Ally The Fiddle - Up

Review

ALLY – Mehr als „nur“ SUBWAY TO SALLY?

ALLY THE FIDDLE-Frontfrau Ally Storch ist bei Freunden der Gothic- und Mittelalterrockmusik bekannt wie ein bunter Hund und das nicht nur aufgrund ihrer wunderschönen langen Haare. Als Gastmusikern war sie unter anderem bei LETZTE INSTANZ, ASP und SCHANDMAUL zu sehen uns ist seit 2016 festes Mitglied bei SUBWAY TO SALLY. Da wundert es doch schon etwas, dass ihr eigenes Projekt ALLY THE FIDDLE noch nicht den Sprung aus dem Untergrund heraus geschafft hat. Beschäftigt man sich jedoch näher mit der Musik, zeigt sich schnell, dass sie musikalisch andere Wege beschreitet: vielschichtig, häufig instrumental, progressiv. So geht es auch auf dem aktuellen Longplayer “Up“ zu.

Geige trifft auf Progressive Rock

“Up“ ist ein Album für Liebhaber verspielter Soli, abwechslungsreicher Songstrukturen und stilistischer Vielfalt. Stellvertretend dafür kann der Song “Try To Stop Me“ herhalten, der auf angenehme Art konfus wirkt. Mit leicht bedrohlicher Geige beginnt ein Potpourri an Musikstilen, dass den Hörer von der Klassik in treibenden Metal reißt, nur um gelegentlich in filmische Klangwelten auszuweichen. Der von einem wilden und präsenten Violinenspiel geprägte Sound der Band zieht seine Bahnen durch den Song und bringt die Leidenschaft für vielfältige Musik derart intensiv zum Ausdruck, dass man beim Hören eine intensiv musizierende Band förmlich vor sich sehen kann.

Wer sich fragt, ob es bei derlei Abwechslung überhaupt noch Ohrwürmer geben kann, erhält als Antwort ein klares, eindeutiges Jein. “Sisyphos“ ist verhältnismäßig eingängig, wird jedoch von “Living In A Bubble“ geschlagen, dessen Live-Qualitäten deutlich stärker zum Tragen kommen, schließlich ist neben der Melodie der Rhythmus unsagbar catchy. Ohrwürmer im herkömmlichen Sinne kommen neben den beiden genannten allerdings nicht auf “Up“ vor. Interessanterweise stört das herzlich wenig, da die Vielfalt der Musik einen stetigen Entdeckungsprozess zulässt. Gesanglich ist Ally im Übrigen angenehm zu hören, auch wenn ihre Stimme nicht zu den abwechslungsreichsten und emotionalsten gehört. Darauf liegt auf “Up“ auch nicht der Fokus, Gesang wird meist als ausschmückendes Stilmittel verwendet. Der Hauptteil der Aufmerksamkeit gehört ihrem famosen Geigenspiel und den passend dazu gespielten harten Gitarren.

Ein Album voller Überraschungen

Überraschen kann ALLY THE FIDDLE mit “Up“  dennoch an vielen Stellen. “Tree“ beginnt düster und verträumt mit einer beachtlichen Gaststimme von KNORKATORs ALF ATOR, steigert sich jedoch zu einem fast an Power Metal erinnernden, epischen Finale. Auch sphärische Klänge werden bedient, wenn “Entering Stratosphere“ durch den Gehörgang wabert. Leider weniger gelungen ist das überraschend langweilige “The Bass Thing“, das gern sphärisch und verspielt sein möchte, dem geneigten Hörer jedoch 8 Minuten raubt ohne einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Schade, nach dem Progressive-Rock-Höhepunkt “Aphotic Zone“ hätte man mehr erwartet.

Insgesamt bieten ALLY THE FIDDLE mit “Up“ modernen und verspielten Rock, mal melancholisch-verträumt, mal energiegeladen und metallisch, doch stets im Vordergrund: Ally und ihre verspielte Geige.

10.01.2019

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