Apallic - Of Fate And Sanity

Review

Ostfriesland hat sich mit Bands wie NAILED TO OBSCURITY, BESTIALITY, BATTUE, NAMRASIT oder BURIAL VAULT in den letzten Jahren zunehmend zu einem der interessanteren Death-Metal-Spielplätze der Bundesrepublik gemausert, und nun legen die Emdener Progressive Death Metaller APALLIC nach. Die machen auf ihrem Debütalbum „Of Fate And Sanity“ zum Glück nicht den Fehler, zu verfrickelt oder zu verproggt aufzutreten, auch finden sich auf dem APALLIC-Debüt weder Klargesang noch weinerliche Leadgitarren. (Den Kollegen Popp wirds freuen.)

APALLIC machen „Progressive“ mal wieder anders

Stattdessen bietet der Emdener Fünfer gut 50 Minuten feinsten Death-Metal-Gemörtels, der sich das Attribut „Progressive“ vor allem durch die meist komplexeren Songstrukturen und die überall mal auftauchenden, genrefremden Elemente verdient. Meist jedoch regiert mächtig voranpanzernder, getriebener Death Metal, der näher an der schwedischen Spielart ist als an der kontinentaleuropäischen oder gar der US-amerikansichen, und innerhalb der schwedischen Spielart näher an den guten, alten Elchtod-Kapellen denn an OPETH oder dergleichen.

„Of Fate And Sanity“ ist vielseitig, aber nicht übertrieben anders

Durchbrochen wird das Prinzip durch die, wie bereits gesagt, meist eher komplexen Songstrukturen, die sich fernab des üblichen Strophe-Refrain-Schemas bewegen und sich eher aus den Ideen selbst heraus entwickeln, als dass sie diesen zugrunde liegen würden. Und dann wären da noch die untypischen Elemente, zum Beispiel das akustisch-ambiente Zwischenspiel „Iter Ex Umbra“, die Aufnahme von Melodic-Death-Mustern in „Mental Prison“, das irre Hin-und-her-Springen zwischen melodisch und brachial in „Masked Insanity“, oder die klassische Prog-Einlage in „Day Before The Black“.

Höhepunkt von „Of Fate And Sanity“ ist aber der knapp 14-minütige Rausschmeißer „A Taste Of Lethe“. Der beginnt zunächst mit einer einsamen Akustikgitarre, entwickelt sich dann relativ fix zu einem Midtempo-Stück mit mächtigen BOLT-THROWER-Anleihen. Im weiteren Verlauf wechseln APALLIC darin immer wieder zwischen Akustik, Melodic Death Metal und Brachialgewalt hin und her, bevor sie zum höchst emotionalen Schlusspunkt übergehen. Args, repeat!

Trotz der progressiven Seite eher was für Death-Metal-Fans

Wer also bei dem Stichwort „Progressive Death Metal“ sowas wie OPETH erwartet, der ist bei APALLIC an der falschen Adresse, dafür zeigen sich die Emdener nicht einmal ansatzweise freigeistig und abgedreht genug. Aber das ist durchaus positiv zu verstehen, denn Death-Metal-Fans, die nichts gegen eine ordentliche Portion Groove im Todesmörtel haben, und die darüber hinaus auf ein paar genrefremde Elemente wie Akustikgitarren können, könnten mit APALLIC und „Of Fate And Sanity“ sehr glücklich werden. Punktabzug gibt es allerdings für den relativ kantenlosen, durchpolierten Sound sowie die Tatsache, dass APALLIC fast 40 Minuten brauchen, um mit dem überlangen Rausschmeißer einen ersten echten Höhepunkt zu liefern – der Rest des Albums ist alles andere als schlecht, aber eben auch nur selten zum Niederknien. Trotzdem: fettes Teil!

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24.05.2017

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