American Dog - Hard

Review

Wenn der Promo-Flyer schon von „200% Kick Balls Hard’n’Roll“ spricht, ist eigentlich schon klar, was hier angesagt ist. Die beste Art, AMERICAN DOG zu konsumieren, ist es, das Hirn großzügig in den Standby-Modus zu versetzen, ein kühles Bierchen aus dem Kühlschrank holen, liebevoll die Harley in der Garage streicheln und die Prozentrechnung auf den Ethanolgehalt der vorhandenen Getränke beschränken.
Mit „Thinking Man’s Music“ hat „Hard“ in etwa soviel am Hut wie Wolfgang Schäuble mit Datenschutz und der Achtung menschlicher Grundrechte. Während letzterer jedoch üblicherweise auf vier Rädern unterwegs ist, bevorzugen AMERICAN DOG PS-starke Zweiradmaschinen und dürften auf jedem anständigen Bikertreffen beachtlichen Zuspruch finden. Die altmodischen Hard-Rock-Kompositionen riechen förmlich nach Motorenöl und versprühen bei aller Simplizität ein charmantes Südstaaten-Blues-Feeling.

So lange die kleinen grauen Zellen friedlich vor sich hin schlummern, und der gut mit Bier abgefüllte Körper in wohlig grinsende Partystimmung gesunken ist, stört man sich auch nicht mehr an den teilweise grenzdebilen Texten („Sometimes You Eat The Pussy, Sometimes The Pussy Eats You“) und rockt zu den eingängigen und groovenden Stücken einfach ab. Die gleichermaßen satte wie erdige Produktion schmeichelt den Ohren, kann aber dennoch ein gutes Stück des dreckigen Rock’n’Roll-Feelings vermitteln, das diese Musik ausmacht.
Einige ruhigere Passagen – wie das Akustik-Gitarren-Intro von „Long Time Comin'“ – lockern die Scheibe etwas auf, werden aber bei der wilden Partystimmung des restlichen Materials schnell zur Spaßbremse und verhindern, dass die Stimmung beim gepflegten Besäufnis anständig überkocht. Um sich aber – wie es der Beipackzettel suggeriert – mit Motörhead vergleichen zu können, müsste Sänger/Bassist Michael Hannon seine Stimme noch einige Jahre lang täglich mit einer guten Flasche Whiskey ölen, derzeit klingt er noch viel zu brav, obwohl er sich in „Beaten, Broken, Etc.“ bemüht zeigt, dies zu ändern.

Ansonsten gibt es an dem Material von „Hard“ nichts auszusetzen. AMERICAN DOG spielen ihren Rock’n’Roll so, wie er sein muss. Simpel gestrickt, eingängig, mit ordentlich Groove und dennoch nicht zu stumpf. Das intellektuelle Niveau sucht man hier zwar vergebens, doch wenn man sein Gehirn gehorsam – wie oben geschildert – in den Ruhezustand geschickt hat, ist „Hard“ die ideale musikalische Untermalung für eine zünftige Hard-Rock-Party. Weiter so!

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27.07.2007

Der metal.de Serviervorschlag

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