüber. Auf der zweiten CD überzeugt mich allerdings nur der hypnotisch-paranoide erste Track, aber ansonsten gibts nur minimalistisches Ambient und C64/Nintendo-Geklimper. Wenn ich zu Weihnachten wieder nur Socken bekomme werde ich meine Angehörigen einfach mit dieser Musik nerven, dann werden sie sich zum nächsten Jahr etwas anderes überlegen :P. (7-10)

    7/10