Axis Of Despair - Contempt For Man

Review

AXIS OF DESPAIR nehmen kein Blatt vor den Mund: „Contempt For Man“ lautet die Botschaft. Weiterhin nehmen sie nicht: Rücksicht auf richtige Musik gewohnte Menschen, Abzweigungen in unterschiedliche Subgenres des kultivierten Krachs sowie irgendwelche Gefangenen. AXIS OF DESPAIR prügeln sich vielmehr – man muss diese abgedroschene Formulierung hier bemühen – auf ihrem Debütalbum in halsbrecherischem Tempo, aber immer geradeaus durch 20 Stomper klassischen Grindcores, dass es eine einzige verstörende Freude ist.

AXIS OF DESPAIR sind mehr als eine Wall of Sound

Von Dilettantismus kaschierendem Soundbrei sind die mittelalten Schweden dabei weit entfernt, handelt es sich doch um Könner, in deren Lebensläufen u. a. COLDWORKER und gar NASUM für garstige Spuren sorgen. Auf „Contempt For Man“ ist trotz durchgängiger Frontal-Attacke jedes Instrument für sich vernehmbar, gibt es griffige, packende, wiedererkennbare Riffs, tatsächliche Songs – die jedenfalls für Eingeweihte klar unterscheidbar sind.
Neben NASUM drängen sich mit diesem Ansatz vor allem NAPALM DEATH als Vergleich auf. Ähnlich wie die Referenz schlechthin im songorientierten Grindcore resp. Death Metal over the top haben AXIS OF DESPAIR stets im Kopf, dass letzterer über das kurze Vergnügen an der Wall of Sound hinaus längerfristig etwas braucht, an das er sich erinnernd hängen, damit er bangen kann.

„Contempt For Man“ bringt das Genre auf den Punkt

Besonders trumpft „Contempt For Man“ schließlich in den Momenten auf, in denen die Wahnsinnigen das Tempo kurz herunterschrauben, so zum Beispiel in „The Pain Maze“, welches neben schnellem und gedrosseltem Killerriff zudem sowohl ein „Uuughh“ als auch ein „Aaarrgh“ unterbringt und damit in 53 Sekunden souverän umreißt, worum es im Genre geht.
Kurz und gut: Wer davon insgesamt nicht umgerissen, nicht mitgerissen wird, der hat selbst Schuld beziehungsweise gehört unter Umständen zu den für die Titelgebung mitverantwortlichen sogenannten Menschen.
Einziger kleiner Diss für AXIS OF DESPAIR: Ihre Verzweiflung hätten die Herren gern vorne mit „i“ schreiben dürfen – die kleine D-Beat-Reminiszenz hätte ihnen gut zu Gesicht gestanden. Zum verzerrten. Harte, gemeine, kritische, passende Musik für düster werdende Zeiten.

19.07.2018

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