Andreas Vockrodt - Adventures From Foggyland

Review

ANDREAS VOCKRODT…  dieser Name klingtmutmaßlich wie Donnerhall bei Freunden der Gitarre im süddeutschen Raum. Der gute Mann ist nicht nur Gitarrenlehrer, er ist auch Initiator des Gitarren-Weltrekords (1802 Gitarristen spielen „Hell Aw…“… ähm… „Smoke On The Water“), bastelt aktuell am längsten Gitarrensolo der Welt und hatte um die Jahrtausendwende Charterfolg mit GALLERY durch eine Rockversion von EIFFEL 65s „Blue“. Nun gut, am Ende des Tages müssen wir alle nur unseren Arsch retten.

Nun präsentiert „Foggy“ VOCKRODT „Adventures From Foggyland“ – auf dem er laut eigener Aussage mit „einer Spiellust am Rande des Wahnsinns […] die Riffs durch die Songs (peitscht)“. Mit diesen Infos ausgestattet lege ich (als Nicht-Musiker) verständlicherweise die Ohren an und stelle neben der Anlage als Erste-Hilfe-Kit den Flachmann sowie zwei Kilo AC/DC bereit.

Doch potztausend! So schlimm sind die gesanglosen und durch Keyboards sowie wohl programmierte Drums ergänzten „Adventures From Foggyland“ gar nicht. Genau genommen sind sie überhaupt nicht schlimm, sondern gehen trotz des skizzierten Selbstbewusstseins VOCKRODTs und dessen technischer Beschlagenheit flüssig ins Ohr und unterhalten durchweg nachvollziehbar. Die Songs ANDREAS VOCKRODTs streifen dabei neben Rock und Metal auch die benachbarten Genres Blues und Jazz, sind aber insgesamt ebenso voluminös wie melodiös und oftmals auch recht hart in Szene gesetzt.

Dem am Metal geschulten Ohr fallen immer wieder eingestreute punktuelle Verweise auf die großen dieses Metiers auf: Hier gemahnt ein Riff an JUDAS PRIEST, da ein Lead an IRON MAIDEN, gar huschen QUEENSRYCHE an der einen oder anderen Stelle dezent durchs Hirn. Bei „Pocketful Of Jazz“ denkt man zumindest im ersten Teil spon- und angetan an Jimmy Page, bei den sprechend betitelten „Segeant Tapper’s Amazing Box Of Lullabies“ und „Tappology“ taucht schon vor dem ersten Klang VAN HALENS Eddie vor dem inneren Auge des geneigten Konsumenten auf – bleibt dann allerdings während der Songs nur bedingt vor Ort. Der spätere Gary Moore wiederum lugt beim logischerweise getragenen „The Foggy Waltz“ ums Eck.

Kurz und gut: Den technischen Anspruch der „Adventures From Foggyland“ kann ich mit meinen zwei Linken kaum beurteilen, nur erahnen. Und vielleicht bewertet ein Musiker-Fachmagazin die Platte nochmal ganz anders. Abgesehen davon aber sind diese Abenteuer zwar nicht so wahnsinnig ausgefallen, wie eingangs suggeriert – unterhalten tun sie dennoch (oder deswegen?) sehr solide. Dass Rockmusik ihren Reiz meines Erachtens zu einem guten Teil auch aus dem Mitgröhlen eingängiger bzw. einschlägiger Refrains bezieht, steht wiederum auf einem anderen Blatt. Und erklärt neben technischer Unwissenheit wohl auch meine Banausen-Wertung.

22.03.2015

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