Arctic Sea Survivors - The Longest Dawn (The Souls Burn In Everlasting Fires)

Review

Ob die Post-Metaller ARCTIC SEA SURVIVORS wohl tatstächlich die eiskalte arktische See überlebt haben ist nicht überliefert, nordisch ist ansonsten aber auch maximal ihr Sound, da das Quartett eigentlich aus Österreich, genauer gesagt aus Graz stammt. Neben allerlei Post-Einflüssen sticht in ihrem Sound in erster Linie der Doom heraus, obwohl hierzu eine wichtige Zutat fehlt: Tiefes Grabesgegurgel. ARCTIC SEA SURVIVORS präsentieren sich auch auf ihrem zweiten Album mit dem sperrigen Titel „The Longest Dawn (The Souls Burn In Everlasting Fires)“ als reine Instrumentalkapelle.

ARCTIC SEA SURVIVORS – Es knarzt und schrammelt

Neben der enthaltenen Musik legen die Grazer auch durchaus Wert darauf, die Band optisch passend in Szene zu setzen, wie das aktuelle Bandfoto beweist. Die vier Herren, die sich lediglich Survivor I bis IV nennen, treten maskiert auf und umgeben sich offenbar auch gerne mit maritimen Utensilien. Ob und inwiefern das Cover Artwork der Platte stilistisch dazu wirklich passen kann, steht allerdings auf einem ganz anderen Blatt.

Storytechnisch passt das Gemälde natürlich wie Arsch auf Eimer, erzählt die Platte doch die Geschichte eines während einer Expedition auf der Inselgruppe Franz-Josef-Land verschollenen, einsamen Wanderers und bezieht sich damit direkt auf das Debüt-Album „Into Barren Lands“ und auch auf die dazwischen erschienene EP „Inuktitut Tape“. Der eigentliche Klang ist zwar einerseits typisch post-metallisch, allerdings an vielen Stellen rauer als vergleichbare Bands, es knarzt und schrammelt an allen Ecken.

Stellenweise gibt es ein paar Parallelen zum Sound der Münchener Genre-Kollegen von TAV, die jedoch deutlich glatter wirken als die Österreicher. Allerdings kann das Songmaterial auf deren Debüt „I“ auch durchgehend fesseln, was auf „The Longest Dawn“ ein echtes Problem darstellt. Klar, für Atmosphäre ist gesorgt, aber weder reicht die um einen entsprechenden Sog auszuüben, noch bieten die Songs genügend andere Details die in Erinnerung bleiben. Viel zu oft ist quälende Langeweile angesagt. Auch das seltsame Gerumpel im Hintergrund von „Enter The Realm Of Pana“ wird sicher seine Bedeutung haben, wirklich erschließen lässt sich der tiefere Sinn dahinter nach ein paar Hördurchläufen aber nicht.

Schwer zugänglich, repetitiv, eintönig – „The Longest Dawn (The Souls Burn In Everlasting Fires)“

Das Haugenmerk von ARCTIC SEA SURVIVORS scheint auf dem Erzählen von Geschichten zu liegen. Gar nicht so einfach, wenn – bis auf ein paar Spoken-Word-Fetzen – vollkommen auf Vocals verzichtet wird. Leider scheint dabei die Aufgabe, packende Musik zu schreiben manchmal zu weit in den Hintergrund zu rücken. „The Longest Dawn“ ist an vielen Stellen schwer zugänglich, oft repetitiv und eintönig – eben genau so wie die beschriebene Landschaft.

Bleibt die Frage, wer sich für die Musik der Österreicher begeistern kann. Dem instrumentalen Post-Metal-Fan ist der Mix vermutlich nicht melodisch genug, typischer Doom-Schwermut findet sich nur Auszugsweise und auch die gelegentlichen Sludge-Einschübe sorgen letztlich nicht für ausreichend Abwechslung. So ist „The Longest Dawn“ am Ende – womöglich auch beabsichtigt – eine sehr spezielle Nischen-Platte, die Aufgrund fehlender Extreme aber vermutlich auch nur wenig ebensolche Fans finden wird.

08.10.2021

Time doesn't heal - it only makes you forget.

Der metal.de Serviervorschlag

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